Schokolade: Von Osterhasen & Naschkatzen

Ist es Zufall, dass Schokolade immer wieder als Wundermittel gegen kleinere und größere Wehwehchen zum Einsatz kommt? Man denke an „Harry Potter“, wo der junge Zauberer nach seiner ersten Begegnung mit den fiesen Dementoren eine Schokolade zur Kräftigung bekommt. Oder an den wunderbaren Film „Chocolat“ mit Juliette Binoche und Johnny Depp, in dem Schokolade nicht zuletzt zur Steigerung der Libido zum Einsatz kommt. Hat Schokolade vielleicht sogar etwas Magisches an sich? Die Antwort lautet ganz klar: Ja!

Früchte des Kakaobaums

Zauberwort Cacao.

Die Maya und nach ihnen die Azteken waren die Ersten, die aus den Früchten des Kakaobaumes Schokolade herstellten. Allerdings wurde diese damals noch als Getränk genossen, ohne Zucker, dafür aber mit verschiedenen Gewürzen, wie beispielsweise Chili, angereichert. Kakao war der Elite vorbehalten und war so kostbar, dass er gar als Grabbeigabe diente. Auf den Gefäßen, in denen man die wertvolle Substanz verwahrte, waren Schriftzeichen angebracht, die das Wort „Cacao“ darstellen. Mit den spanischen Eroberern kam die Köstlichkeit im 16. Jahrhundert nach Europa, wo sie, mit Zucker gesüßt, ebenfalls getrunken wurde. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Schokolade in Form gebracht – es entstand die Tafelschokolade. Die Erfolgsgeschichte der Schokolade war nicht mehr aufzuhalten. Eine Nation war daran in der Folge ganz maßgeblich beteiligt: die Schweizer, natürlich.

Turm von hangeschöpften Schokoladen

Andersmacher.

Es scheint so, als hätte Schokolade etwas Magisches, aber auch etwas Abenteuerliches und Leidenschaftliches an sich. In Österreich treten diese Eigenschaften seit einiger Zeit erfreulicherweise gepaart mit einem Bewusstsein für höchste Qualität und soziale Verantwortung auf. Einer der Vorreiter in diesem Zusammenhang ist ohne Zweifel Josef Zotter, Chocolatier, Bio-Landwirt und „Andersmacher“. Der Erfinder der handgeschöpften Schokolade ist nicht nur innerhalb Österreichs der wahrscheinlich bekannteste Schokoladenmacher, er gehört auch zu den Top 25 der Welt. Statt auf Outsourcing setzte er in den vergangenen Jahren auf Insourcing und ist heute einer der wenigen unabhängigen Bean-to- Bar-Produzenten. Und der Einzige, der ausschließlich bio und fair produziert. Aus seiner Manufaktur wurde mehr, nämlich ein Kompetenzzentrum für Schokolade, in dem mittlerweile auch Tochter Julia ihren Platz eingenommen hat. Heute findet man im steirischen Riegersburg neben der Manufaktur nicht nur den Schoko-Laden mit über 500 Sorten, sondern auch ein Schoko-Laden-Theater, einen Essbaren Tiergarten und vieles mehr.

Chocolatier und Unternehmer Josef Zotter:

Genuss ist, wenn ich danach dankbar und demütig sein kann, weil jemand seine Bestes gegeben hat. Genuss ist auch nicht alltäglich, sondern selten und wahrscheinlich deswegen so besonders und viele suchen danach. Alles, was es im Übermaß gibt, ist meist nicht genussfähig. Einen besonders guten Wein finden, dazu Geschichten erzählen. Mit dem Bewusstsein, dass dieser Wein morgen nicht mehr da sein wird. Außer die Flasche ist groß ... (lacht).

Schoko-Ostereier von Zotter

Schokoladen-Visionär.

