Österreichs einzigartiges UNESCO-Welterbe

Das Gute liegt so nah! Österreich ist mit zehn Orten auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten vertreten. Die Leitidee ist, künstlerische Meisterwerke beziehungsweise einzigartige Naturlandschaften bewusst in den universellen Kontext der Geschichte der Menschheit zu stellen und gemeinsam zu schützen.
Autor: Magdalena M. Fuchs, 07.06.2022 um 15:20 Uhr

Salzburg

  • Historisches Zentrum der Stadt Salzburg
    Die Altstadt von Salzburg ist ein herausragendes Beispiel einer kirchlichen Residenzstadt im Herzen Europas. Sie zeichnet sich aus durch ihre eng mit der umgebenden Natur verbundene Stadtlandschaft und die hohe Anzahl kirchlicher und weltlicher Bauwerke verschiedener Jahrhunderte und Stilepochen. Das kulturelle Erbe Salzburgs zeugt vom fruchtbaren Austausch zwischen Nord- und Südeuropa, angeregt durch aus Italien berufene Künstler. Bemerkenswert ist zudem Salzburgs Identität als Musik und Kulturmetropole, basierend auf der mit ihrem berühmten Sohn W. A. Mozart begründeten Musiktradition und den von Theatermacher Max Reinhardt gegründeten Festspielen.

  • Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
    Als ein ungewöhnliches archäologisches Welterbe können die Pfahlbauten des Alpenraums gesehen werden, da sie im Wasser verborgen liegen. Von den 111 ausgewählten Pfahlbau-Fundstellen in einigen europäischen Ländern bilden fünf Fundorte an Attersee, Mondsee und Keutschacher See den heimischen Beitrag zu dieser transnationalen Welterbestätte. Die Pfahlbauten illustrieren die Lebensweise ihrer Bewohner in der Jungsteinzeit, Bronze und Eisenzeit! Die unter Wasser, in Feuchtgebieten, an See und Flussufern erhaltenen Dorfruinen liefern reiche Funde von Fragmenten aus Holz, Textilien, Pflanzen oder Knochen, die präzise auf Landschaft, Alltag, Ackerbau, Viehzucht und technische Neuerungen der ersten sesshaften Mitteleuropäer hinweisen.
Grazer Uhrturm

Steiermark

  • Stadt Graz - Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg
    Graz wurde als Schnitt punkt und Handelszentrum zwischen Donauraum und Adria dank Zuzug aus umliegenden Ländern zur multikulturellen Drehscheibe. Der Einfluss der Grazer Patrizierfamilie Eggenberg und die Nutzung ihres Anwesens als höfischer Sitz zeigen sich durch die Wegachsen, die den Stadtkern mit Schloss Eggenberg verbinden. Historisches Zentrum und Schloss demonstrieren eine harmonische Integration der architektonischen Stile aufeinanderfolgender Epochen – ablesbar am facettenreichen Stadtbild und an seinen unter der weitläufigen Dachlandschaft verborgenen Bauwerken der Gotik, Renaissance, des Barock, Historismus und Jugendstils wie der Moderne. Stadt Graz – historisches Zentrum und Schloss Eggenberg.

Oberösterreich

  • Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut
    Die alpine Region Salzkammergut ist eine außergewöhnliche Kulturlandschaft. Sie ist von einzigartiger Schönheit und wissenschaftlichem Interesse – infolge des Salzabbaus zu prähistorischer Zeit. Der weltweit älteste, noch heute bewirtschaftete Bergbau und seine archäologischen Funde stehen für die Epoche der „Hallstatt zeit“. Die landschaftsprägenden Bewirtschaftungsformen des Salzberges und seiner angrenzenden Wälder haben kulturhistorische Spuren hinterlassen. Von der Blütezeit der Salzwirtschaft zeugt auch das architektonische Erbe von Hallstatt mit seinem gotisch-barocken Ensemble. Vielfältige Flora und Fauna, Karst, Gletscher und Eishöhlen zeichnen den Gebirgsstock des Dachsteins aus. In dieser Kulturlandschaft verbinden sich Natur und Kultur in harmonischer Art und Weise.
  • Alte Buchenwälder und Buchenurwälder
    Rotbuchen sind in Europa heimisch und zeichnen sich durch ihre Anpassungsfähigkeit aus. Früher beherrschten Buchenwälder das Landschaftsbild Mitteleuropas, heute sind nur noch wenige in ihrer natürlichen Form erhalten und daher besonders schützenswert. Sie stellen ein hervorragendes Beispiel für die Wiederausbreitung und Entwicklung von Ökosystemen seit der letzten Eiszeit dar. Das Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich beinhaltet den ausgedehntesten Buchenurwald des Alpenbogens. Buchen mit einem Alter bis zu 500 Jahren zeugen von der Unberührtheit der Wälder. Der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ist das weitläufigste Buchenwaldschutz gebiet der Alpen. Einzigartig sind die teilweise völlige Unberührtheit der Wälder und die damit verbundene reiche Artenvielfalt in diesen ursprünglichen Ökosystemen.

