Rent me - if you can!

Herr und Frau Österreicher ziehen in ihrem Leben durchschnittlich sechs Mal um. Je jünger sie sind, desto flexibler und übersiedelungsfreudiger, während sich im Alter dann langsam die Sesshaftigkeit breitmacht. Der erste Weg raus aus dem Elternhaus führt meist in eine Mietwohnung. Ach, die erste Wohnung! Da sind die Ansprüche noch klein, genauso wie das Budget. Doch das ändert sich: Die Ansprüche steigen. Die nächste Wohnung soll größer sein, in einer besseren Lage, schöner eingerichtet – und mit Balkon, natürlich! Da wird die Luft auf dem Immobilienmarkt schon dünner, ganz gleich, ob man ein Miet- oder ein Eigentumsobjekt sucht. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die meisten von uns von einem Einfamilienhaus mit Garten träumen. Aber dieser Traum lässt sich eben nicht immer verwirklichen. Und auch das Wohnen zur Miete hat so einiges für sich. Mehr Unabhängigkeit, weniger Verantwortung zum Beispiel. Österreich hat übrigens nach wie vor eine sehr niedrige Wohneigentumsquote. Sie liegt bei nur 48,8 Prozent und damit im europäischen Vergleich weit hinten. Lediglich die beiden Nachbarländer Deutschland und die Schweiz haben noch geringere Wohneigentumsquoten.

Tosca von JOKA

Mietmarkt.

Bei Engel & Völkers Oberösterreich weiß man es ganz genau: „Dieser ausgeprägte Mietmarkt entwickelt sich parallel zu den Immobilienpreisen in Österreich ebenfalls steigend. Laut Statistik Austria erhöhte sich die durchschnittliche Nettokaltmiete vom 4. Quartal 2019 zum 4. Quartal 2020 um rund fünf Prozent auf 6,30 Euro pro Quadratmeter. Städte wie Wien, Salzburg, Innsbruck oder Bregenz liegen mit zweistelligen Durchschnittsmieten aber weit über diesem Niveau.“ Fazit: Kaufen ist teuer, Mieten auch. Kein Wunder, dass die Nachfrage bei gemeinnützigen Wohnbauträgern größer ist denn je. Und es ist ein Glück, dass es gerade in Oberösterreich eine rege Bautätigkeit in diesem Segment gibt. Nach oben hin scheint es ja preislich fast keine Grenzen zu geben. So findet man in Wien durchaus Mietwohnungen um sage und schreibe 10.000 Euro – pro Monat, wohlgemerkt! Ein gutes Maklerbüro findet aber natürlich auch einen attraktiven Mittelweg für Wohnungssuchende. Von der zentral gelegenen Garconniere über die gediegene Altbauwohnung bis hin zur Penthauswohnung und sogar bis zum Haus mit Garten hat der wahre Immobilien-Profi meist eine große Auswahl zu bieten. Und der Vorteil ist: Es muss eben nicht für immer sein. Solange man zur Miete wohnt, kann man ein Objekt suchen, das für einen bestimmten Lebensabschnitt genau passt – und nicht zwangsweise für die Ewigkeit!

Küche von HAKA 1

Kitchen Stories.

Wie dem auch sei – eine günstige Mietwohnung möchte genauso sorgfältig eingerichtet werden wie eine teurere. Allerdings sollte man dabei im Hinterkopf behalten, dass es vielleicht nicht für die Ewigkeit ist. Gerade das Thema „Küche“ ist bei Mietwohnungen manchmal ein leidiges. Die Wohnung gefällt gut, passt vom Mietpreis her, aber: Die Küche muss der Mieter mitbringen. Das macht die Entscheidung vor allem in Hinblick darauf, dass man irgendwann wieder auszieht, schwierig. Dina Moiceanu von HAKA Küche rät in diesem Zusammenhang dazu, eher auf ein zeitloses Design zu setzen und auch bei den Küchengeräten auf Qualität zu achten.

Dina Moiceanu von HAKA Küche:

Grundsätzlich gilt für Küchen in Mietwohnungen der gleiche Tipp wie für Küchen in Eigentum: Gute Qualität zahlt sich aus! Ich empfehle jedoch meinen Kunden, bei der Farbwahl zu neutralen zeitlosen Farben zu greifen, da dadurch die Chance hoch ist, dass die Küche auch einem möglichen Nachmieter zusagt und diese somit weiterverkauft werden kann. Langlebige hochwertige Geräte steigern hierbei den Weiterverkaufswert oder lassen sich auch problemlos in eine zukünftige Wohnung mitnehmen.