Im oberösterreichischen Allhaming ist Maître Chocolatier Helmut Wenschitz zu Hause, einer der ersten Schokoladensommeliers Österreichs. Der gelernte Bäcker und Konditor schaffte es, sich mit unermüdlichem Eifer – über die Grenzen Österreichs hinaus – einen Ruf als Chocolatier der Spitzenklasse aufzubauen. Sein Name steht für erstklassige Confiserie- Spezialitäten, in denen sich klassisches Handwerk und feine Zutaten von höchster Qualität mit innovativen Ideen und spannenden Aromen vereinen. Eine besondere Spezialität von Wenschitz ist die Pure Nacional, die seltenste Kakaobohne der Welt, die der Meister auf einer seiner Reisen durch Südamerika entdeckte und heute exklusiv nach Österreich einführen darf. Allen Interessierten steht die Pralinenwelt in Allhaming offen, um in die köstliche Welt der Schokoladen und Pralinen einzutauchen.

Maître Chocolatier Helmut Wenschitz:

Wir nehmen nur die besten Rohstoffe, die uns die Natur anbietet und veredeln diese mit Handwerkskunst zu unseren frischen Confiserie-Spezialitäten. Konservierungsstoffe, künstliche Stabilisatoren, Palmfett usw. werden bei unseren Produkten nicht eingesetzt. Frische ist das oberste Credo.

Pralinen von Wenschitz

Choco Culture.

Ein weiteres Schokoladen-Familienunternehmen befindet sich mit der Bachhalm Schokoladenmanufaktur in Kirchdorf an der Krems. Für seine Kreationen verwendet Maître Chocolatier Johannes F. Bachhalm nur die edelsten, nachhaltig angebauten Kakaosorten aus den besten Anbaugebieten. Mit seinen einzigartigen Pralinenmischungen und Schokoladen hat Bachhalm bereits viele Auszeichnungen und Preise erhalten – zuletzt beim 3. Internationalen Konditorenwettbewerb. Sein Credo: „Wenn Genuss am Gaumen beginnt und bei der Seele endet, dann ist es Bachhalm Choco Culture.“

Pralinen von Bachhalm

Fruchtig.

Bei Frucht & Sinne in Frankenmarkt steht, wie der Name schon verrät, neben Schokolade die Frucht im Mittelpunkt. Als Pioniere der Gefriertrocknung haben Christina und Thomas Kibler einen Weg gefunden, das Beste aus ihren Früchten herauszuholen, nämlich den puren, intensiven Geschmack. Diese Früchte bilden die Basis für eine ganze Reihe von köstlichen Kreationen: Die lustig bunten Fruchtschokoladen sind nicht nur ein Augen-Schmaus. Bei den gefüllten Schokoladen kommt neben der zartbitteren Schokolade die Frucht hervorragend zur Geltung. Und wer es noch fruchtiger mag, der entscheidet sich für die einzigartigen Fruchtpralinen: Hier werden kurzerhand österreichische Früchtchen in Schokolade getunkt.

Bunte Mandeln

Martin Mayer in Meggenhofen knüpft bei seinen Schokoladen an die alte Tradition des Mahlens der Kakaobohnen mittels Steinmühle an. Für seine „Single Origins“ wird ganze 96 Stunden lang gemahlen, um alle störenden Nebentöne loszuwerden. Die Früchte, die er verwendet, kommen aus der nächsten Umgebung, zum Beispiel von der eigenen Streuobstwiese. Am liebsten verwendet Mayer alte Sorten. Das sorgt für erstklassigen Geschmack und ist nachhaltig, denn so wird dafür Sorge getragen, dass die alten Sorten von Apfel, Birne und Co. erhalten bleiben. Wenn man bedenkt, dass rund 80 Prozent der Schokolade auf dem Weltmarkt von nur drei globalen Playern produziert werden, muss man anerkennen: Es ist ein Geschenk, dass wir in unserem Land so viele qualitätsvolle Schokoladenhersteller haben, die für Abwechslung sorgen. In diesem Sinne: Frohe und vor allem süße Ostern!

Mayer Schokoladen
Autor: Sarah Estermann, 22.03.2021