Niederösterreich

  • Semmeringeisenbahn
    Als Revolution des Schienenverkehrs kann die Semmeringbahn ohne Weiteres bezeichnet werden. Das Meisterstück der Ingenieurskunst stellt eine hervorragende technische Lösung für eine der brennendsten Herausforderungen bei der Errichtung von Bahntrassen im frühen Eisenbahnbau dar. Mit einer Länge von 41 km zwischen 1848 und 1854 erbaut, war sie die erste normal und zweispurige Gebirgsbahn Europas! Mit Tunneln und Viadukten konnten erstmals höhere Regionen mit der Eisenbahn erschlossen werden. Landschaftlich sehr reizvolle Regionen wurden auch für Wohn- und Erholungszwecke leicht zugänglich gemacht. So entstand eine neue Kulturlandschaft der Sommerfrische mit ihren typischen Hotels und Villen.
  • Wachau
    Die Wachau markiert eine einzigartige Flusslandschaft. Das von Bergen gesäumte Donautal zwischen Melk und Krems stellt einen Kulturraum von herausragendem historischem Wert dar. Es gibt zahlreiche Zeugnisse für die lange geschichtliche Entwicklung der Region: von der steinzeitlichen Statuette der „Venus von Willendorf“ über die römischen Befestigungen des Limes bis zu Burgruinen wie Dürnstein und zu den prunkvollen Barock-Stiften Göttweig und Melk. Die Dörfer und Städte illustrieren neben den Weinterrassen eine mittelalterliche Landschaft, die sich im Laufe der Zeit organisch und harmonisch entfaltet hat. Die durch schroff e Felswände und naturbelassene Auwälder geprägte Naturkulisse des gewundenen Donaulaufs zählt zu den markantesten Regionen Mitteleuropas.
Historisches Zentrum in Wien

Wien

  • Historisches Zentrum von Wien
    Das Zentrum von Wien bildet ein einzigartiges Stadtdenkmal. Sein reiches architektonisches Erbe sowie die über 2.000 Jahre gewachsene städtebauliche Struktur – vom römischen Vindobona über die befestigte Residenzstadt bis zur Ringstraße – bezeugen Wiens kulturelle Tradition von universellem Wert. Drei Schlüsselepochen der europäischen Entwicklung – Mittelalter, Barock und Gründerzeit – prägen bis heute die einstige Metropole des Habsburgerreiches, das über 600 Jahre lang die Geschichte Europas maßgeblich mitbestimmte. Im großzügig angelegten Stadtkern und an seinen zahlreichen Monumentalbauten werden bis heute der imperiale Stil und sein hoher Repräsentationsanspruch manifest.
  • Schloss und Gärten von Schönbrunn
    Schloss und Park von Schönbrunn stellen eines der eindrucksvollsten und am besten erhaltenen barocken Ensembles in Europa dar. Schönbrunn war mehr als 300 Jahre kaiserliche Sommerresidenz und symbolisiert Macht und Einfluss des österreichischen Kaiserhauses Habsburg. Die aus einem kaiserlichen Jagdschloss hervorgegangene Anlage ist über viele Jahrhunderte gewachsen und legt Zeugnis ab vom jeweiligen Geschmack ihrer Bewohner und ihrer Zeit. Johann Bernhard Fischer von Erlach baute das Anwesen zur hochbarocken Residenz aus, während die unter Kaiserin Maria Theresia errichteten Interieurs einen Höhepunkt höfischer Wohnkultur und kaiserlicher Repräsentation darstellen.
Fertő am Neusiedler See

Burgenland

  • Fertő – Neusiedler See
    Fertő – Neusiedler See ist eine einzigartige Grenzregion. 8.000 Jahre lang trafen sich unterschiedliche Kulturen in diesem Landstrich zwischen dem Burgenland und Ungarn. Aus der Begegnung finnougrischer, slawischer und germanischer Ethnien resultiert eine vielfältige Kulturlandschaft. Klimatische und ökologische Sphären überlappen einander, eine hohe Artenvielfalt in Flora und Fauna kennzeichnet die formenreiche Region. Der See mit seinem Schilfgürtel ist Herzstück dieses länderübergreifenden Welterbes. Die Weite seines Horizontes, die von Nord- und Ostsee kommenden Vogelschwärme sowie leicht salzhaltiges Wasser erinnern an ein fernes Meer.