Im Portrait: Manuel Schüttengruber

Wie und in welcher Reihenfolge haben Sie Ihre vielen Talente entdeckt und letztendlich Ihre Berufung(en) gefunden?

Begonnen hat alles 2010 mit der Gründung der Fahrschule fairdrive. Durch diese berufliche Veränderung haben sich immer wieder neue Herausforderungen aufgetan, die ich dann versucht habe, selbst zu lösen. So konnte ich auch an mir neue Seiten entdecken und bin unter anderem zum Hypnosecoach gekommen. Viele Menschen leiden an verschiedensten Ängsten, so etwa auch unter Prüfungsangst und das ist bei einer Führerscheinprüfung natürlich sehr kontraproduktiv. Um dem Abhilfe zu schaffen, habe ich mich mit dem Phänomen Hypnose auseinandergesetzt und schlussendlich durch diese Ausbildung meine Praxis in Leonding eröffnet. Bei der Ursachenforschung bei Schmerzen, wo die Schulmedizin nicht mehr weiterweiß, hilft mir meine zusätzliche Ausbildung als Sportmasseur und Personaltrainer ungemein. Das eine hat sozusagen das andere ergeben.

Körperliche Probleme haben oft mentale Auslöser oder können mental behandelt werden. Beschreibt dies Ihren Alltag?

Menschen, welche in irgendeiner Form nicht mehr weiterwissen, melden sich bei mir in der Praxis. Wir besprechen das Problem und entweder beheben wir es sofort, lassen es ärztlich abklären oder legen einen Maßnahmenplan fest. Da ich auch mit einem Orthopäden und einem Physiotherapeuten zusammenarbeite, kann ich auch hier sofort weiterhelfen, wenn wir feststellen, dass eine weitere Abklärung notwendig ist.

Steckbrief Manuel Schüttengruber

Wie wichtig ist Hypnose bei der Ursachenfindung von körperlichen Symptomen?

Hypnose kann hier sehr gut helfen! Im Zuge einer Unterbewusstseinsbefragung gibt das Unterbewusste die ehrlichsten Antworten. Das Unterbewusste kann nämlich nicht lügen. Dadurch findet man unter Hypnose die Ursache des Problems heraus und kann es sofort beheben oder wenn dies nicht möglich ist, muss die Ursache im Anschluss von einem Mediziner abgeklärt werden. Der Spruch „Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man es schon“ – was sagen Sie zu jemanden, der es dennoch nicht schafft, weil er vielleicht ein Handicap hat und dennoch immer wieder mit diesem Satz konfrontiert wird? Jede Blockade hat einen Auslöser oder einen Grund. Wenn man diesen findet und behebt, gibt es diese Blockade nicht mehr und man ist frei. Unser Geist nimmt sehr oft Dinge anders wahr, als diese wirklich sind oder waren und kann somit das weitere Leben in irgendeiner Weise blockieren.

Im Familienbetrieb fairdrive und als „Fahrschullehrer für alle“ haben Sie vielen eine neue Welt aufgetan und deren Leben gleich um einiges lebenswerter gemacht. Ist Ihre Idee aufgegangen wie geplant?

Um ehrlich zu sein, noch nicht ganz. Leider erreichen wir viel zu wenig Betroffene in ganz Österreich, die daher nichts über die Möglichkeit erfahren, dass sie trotz Handicap bei uns einen Führerschein machen können. Hier fehlt es uns jedoch an Budget, um groß Werbung machen zu können. Wir haben hohe Kosten bei der Adaptierung der Fahrzeuge und es ist uns ganz wichtig, dass die einzelne Fahrstunde nicht teurer sein darf als für den „normalen“ Führerscheinanwärter. Somit läuft unsere Werbung eher über Mundpropaganda. Aber wenn jemand, der gewisse Schwierigkeiten hat, von unserer Fahrschule erfährt, ist derjenige bestimmt froh darüber. Wirtschaftlich darf man hier nicht kalkulieren, aber ich denke, man muss seinen sozialen Beitrag leisten und hier wollen wir einfach auch Menschen mit Handicap eine Chance geben, den Führerschein zu machen und somit ein selbstständigeres Leben zu realisieren.

Autor: Friederike Ploechl, 29.11.2021