Hyundai Ioniq 3 im Test: Was kann der neue Stromer?
Inhalt
- Hyundai Ioniq 3 Design: Mister Pixel und eingeschränkte Rundumsicht
- Hyundai Ioniq 3 Reichweite und Batterie: Bis zu 497 Kilometer
- Hyundai Ioniq 3 im Fahrtest: Komfortabel und überraschend agil
- Innenraum und Infotainment: Pleos Connect feiert Premiere
- Hyundai Ioniq 3 Preis: Elektroauto ab 22.900 Euro
Kleinwagen, SUV oder Coupé? Nichts von alledem, sagt Hyundai und ruft mit dem Ioniq 3 kurzerhand eine neue Fahrzeugklasse aus: den „Aero Hatch“. Vorne flach, nach hinten ansteigend und am Heck mit einem breiten Spoiler versehen, der die Heckscheibe teilt. Mit seinem eigenständigen Design will sich der 4,16 Meter lange Elektro-Koreaner von der Konkurrenz abheben. Dabei trifft der Hyundai Ioniq 3 auf starke Mitbewerber wie Opel Mokka, Jeep Avenger, Renault 4 oder den neuen VW ID. Cross. Doch Hyundai setzt nicht nur auf ein auffälliges Äußeres, sondern auch auf europäische Wurzeln. Der neue Stromer wurde in Rüsselsheim entwickelt und wird ausschließlich für den europäischen Markt produziert. Für Roland Punzengruber, Geschäftsführer von Hyundai Österreich, ist der Ioniq 3 erst der Anfang einer umfassenden Modelloffensive. Europa spielt in der Wachstumsstrategie des koreanischen Autobauers eine zentrale Rolle.
Hyundai Ioniq 3 Design: Mister Pixel und eingeschränkte Rundumsicht
Die markante Pixeloptik gehört längst zur Designsprache der Hyundai-Ioniq-Familie. Vorne leuchten vier Quadrate, im Stoßfänger versteckt sich ein kleiner „Mister Pixel“. Auch das Heck fällt auf: Ein breiter Spoiler prägt die Silhouette und ist in der von uns getesteten N-Line-Topausstattung noch üppiger dimensioniert als bei den Varianten Select, Prime und Trend. Das sieht sportlich aus, hat allerdings einen Nachteil: Die Sicht nach hinten ist eingeschränkt. Überhaupt zählt die Rundumsicht nicht zu den großen Stärken des Hyundai Ioniq 3. Praktische Assistenzsysteme wie die Totwinkelkamera schaffen Abhilfe. Beim Blinken zeigt sie die Umgebung direkt auf dem zentralen 14,6-Zoll-Multimedia-Display an. Ein weiteres Manko betrifft das Einstiegsmodell Select. Hier verzichtet Hyundai auf ein eigenes Fahrerdisplay. Die Geschwindigkeit muss daher vom zentralen Bildschirm abgelesen werden.
Hyundai Ioniq 3 Reichweite und Batterie: Bis zu 497 Kilometer
Beim Antrieb bietet Hyundai zwei Batterievarianten an. Die kleinere 42-kWh-Batterie kommt auf 147 PS und ermöglicht laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 344 Kilometern. Die größere 61-kWh-Version schafft bis zu 497 Kilometer, leistet mit 135 PS allerdings kurioserweise etwas weniger. Auch bei der Beschleunigung liegt die kleinere Batterievariante vorne: Sie sprintet in 8,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, während die größere Version dafür 9,5 Sekunden benötigt. Beim Laden verspricht Hyundai für beide Varianten eine Ladezeit von rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Damit bringt der Ioniq 3 solide Voraussetzungen für den Alltag und längere Fahrten mit.
Hyundai Ioniq 3 im Fahrtest: Komfortabel und überraschend agil
Wie fährt sich der neue Hyundai Ioniq 3? Die Antwort liefert unsere Testfahrt rund um Zell am See. Auf den kurvigen Landstraßen zeigt der in Rüsselsheim entwickelte Stromer, dass Hyundai bei der Fahrwerksabstimmung seine Hausaufgaben gemacht hat. Der Ioniq 3 liegt satt und sicher auf der Straße, federt Unebenheiten ordentlich ab und überzeugt mit einer präzisen Lenkung. Kurvige Strecken nimmt er bereitwillig unter die Räder, ohne dabei den Komfort zu vernachlässigen. Das Ergebnis ist ein angenehm unkompliziertes Elektroauto, das sich auf europäischen Straßen sofort zu Hause fühlt. Gerade im Alltag dürfte diese ausgewogene Abstimmung viele Fahrer überzeugen.
Innenraum und Infotainment: Pleos Connect feiert Premiere
Auch im Innenraum hat Hyundai auf europäische Vorlieben geachtet. Besonders erfreulich: Neben dem großen Touchscreen gibt es weiterhin echte Tasten für wichtige Funktionen. Das erleichtert die Bedienung und sorgt dafür, dass man sich im Hyundai Ioniq 3 auf Anhieb zurechtfindet. Eine Premiere feiert das neue Infotainmentsystem Pleos Connect. Es überzeugt im Test mit schnellen Reaktionszeiten, übersichtlichen Menüs und einer intuitiven Bedienlogik. Hier haben die Entwickler offensichtlich aus Fahrersicht gedacht – was bei modernen Autos keineswegs selbstverständlich ist. Zur Ausstattung gehören außerdem praktische Funktionen wie Plug & Charge, Digital Key, ein integrierter E-Routenplaner und der Sprachassistent Gleo. Damit zeigt sich der Hyundai Ioniq 3 auch technologisch auf der Höhe der Zeit.
Hyundai Ioniq 3 Preis: Elektroauto ab 22.900 Euro
Neben Design, Reichweite und Fahrverhalten spielt natürlich auch der Preis eine entscheidende Rolle. Laut Hersteller startet der Hyundai Ioniq 3 mit 42-kWh-Batterie bei 22.900 Euro. Die Variante mit größerem 61-kWh-Akku ist ab 24.900 Euro erhältlich. Damit positioniert Hyundai den neuen Stromer als preislich attraktives Elektroauto für den europäischen Markt. Besonders interessant ist der vergleichsweise geringe Aufpreis für die größere Batterie, die deutlich mehr Reichweite bietet.