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Dr. med. Matthias Koller Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Dr. med. Matthias Koller Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Sabine starmayr

Body upgrade

18.03.2026 um 09:58, Johanna Lengauer
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Endlich schlank ... aber müde im Gesicht und schlaff am Körper? Dr. Matthias Koller gibt Einblicke in die Möglichkeiten moderner ästhetischer Medizin.

Fasten, Diät und Abnehmspritzen werden derzeit viel diskutiert. Worauf gilt es zu achten, damit Körper und Haut gut mitkommen?
Gerade bei schnellem Gewichtsverlust ist das Risiko groß, dass sich das Gewebe nicht im gleichen Tempo zurückbildet. Empfehlenswert ist es stets, den Gewichtsverlust mit Sport, idealerweise Krafttraining zum Muskelaufbau, zu begleiten. Nur so entsteht ein starkes und stabiles Muskelgerüst, das auch einen langfristigen Abnehmerfolg sichert – ganz ohne Jo-Jo-Effekt. 

Was bewirkt raschen Gewichtsverlust, und warum reagiert jede:r anders?
Fettgewebe dient nicht allein als Energiespeicher, sondern erfüllt auch eine stützende Funktion – besonders für Haut und Binde­gewebe. Geht dieses Volumen schnell ver­loren, fehlt der Haut buchstäblich die Unterlage. Die Haut selbst ist zwar grundsätzlich dehnbar, ihre Rückbildungs­fähigkeit ist jedoch begrenzt. Elastin- und ­Kollagenfasern, die für Spannkraft und ­Festigkeit verantwortlich sind, können sich bei starkem oder raschem Abnehmen nicht in gleichem Tempo regenerieren. Das Ergebnis ist eine schlaffere oder dünnere Haut. Alter und Genetik beeinflussen diesen Effekt, ebenso auch die Abnehmgeschwindigkeit.

Effekt vs. Hype: Warum beklagen aktuell viele Erschlankte ein massiv eingesunkenes Gesicht?  
Das Phänomen ist real, aber nicht neu. Der Begriff beschreibt, was Ärzt:innen schon lange kennen: den sichtbaren Gesichtsvolumenverlust als Folge eines rapiden Gewichtsverlusts. Neu ist also weniger der Effekt selbst als vielmehr seine öffentliche Wahrnehmung.
 


Wie wirkt das Gesicht frisch und straff, ohne künstlich zu wirken?
Moderne ästhetische Medizin setzt auf subtile, regenerierende Behandlungen statt auf sichtbare Volumenveränderungen. Zentral sind dabei Skinbooster und niedrig vernetzte Hyaluronsäuren, die die Haut tiefenwirksam mit ­Feuchtigkeit versorgen, ihre Elastizität verbessern und sie glatter und praller ­wirken lassen – ohne, dass Gesichts­züge aufgespritzt erscheinen. Zudem kommen kollagenstimulierende Treatments zum Einsatz, die die körper­eigene Hauterneuerung anregen und die Spannkraft verbessern, besonders in sensiblen Bereichen wie dem ­unteren Gesichtsdrittel oder entlang der ­Kieferlinie. Das übergeordnete Ziel aller Methoden ist kein „neues Gesicht“, sondern ein vertrautes Spiegelbild – nur erholter. Oder anders gesagt: Man soll Komplimente für sein Aussehen bekommen, nicht für die Behandlung.

Welche nicht- oder minimal­invasiven Behandlungen liefern Ergebnisse – ganz unauffällig?
Gute ästhetische Medizin erkennt man nicht daran, dass man sie sieht – sondern daran, dass man sie nicht bemerkt. Wichtig ist, Treatments dosiert, aber regelmäßig durchzuführen und nicht zu spät zu beginnen. In meinem ­Medical Spa „Kollerbeauty“ arbeiten wir mit vielen kleinen Bausteinen, die die Hautqualität verbessern. Hyaluron­säure kann punktuell injiziert oder sehr fein und flächig für mehr Feuchtigkeit eingesetzt werden. Auch ­Microneedling oder nanofraktionierte Radiofrequenz stimulieren die eigene Kollagenproduktion. Richtig dosiert und kombiniert lässt sich so langfristig ein frischeres Aussehen erzielen.     

Wann sollte man über ästhetische Unterstützung nachdenken?    
Sobald man sich nicht verändern, sondern wiedererkennen möchte. In vielen Fällen verbessert sich die Spannkraft in den ersten Monaten von selbst – besonders bei jüngeren Menschen oder bei moderatem Gewichtsverlust. Geduld ist dabei der wichtigste erste Schritt. Sinnvoll kann eine ästhetische Behandlung sein, wenn das Gewicht über Monate stabil ist, bestimmte ­Veränderungen wie Volumenverlust im Gesicht oder nachlassende Haut­festigkeit jedoch bestehen bleiben. 

In welchen Fällen sind operative Eingriffe eine Option?
Wenn das Gewicht stabil ist, sich aber Haut und Gewebe nicht mehr aus­reichend zurückbilden. Besonders nach massivem Gewichtsverlust von 20 Kilo oder mehr, können Hautüberschüsse entstehen, die sich nicht mehr ohne ­chirurgische Straffung beheben lassen. 

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