Ein Leben für die Musik - Missy May

Das Musical „Elisabeth“ verzauberte Missy May einst so sehr, dass sie in der Sekunde wusste, dass sie auch auf die Bühne will, um mit ihrer Stimme das Publikum zu begeistern.
Autor: Friederike Ploechl, 24.10.2022 um 09:22 Uhr

Deine Anfänge als Sängerin bzw. ­Musicalstar – wie war dein Weg zur Bühnenkarriere? 

Tatsächlich mein ­allererster Abend in einem Musical! Mein Vater führte mich in das ­Musical „Elisabeth“ aus! In der Haupt­rolle damals Maya Hakvoort. Sie hat mich in der Sekunde, als sie auf die ­Bühne kam, verzaubert. An diesem Abend fasste ich den Entschluss, Sängerin zu werden. Noch in derselben ­Woche hat mich mein Vater in der ­Musical Company in Wien angemeldet – die Weichen waren gestellt. Später, bei „Starmania“, hat mich unser Vocal Coach Monika Ballwein dann zu meiner ersten Plattenfirma vermittelt.

Wer sind deine Vorbilder?

Mich kann man nicht so leicht beeindrucken. Was ich schätze, sind harte Arbeit, Ehrgeiz, Menschlichkeit, Ehrlichkeit und Loyalität. Musikalisch lerne ich – immer noch – sehr viel von Maya! Mein Seelenmensch war mein viel zu früh verstorbener Vater, um den ich heute noch trauere.

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Was bedeutet dir dein Publikum?

Ohne unser Publikum können wir nicht existieren. Wir geben ihm an einem Abend alles, was wir nur können, wir machen unsere Seele auf! Und als Dank bekommen wir so viel Energie zurück! Es gibt wohl keinen schöneren Job auf der Welt, als auf der Bühne zu stehen und Menschen glücklich zu machen, sie für ein paar Stunden in eine andere Welt zu entführen. Im Musical „Into the Woods“ hast du das Rotkäppchen verkörpert.

Gibt es Parallelen zu dir?                       

Das Rotkäppchen ist bis jetzt meine Lieblingsrolle gewesen. Ich hatte unheimlich Ehrfurcht vor diesem Stück, denn es ist höchst anspruchsvoll. ­Spielerisch, aber vor allem gesanglich. Ich wollte allerdings ein anderes ­Rotkäppchen sein. Ein frecheres, ­mutigeres, aber auch verletzliches. Durchaus Eigenschaften, die man mir nachsagt. Also ja, es steckte sehr viel von mir selbst in dieser Rolle.

Du kommst ja nächstes Jahr nach Linz. Worauf darf sich dein Linzer Publikum freuen?

Ich freue mich darauf, wieder in Linz zu spielen, hier durfte ich viele wunderbare Momente erleben. Im nächsten Jahr gleich zweimal im Brucknerhaus: am 23. Juni mit „Musicalstars – die größten Hits“ und zuvor noch am 11. Februar mit den schönsten Melodien aller „Bond“-Filme. Begleitet werden wir vom Philharmonischen Orchester Györ, während auf einer Leinwand Ausschnitte der Filme zu sehen sein werden. Am 22. Dezember stehe ich dann mit Ramesh Nair und Maya Hakvoort in der PlusCity bei unserem großen Weihnachtskonzert auf der Bühne. v

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