Küche von HAKA 2

Denn beides kann hilfreich sein, wenn man die Küche einem potenziellen Nachmieter verkaufen möchte – Stichwort „Ablöse“. Gerade zu Beginn eines neuen Mietverhältnisses kann kostenmäßig einiges zusammenkommen: die Kaution – auch wenn man diese später idealerweise wieder zurückbekommt –, die Provision und dann eben noch die Kosten für eine neue Küche. HAKA hat in diesem Fall eine gute Lösung, nämlich eine Finanzierung mit bis zu 36 Raten ohne versteckte Kosten. Zum Glück müssen nicht bei jeder neuen Wohnung auch alle Möbelstücke neu gekauft werden. In puncto Behaglichkeit und Wohlfühlfaktor ist allerdings ein Stück ganz zentral: das Sofa.

Minotti

Hier verbringen wir die entspannten Stunden des Tages, deshalb sollten wir da auch keine Kompromisse eingehen. Gerade bei kleineren Wohnungen lohnt es sich, in ein hochwertiges Modell mit Bettfunktion zu investieren, damit auch Platz für Übernachtungsgäste ist. Ähnliches gilt fürs Bett, auch hier sollte man nicht sparen, denn Sie wissen ja: Wie man sich bettet, so liegt man!

Anna Kapsamer-Fellner, Geschäftsführung JOKA:

Ein gemütliches Sofa ist essenziell. Es geht um das gemütliche, erholsame Beisammensein mit der Familie oder Freunden. Der Entspannungsfaktor ist ganz entscheidend. Mittlerweile ist es ja meist so, dass Wohn- und Essbereich zusammenwachsen, auch in kleineren Wohnungen. Da ist es ganz wichtig, dass ein bequemes und optisch ansprechendes Sofa vorhanden ist. Immer gefragter wird die Chaiselongue zum Füßeraufgeben, ein weiteres Element, das zum Liegen und Kuscheln einlädt.

Laguna

Was bei uns noch eher unüblich ist, erscheint in anderen Ländern ganz normal, nämlich dass man ein komplett möbliertes Objekt mietet. Einerseits mag das praktisch erscheinen, andererseits bleibt wenig Platz für die eigene Kreativität. Naturgemäß fehlt auch der persönliche Touch, wenn beispielsweise das Lieblingsmöbelstück nicht mit übersiedeln konnte. Im gehobenen Segment gibt es natürlich durchaus stylish eingerichtete Wohnungen, in preiswerteren Sphären bleibt die Qualität der Möbel zu hinterfragen. Allerdings sind fertig möblierte Mietwohnungen vor allem bei Kunden gefragt, die aus beruflichen Grunden übersiedeln. Und hier spielt der Mietpreis oft eine untergeordnete Rolle.

Next Immobilien

Detailverliebt.

Sollte es doch einmal für länger sein, zahlt es sich aus, auch den Details Aufmerksamkeit zu schenken: Nackte Glühbirnen, das muss wirklich nicht sein. Schöne Lampen gibt es an den verschiedensten Orten in allen Preiskategorien. Auch müssen nicht immer alle Wände weiß bleiben. Farben oder gar Tapeten bringen Stil und Stimmung. Bei der richtigen Wahl können der Innenausstatter oder Interior Designer des Vertrauens helfen.

Tapete HOMESELECT

Aber Vorsicht! Wenn man eines Tages doch wieder ausziehen will, gilt: Grundsätzlich muss die Wohnung so zurückgegeben werden, wie sie übernommen wurde. Eine gewöhnliche Abnützung ist allerdings mit dem Mietzins bereits abgegolten. Und zur gewöhnlichen Abnützung gehören auch abweichende Wandfarben. Jedoch hat der Vermieter bei Rückgabe der Wohnung ein Recht auf helle Wandfarben, die aber eben nicht unbedingt weiß sein müssen. Allzu bunt sollte man es trotzdem nicht treiben, sonst besteht die Gefahr, dass ein Teil der Kaution einbehalten wird. Gerade in Zeiten, in denen die Preise für Eigentumsobjekte explodieren, ist das Mieten wieder angesagt. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Autor: Sarah Estermann, 23.09.2021