Der Stoff aus dem die Träume sind

Erholsamer Schlaf scheint heute wichtiger denn je. Während wir tagsüber den vielfältigen Anforderungen unserer Arbeitswelt gerecht werden müssen, entwickelt sich unser Zuhause immer mehr zum Ruhepol. Um in den eigenen vier Wänden und hier besonders im Schlafzimmer Erholung finden zu können, braucht es ein durchdachtes Wohlfühlkonzept. Immerhin empfindet nur etwas mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in unserem Land laut einer Studie den nächtlichen Schlaf als wirklich erholsam. Ob beruflicher Stress, das Gefühl, es sei zu warm oder zu kalt in der Schlafraum-Umgebung – es gibt viele unterschiedliche Gründe und Erklärungen dafür. Statt Schäfchen zu zählen oder warme Milch mit Honig zu trinken („Pst“: Angeblich wird auch Bier für guten Schlaf empfohlen), könnte man auch einen Versuch starten und es mit komplett neuen Schlaftextilien versuchen. Am liebsten mit einer Bettwäsche aus Naturtextilien, kombiniert mit der richtigen Betthygiene, denn so schläft man nicht nur besser, sondern auch gesünder. Stoffe sind die sinnliche Seite des Schlafens: lässig elegante Leinenstoffe, edle Seidenbezüge, griffige Baumwolle oder glatter Seidensatin.

Multitalent

Bei aller Sinnlichkeit müssen Stoffe auch ganz praktische Aufgaben erfüllen können. Textilien bestimmen im Wesentlichen unseren Alltag mit, angefangen bei unserer Kleidung und vor allem in unserem Schlafzimmer. Wir schlafen sieben bis neun Stunden in unserer Bettwäsche, liegen auf unserem Laken und unser Gesicht ruht meist direkt am Kopfkissen. Und selbst wenn wir nicht schlafen, chillen wir gern mit der Lieblings-Kuscheldecke auf unserem Bett. Es gibt viele Gründe, schöne Gewebe zu mögen! Mit der Verwendung von Stoffen verhält es sich ähnlich wie mit Wandfarben: Mit geringem Aufwand kann man mit neuen Stoffen für große Veränderungen sorgen. Zum Beispiel Kissenbezüge in neuen Stofffarben geben dem Raum gleich eine ganz neue Note. Das Schlafzimmer ist der Ort, wo Entspannung und Ruhe zu Hause sein sollten. Dazu tragen nicht nur das Bett, Möbel, Bilder und andere Wohnaccessoires bei, sondern auch scheinbar kleine Details wie Farben. Diese wirken direkt auf unsere Gefühle. Sie können uns glücklich oder traurig, munter oder entspannt fühlen lassen. Auch wenn sie keinen bewussten Einfluss auf unseren Schlaf haben, so helfen sie uns doch beim Abschalten, beim Zur-Ruhe-Kommen sowie beim Aufstehen am Morgen.

Süsse Träume

Zur Schlafkultur gehören das Wann, Wo und Wie des Schlafens. Weil der Schlaf und alles, was damit zusammenhängt, generell als sehr persönliche oder gar intime Angelegenheit betrachtet werden, sind Forschungen und Aufzeichnungen zu diesem Thema rar. Für die meisten Menschen ist das Schlafzimmer der wichtigste Raum in der Wohnung. Hier lässt man, vielleicht gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner, die Seele baumeln, findet erholsamen Schlaf oder ist einfach ungestört ganz bei sich.

Servietten von Leitner Leinen

Im Einklang

Der oftmals stressige und hektische Alltag findet seinen Ausgleich durch wohlverdiente Entspannung, vor allem, wenn der Raum mit den richtigen Schlafzimmer-Textilien ausgestattet ist, die nicht nur hochqualitativ, gemütlich und schön anzusehen, sondern auch umweltverträglich sein sollten. Das Bett ist unbestritten meist das dominanteste Möbelstück im Schlafzimmer. Versuchen Sie daher, mit der Farb- und Materialauswahl eine visuelle Einheit aus Ihrem Bett unddem Raum zu bilden, so fügt es sich harmonisch ein.

Wohlfühloase

Das Schlafzimmer wird erst durch seine Textilien zu dem, was es ist: Bettwäsche, Bettlaken, Kissenbezüge, Kuschelrollen, Tagesdecken etc. geben dem Schlafzimmer nicht nur seine individuelle Optik, sondern entscheiden mit darüber, wie erholsam wir hier schlafen. Die perfekte Kombination aus Schlafzimmertextilien, Möbeln, Lichtverhältnissen und Dekoration verführt geradezu zur Erholung. Stoffe und textile Accessoires verleihen Couch, Stuhl oder Eckbank, Fenstern, Wänden und Böden nicht nur einen individuellen Ausdruck, sondern unterstreichen auch den jeweiligen Wohnstil. Nichts setzt wohnlichere Akzente als geschmackvolle Stoffe. Textilien sind das perfekte Mittel, den eigenen vier Wänden schnell und unkompliziert ein neues, individuelles Gesicht zu verleihen. Stoffe spielen in der Raumkonzeption eine sehr wichtige Rolle, inszenieren sie doch Einrichtung sowie Licht und schaffen so eine ganz bestimmte Atmosphäre.

