Wohnen ganz oben

Auch hierzulande gibt es Wohnungen ganz oben, die keine Wünsche offenlassen. Ob man dabei in einer größeren oder in einer kleineren Stadt wohnt, ist gar nicht so wichtig. Ein Penthaus gibt einem immer das gewisse „Metropolen“- Feeling. Gleichzeitig ist man nirgends so gut unbehelligt wie im letzten Stock. Allerdings: Wer eine Dachgeschoßwohnung oder ein Penthaus erwirbt, der sollte sich auch auf die Besonderheiten seines neuen Zuhauses einlassen. Dabei helfen können im Zweifelsfall ein Innenarchitekt oder ein Interior Designer. Die wissen, mit welchen Tricks man ein einmaliges Zuhause kreieren kann.

Penthaus am Froschberg

Upgrade.

Während das Penthaus grundsätzlich frei und ohne Dachschrägen über allen anderen Wohneinheiten thront und zudem noch mit mindestens einer Dachterrasse aufwarten kann, hat man es in anderen Dachgeschoßausbauten meist sehr wohl mit Dachschrägen zu tun. Was nicht immer unbedingt ein Nachteil sein muss: Sie verleihen dem Objekt einen unverwechselbaren Charme, geben einerseits ein Gefühl von Geborgenheit, andererseits den entsprechenden Weitblick. Doch gerade diese Wohnungen sind häufig ein Fall für den Innenarchitekten und meistens auch für den Tischler. An maßgefertigten Möbeln kommt man manchmal nicht vorbei. Doch der Aufwand lohnt sich: Wer einmal im Dachgeschoß gewohnt hat, möchte meist nicht mehr weg – schon gar nicht weiter nach unten.

Siegfried Spiessberger, Geschäftsführung Maximilianhof:

Sollte ein Gebäude aufgrund der Bausubstanz nicht mehr zu erhalten sein, dann muss man das Gebäude abreißen und an dieser Stelle wieder möglichst im gleichen Stil neu aufbauen. Man versiegelt dadurch keine neuen Flächen und zerstört das Landschaftsbild nicht mit ‚stillosen Neubauten‘. Als Bauträger braucht man Gespür dafür, und wir setzen uns sehr für die Nachverdichtung im Zentrum ein. Eine Nachverdichtung kann natürlich auch durch Dachgeschoßausbauten erfolgen.

Das Projekt K7 von Maximilianhof

Luxus?

Die Schlagwörter „Penthaus“ und „Dachgeschoßwohnung“ haben durchaus einen luxuriösen Beiklang. Und ja, in aller Regel handelt es sich dabei auch um Immobilien aus dem Luxussegment. Dabei war das nicht immer so. Wer Mitte des 19. Jahrhunderts im aufstrebenden Bürgertum der österreichischungarischen Monarchie statusgerecht wohnen wollte, war in der Beletage zu Hause. Die luxuriösen Wohnstätten mit ihren hohen Räumen befanden sich meist im Hochparterre, also im ersten Stockwerk, die leicht über eine schöne Treppe zu erreichen waren. Im Parterre waren wegen der Feuchtigkeit meist Arbeitsräume vorgesehen. Im Dachgeschoß zu leben war damals eher nicht angenehm, wie d a s berühmte Spitzweg-Gemälde des „armen Poeten“ anschaulich zeigt. Ganz oben war das Dienstpersonal untergebracht: Es musste sich nach getaner Arbeit schwitzend nach oben schleppen. Den mehrgeschoßigen Wohnbau gab es übrigens schon bei den alten Römern. Fünf, sechs und sogar sieben Stockwerke hoch lebten unterschiedliche sozialen Schichten in einem Block. Die wohlhabendsten Bewohner – nicht selten waren es die Hauseigentümer – residierten im Erdgeschoß. Im obersten Stockwerk herrschten Slum-ähnliche Zustände für die Parteien, die undichte Dächer und dünne Holzwände ertragen mussten. Tatsächlich wurde das Dachgeschoß erst ziemlich spät vom Luxusimmobilien markt entdeckt. Dafür dann aber gründlich. Heute gehört es zu den gefragtesten Objekten, neben den Villen im städtischen Grüngürtel. Aber: In Zusammenhang mit dem Thema „Nachverdichtung“ ist der Ausbau von Dachgeschoßen gerade jetzt wichtig und aktuell – und muss nicht immer in einem Atemzug mit dem Wort „Luxus“ genannt werden. Der Begriff „Bauliche Nachverdichtung“ bezeichnet im Städtebau das Nutzen freier Flächen im Bereich bereits bestehender Bauten, beispielsweise durch Aufstockungen, und gilt als Gegenkonzept zur Verbauung an Stadträndern. Das Vermeiden von Bodenversiegelung ist ohne Frage ein wesentlicher Punkt in Hinblick auf nachhaltige Städteplanung. Schon vor einigen Jahren haben Forscher im Zuge des Projekts „Attic Adapt 2050“ festgestellt, dass man in Wien 34.300 Wohnungen errichten könnte – allein auf den Gemeindebauten, die zwischen 1950 und 1970 entstanden sind. Allerdings wird das Potential zurzeit (noch) nicht genützt. Das könnte sich bei dem aktuellen Druck auf den Immobilienmarkt bald ändern. Und nicht nur in Wien sind Eigentumsobjekte überaus gefragt.

