Werner Töpfl: Der Mann mit dem Plus-Pol bei Banner
- Wie fühlt es sich als erster externer CEO an, die knapp 90-jährige Geschichte von Banner mitzugestalten?
- Wie viel unternehmerische Freiheit bringt diese Rolle mit sich?
- Wo geben Sie künftig Gas?
- Verdrängt die E-Mobilität bald die klassische Bleibatterie?
- Wie trotzt der Familienbetrieb Banner globalen Riesen?
- Was ist Ihr Rezept für Resilienz?
- Wo steht Banner im Jahr 2030?
Wie fühlt es sich als erster externer CEO an, die knapp 90-jährige Geschichte von Banner mitzugestalten?
Werner Töpfl: Hervorragend – ich bin auf ein großartiges Team gestoßen. Besonders reizvoll ist die Aufgabe, ein Traditionsunternehmen behutsam zu modernisieren und die bestehende Patina durch konsequente Digitalisierung abzulösen. Dass mir die Eigentümer die Alleingeschäftsführung anvertraut haben, entspricht meinem unternehmerischen Naturell. Nach Stationen im Beteiligungsmanagement und als CFO war der Schritt in die Gesamtverantwortung für mich auch logisch.
Wie viel unternehmerische Freiheit bringt diese Rolle mit sich?
Werner Töpfl: Wir haben eine klare Corporate Governance und eine Geschäftsordnung etabliert. Diese regelt, welche Entscheidungen ich treffe und wann der Beirat eingebunden wird, mit dem ich mich quartalsweise abstimme. Ich schätze das mir entgegengebrachte Vertrauen sehr: Eine lange Leine verschafft mir Freiraum, um das Unternehmen voranzubringen.
Wo geben Sie künftig Gas?
Werner Töpfl: Im Zuge unseres neuen Markenauftritts haben wir Werte wie Kundennähe, Weitsicht, Verlässlichkeit und vor allem Performance geschärft. Da ich aus einer dynamischen Branche komme, sehe ich beim Thema „Geschwindigkeit“ noch Potenzial: Wir müssen agiler werden und unsere Leistungsfähigkeit als Kernwert verankern, der zudem als Leuchtturm für die Mannschaft dient. Der steigende Wettbewerb aus Asien und schwierigere Bedingungen am Standort Österreich erfordern mehr Einsatz als früher. Wir müssen schneller werden, um unsere Position zu behaupten.
Verdrängt die E-Mobilität bald die klassische Bleibatterie?
Werner Töpfl: Tatsächlich benötigt fast jedes E-Auto eine Bordnetzbatterie zur Stabilisierung der Systeme. Sie versorgt sicherheitsrelevante Funktionen wie ABS oder die Bremskraftverstärkung. Würden diese direkt am Antriebsakku hängen, wäre das Fahrzeug bei einer Entladung der Hochvolt-Batterie nicht manövrierfähig. Da diese Bordnetzbatterien aktuell meist Blei-Säure-Batterien sind, bleibt unser Kernprodukt auch in der E-Mobilität essenziell. Wir positionieren uns aktuell massiv in diesem Bereich, da dieser Trend gerade erst richtig an Fahrt gewinnt.
Wie trotzt der Familienbetrieb Banner globalen Riesen?
Werner Töpfl: Wir sind fest unter den Top 5 in Europa etabliert. Unser Asset heißt Kundennähe: Wir betreiben in 13 europäischen Ländern eigene Vertriebsniederlassungen und betreuen vor Ort persönlich statt über Callcenter. In Zeiten instabiler Lieferketten setzen viele auf uns. Sie zahlen lieber eine Spur mehr für eine verlässliche europäische Supply Chain, als Lieferausfälle bei asiatischer Ware zu riskieren.
Was ist Ihr Rezept für Resilienz?
Werner Töpfl: Am Ball bleiben, Chancen streuen und immer einen Plan B haben!
Wo steht Banner im Jahr 2030?
Werner Töpfl: Unser Fundament bleibt das erfolgreiche Kerngeschäft mit Blei-Säure-Batterien. Gleichzeitig haben wir uns technologisch geöffnet und ergänzen unser Portfolio um Lithium-Ionen-Lösungen. Damit erschließen wir neue Märkte – von Caravan- und Bootsanwendungen bis hin zu Tiny Houses. Parallel dazu bauen wir unser Geschäft mit Industriespeicherlösungen aus. So verbinden wir die Stärke eines Traditionsunternehmens mit der Innovationskraft eines modernen Energieanbieters. Und was meinen Akku betrifft: Intensive Tage gehören dazu – aber mit einem starken „Team Banner“ geht mir der Saft nicht so schnell aus!