Ihre Antwort bitte: Leo Jindrak IV.

Ihrem Beruf Figur zu wahren, ist ja nahezu eine Herausforderung. Wie halten Sie sich fit?

Leo Jindrak IV.: Unsere Mehlspeisen haben ja keine Kalorien, sie bestehen nur aus Glücksgefühlen ... (lacht.) Aber die Wahrheit ist, dass ich nie etwas anderes Süßes nasche und auch auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung achte. Im Hause Jindrak gehört da etwas Süßes einfach dazu. Oft habe ich schon gehört, wäre ich zu dünn, wäre das keine gute Werbung für meinen Beruf.

Was war Ihre erste selbst gemachte Mehlspeise?

Jindrak: Eine Erdbeeroberstorte für unsere Familie war meine erste selbst gemachte Mehlspeise. Diese wurde dann zu Hause kritisch verkostet und – Gott sei Dank – für gut befunden.

Das Auge isst bekanntlich mit. Wie wichtig ist für Sie die Optik?

Jindrak: Besonders gut aussehende Torten werden natürlich auch gerne gegessen, auch die richtige Vermarktung der Mehlspeise spielt eine besondere Rolle. So sind mir neben meiner Tätigkeit in der Backstube auch die richtige Präsentation und Bewerbung unserer Produkte ein Anliegen. Egal, ob durch die Fotografie oder das Design eines Plakates. Ich bemühe mich immer, unsere Meisterwerke zu promoten.

Welche Vorlieben haben Sie sich aus Ihrer Kindheit bewahrt?

Jindrak: Wenn ich von Essen ausgehe, ist es bestimmt die Liebe zu den Mehlspeisen. Für mich gilt der Grundsatz, dass ich immer alles einmal probieren möchte, um mir dann eine Meinung zu bilden. Das haben mir meine Eltern auch immer so vorgelebt.

Welchen drei Persönlichkeiten würden Sie gerne ein Festtagsmenü bereiten und was dürfte auf keinen Fall dabei fehlen?

Jindrak: Die Persönlichkeiten, welche ich bekoche, sind mir nicht so wichtig. Es soll ein gemütlicher und gesprächiger Abend werden. Das gute Essen werde ich versuchen beizusteuern, da ich gerne koche und zum Abschluss darf natürlich eine Mehlspeise aus dem Hause Jindrak nicht fehlen.

Wobei werden Sie schwach?

Jindrak: Bei gutem Essen in netter Atmosphäre. Davon kann man mich sehr schnell und einfach überzeugen.

Sie sind in einem Familienunternehmen tätig, das seit über 90 Jahren erfolgreich Geschichte schreibt. Was hat Sie veranlasst, dennoch zusätzlich zu studieren?

Jindrak: Alles, was man gelernt hat, kann einem keiner mehr nehmen. Mir bleibt Gott sei Dank noch genug Zeit, neben meiner Tätigkeit im Unternehmen mein Studium abzuschließen und auch hier vieles zu lernen, was mir bei meiner späteren Laufbahn bestimmt einmal helfen wird.

Wo steht das Unternehmen Jindrak in zehn Jahren?

Jindrak: Mein Traum ist es, die bestehende Tradition mit der heutigen Zeit bzw. Zukunft zu verknüpfen. Ich wünsche mir, dass wir eine oder vielleicht sogar die bekannteste Konditorei in Österreich sind und unsere Köstlichkeiten auch über die Grenzen unseres Landes Anerkennung finden. Das gelebte und ausgezeichnete Handwerk soll auch in Zukunft noch weiter fortgeführt werden, doch ebenso wichtig ist mir das Thema „Digitalisierung“ und daher möchte ich das auf allen Ebenen des Unternehmens weiter vorantreiben.

Autor: Friederike Ploechl, 09.06.2021