Penthaus Schillerstraße

Marktlage.

Bei Engel & Völkers Oberösterreich weiß man: „Neben der Hauptstadt Linz sind Wels und Steyr weitere impulsgebende Städte. In den zentralen Lagen aller drei Städte ist die Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum groß, weswegen die Wohnungspreise seit Jahren spürbar steigen. Linz und Wels zählen mit über 30 Prozent Plus seit 2016 sogar zu den Städten mit dem bundesweit stärksten Preiswachstum.“ So weit der aktuelle Marktbericht von Engel & Völkers zur Preisentwicklung der Wohnimmobilien in Oberösterreich. In den Städten wächst vor allem das Luxussegment deutlich: Premiumwohnungen wie Penthäuser sind ebenso gefragt wie Villen in bester Lage. Gerade in diesem obersten Preissegment stiegen die Preise zuletzt weiter deutlich an, die meisten Objekte bleiben nicht lange auf dem Markt. „Penthäuser und Dachgeschoßwohnungen sind besonders interessant für Menschen, die sich – meist aus Altersgründen – vom Haus mit großem Garten verkleinern, aber nicht das Gefühl haben wollen, plötzlich in einer Wohnung ‚eingezwängt‘ zu sein. Als Eckdaten gelten hier: 150 m² Wohnfläche plus großer Terrasse mit toller Aussicht. Das Gefühl von Weite. Selbiges gilt für Menschen mit Anspruch, die das Leben in der Stadt bevorzugen. Schönes, adäquates Wohnen, aber ohne Garten und die damit verbundenen Mühen und Pflichten“, so Diether Raffelsberger, Geschäftsführer von Engel & Völkers Oberösterreich. Aktuell hat Engel & Völkers Oberösterreich gleich mehrere Penthäuser im Angebot, unter anderem in begehrter Linzer Lage auf dem Froschberg. Das Objekt ist ein „echtes Penthaus“ ohne Dachschrägen, dafür mit riesiger Terrassenfläche. Des Weiteren locken eine elegante, hochwertige Miele-Küche, drei Schlafzimmer, zwei Bäder, eine Sauna und vieles mehr. Ein ganz besonderes Filetstück abseits der Landeshauptstadt gibt es in Gmunden: Maximilianhof Immobilien hat bei seinem Prestigeprojekt „K7 Appartements & Bootshaus“ in Gmunden gleich vier Luxuspenthäuser errichtet, eines eindrucksvoller als das andere. Die Wohnungen sind jeweils auf zwei Ebenen angelegt und bestechen – neben einer exklusiven Ausstattung bis ins letzte Detail – mit einer Raumhöhe von acht Metern im Galeriebereich. Für ein einzigartiges Raumgefühl sorgen außerdem die riesigen wasserseitigen Fenster mit fünf Metern Höhe. Je zwei Terrassen pro Penthaus, einmal nach Osten und einmal nach Westen ausgerichtet, runden das Ensemble ab. Eine Sauna kann nach Absprache eingebaut werden. Wer sein eigenes Boot mitbringt, kann dieses auf einem der 23 Bootsliegeplätze in der eigenen Bootsgarage parkieren.

