Wohnbaukredite: Strengere Regeln in Kraft

Neue Hürden für die Wohraumfinanzierung über Banken. Das ist seit 1. August zu beachten.
Autor: Rudolf Grüner, 02.08.2022 um 14:01 Uhr

Wer sich eine Wohnung kaufen oder sein Haus auf die grüne Wiese stellen möchte, muss sich seit 1. August auf neue Kreditvorgaben einstellen. So viel vorweg: Durch die verschärften Richtlinien dürften seitens der Banken weniger Anträge bewilligt werden. Für manche könnte der Traum vom Eigenheim jetzt auch platzen.

Neue Vergabe-Richtlinien

Haben viele Banken schon im Laufe des Frühlings die Vergabemodalitäten verschärft, so sind diese nun durch die Verordnung der Finanzmarktaufsicht auch rechtlich verbindlich geworden. Das bedeutet im Detail: Künftige Eigentümer müssen mindestens 20 Prozent an Eigenmittel aufbringen können. Die laufendenden Kreditraten dürfen nicht höher als 40 Prozent des monatlichen Haushaltseinkommens sein. Die Kreditlaufzeit ist auf 35 Jahre begrenzt.

Vor allem Jungfamilien betroffen

Eine Hürde für künftige Häuslbauer und Käufer. Deshalb hätten laut diverser Kreditinstitute viele Kunden noch in den letzten Monaten die Finanzierung für kommenden Projekte unter Dach und Fach gebracht.

Künftig dürften vor allem Jungfamilien mit geringerem finanziellen Background, etwa seitens der Familie, ins Schleudern kommen. Im Finanzsektor rechnet man teilweise mit einer abwartenden Haltung und einer möglichen geringeren Nachfrage – zumindest kurzfristig. Dies dürfte sich eventuell auch in geringeren Preisen am Immobilien-Markt durchschlagen.  

Prognose: Immo-Kauf bleibt weiter interessant

Mittel- und langfristige Prognosen sind aktuell schwierig. Dennoch rechnen Bankenvertreter mit keinem Ende des Runs auf Wohnraum. „Der 1. August ist kein Tag, sich für oder gegen Wohneigentum zu entscheiden“, sagt etwa Alexander Stegbauer von Raiffeisen Wien. Für die die Stadtbank bleiben Immobilien ein „Schlüsselfaktor für den Aufbau von Wohlstand.“ Und weiter: Sofern der Wunsch vorhanden und die nachhaltige Leistbarkeit gewährleistet ist, bleibe ein Kauf nach wie vor eine „gute Wahl“.