Ran an den Stoff

Individualität ist gefragt. Die Raumgestaltung mit Textilien ist auch eine Frage der Farbe. Material und Stoffstruktur dürfen sich unterscheiden. Kissen zum Beispiel müssen nicht alle die gleiche Größe und Form haben. Arrangieren Sie verschiedene Größen und Formate. Hauptsache ist, Sie bleiben in einer Farbwelt. Ändert sich die Jahreszeit, dürfen, ja sollen sich sogar auch unsere Wohnräume verändern. Mit Heimtextilien gelingt das saisonale Umdekorieren ganz leicht. Den Frühling läuten Vorhänge und Kissen mit Blumen-Motiven und Pastellfarben ein, während die wiederentdeckten Batik-Muster, tropische Motive und Leinenstoffe sommerliches Flair verbreiten. Mediterran wirken Stoffe mit leuchtenden Farben aus Naturmaterialien wie Seide und Baumwolle. Über allem stehen natürliche und authentische Stoffe.

Charaktersache

Kleine Unebenheiten sind erwünscht. Besonders Naturtextilien entsprechen diesen Anforderungen. Im Trend: Stoffe mit Charakter. Aber auch besonders weiche Stoffe sind zurück und dürfen im textilen Reigen mitspielen. Naturmaterialien sind nicht nur ökologisch wertvoll und ohne Giftstoffe verarbeitet, sie fördern im Schlafzimmer Erholung, Entspannung und einen gesunden Schlaf. Reine Baumwolle oder Leinen entspannen selbst empfindliche Haut. Waffelpikee etwa nimmt viel Feuchtigkeit auf und trocknet schnell. Da Bettwäsche jede Nacht auf der Haut aufliegt, sollte sie bestenfalls aus einem natürlichen Material bestehen.

Bettwäsche Betten Reiter

Interview mit Peter Hildebrand, Geschäftsführer Betten Reiter

Bei der Stofferzeugung ist das Thema „Nachhaltigkeit“ relevant, da dabei nicht nur die Luft, sondern auch Wasser und Energie in hohem Mas zum Einsatz kommen. Betten Reiter ist hier vorbildlich unterwegs. Sie sind durchaus als Pionier zu bezeichnen. Hatten Sie ein Schlüsselerlebnis dazu?

Peter Hildebrand: Es gab nicht ein konkretes Schlüsselerlebnis, vielmehr sind es Erlebnisse, die mich zum Nachdenken bringen. Ein solches war meine Begegnung mit Manuel Schweizer, der dem Thema „Cradle to Cradle“ ein neues Gesicht gab. In einem Vortrag erwähnte er, dass ein Kinderzimmer, komplett neu eingerichtet, eine Schadstoffbelastung aufweist, als wenn Sie in New York an der meistbefahrenen Kreuzung stehen. Auch die Gewässer sind mit Mikroplastik und Chemikalien stark belastet. Die Textilherstellung trägt ihren Teil zu diesem Dilemma bei. Es ist nicht meine Art, die Hände in den Schoß zu legen und zuzusehen, wie sich diese Katastrophe weiter zuspitzt. Ich möchte selbst aktiv einen Teil dazu beitragen, dass wir diese Umweltprobleme in den Griff bekommen. Dafür setze ich mich und setzt sich Betten Reiter ein.

Welche Stoffe verwenden Sie in Ihrer Manufaktur in Leonding?

Hildebrand: In unserer Manufaktur verwenden wir ausschließlich hochwertige Baumwollstoffe. Die Qualität ist uns besonders wichtig. Für unsere Bettwaren bevorzugen wir die mit Fairtrade zertifizierten Stoffe aus biologischem Anbau.

Von welchen Stoffen lassen Sie sich persönlich gerne verführen?

Hildebrand: Natürliche Materialien greifen und fühlen sich einfach gut an – besonders Cashmere, Seide, reine Daunen. Da merkt man die Echtheit der Naturprodukte: leicht, weich und warm. Bei Bettwäsche ist es der seidige Griff von Baumwollsatin und es ist ein gutes Gefühl auf der Haut. Ich mag Handtücher mit längeren Baumwollschlingen, die weich und anschmiegsam sind und die Haut gut abtrocknen.

Peter Hildebrand, Geschäftsführer Betten Reiter
Autor: Friederike Ploechl, 09.06.2021