Penthaus Maximilianhof

In der Linzer Schillerstraße wartet eine hochmoderne Erstbezug-Penthaus- Wohnung mit Dachterrasse auf seine neuen Bewohner. Das Objekt, das auf über 200 Quadratmetern Luxus pur bietet, steht nicht zum Verkauf, sondern wird vermietet, die Vermittlung erfolgt durch Next Immobilien. Der hauseigene Lift bringt Bewohner und Gäste in die untere Wohnetage. Von dort aus geht es über die frei schwebende Treppe ins Dachgeschoß. Während vor allem im Sommer die großzügige Terrasse für Entzücken sorgt, gibt es für die kalten Tage einen modernen Kamin, der zu kuscheligen Stunden einlädt. Penz Immobilien hat aktuell gleich zwei Penthäuser in Linzer Lieblingslagen im Portfolio. Auf dem Auberg befindet sich eine sonnige Loftwohnung mit Terrasse. Die Dachschrägen wurden mittels gut durchdachter Innenarchitektur und hochwertiger Tischlerarbeiten perfekt in den Wohnraum integriert. Am Pöstlingberg entsteht ein 134 m2 großes Penthaus mit 70 m2 großer Dachterrasse , die einen atemberaubenden Ausblick über die Dächer der Nachbarschaft sowie über das zauberhafte Donautal bis hin zu den Alpen bietet. Das barrierefreie Objekt ist durch einen Lift auch von der Garage aus bequem erreichbar.

Günter Penz von Penz Immobilien:

Wir suchen Penthaus-Wohnungen für zahlreiche Kunden in Linz und Wien. Gefragt ist unter anderem: Eine gewisse Größe, barrierefrei und ein uneinsehbarer Außenbereich – da wird die Angebotsluft schon dünn.

Penthaus Pöstlingberg

Innere Werte.

Wer ein solches Schmuckstück sein Eigen nennen kann, darf sich freuen. Bei der Einrichtung des neuen Heims sollte wie immer ein besonderes Augenmerk auf der Küche liegen, immerhin ist sie das Herzstück eines jeden Zuoder Penthauses. Küchenprofis wie CASA CUCINA bieten Küchen, die „alle Stückeln“ spielen, Stichwort „next125“ oder ST-ONE. Aber nicht nur das: Wer sich in puncto Einrichtung gerne zurücklehnen möchte, der kann sich von CASA CUCINA-Inhaber Klaus Hauer auch ein Innenarchitektur- Konzept wünschen.

Küche von next125

Für Profis wie die Innenarchitekten von Hoflehner Interiors sind die Wohnungen ganz oben eine willkommene Herausforderung, ganz gleich, ob Dachgeschoßausbauten mit Schrägen oder loftartige Penthäuser. Hier darf ruhig auch einmal quergedacht werden.

Irina Zaiser, Innenarchitektin bei Hoflehner Interiors:

Ich empfinde das Planen mit besonderen Gegebenheiten als sehr reizvoll. Es ist wie ein Rätsel, das es zu lösen gilt. Etwas quer gedacht kann man für Dachschrägen, Nischen und Durchgangsräume reizvolle und gleichzeitig praktische Lösungen finden. In sehr offene Gegebenheiten würde ich mit Raumtrennern und Decken eine schöne Atmosphäre schaffen.

Kleiderschrank von Rimadesio

Das i-Tüpfelchen für das perfekte Heim machen natürlich die feinen Details wie Farben und Stoffe: an der Wand, als Vorhang oder Möbelbezug. Gerade in architektonisch verzwickten Situationen – Stichwort „Dachschrägen“ – kann man hier gut tricksen, wenn man weiß wie. In puncto Möblierung gilt: Zu wenige Möbelstücke lassen Penthaus und Dachgeschoßwohnung schnell zu leer und ungemütlich wirken, zu viele Einrichtungsgegenstände wiederum nehmen ihnen ihren besonderen Charme. Denn die Wohnungen ganz oben überzeugen durch eine gewisse Weite. Im Zweifelsfall gilt also: Weniger ist mehr.

Klaus Tikal, Inhaber der Tikal GmbH:

Die Zimmer unter dem Dach lösen durch viel Feingefühl für Farben und eine optimale Lichtgestaltung eine ganz besondere Faszination aus. Eine weitläufige Optik erzielt man durch das Streichen der Decke und Schrägen in derselben hellen Farbe. Bei Gestaltung der Giebelseite in einem kräftigen Farbton entrückt die Schräge aus dem Blickfeld. Eine dunklere Farbe zwischen Bodenleiste und Kniestock lässt den Raum erstrecken.

Autor: Sarah Estermann, 22.09.2021