Urban Jungle – Mein grünes Zuhause

Nach Jahren des minimalistischen Wohnens feiern sattgrüne Zimmerpflanzen in den eigenen vier Wänden ihr Comeback. Der Grund ist mehr als verständlich: Das leuchtende Grün sieht nämlich nicht nur zauberhaft aus und macht das Zuhause deutlich wohnlicher und gemütlicher, sondern selbst ein kleines Stückchen Natur streichelt gleich schon die Seele und tut Geist, Stimmung und Gesundheit gut. Und gerade für Stadtbewohner, die oftmals kein Grün vor der Haustür haben, stillt der „Urban Jungle“-Trend diese Sehnsucht nach Natürlichkeit. 

Trend 1: Musterhaft

Eintöniges Grün war gestern, heuer sind Zimmerpflanzen mit originellen Mustern angesagt. Wie die Forellenbegonie, die mit ihren weißen Punkten alle Blicke auf sich zieht. Dafür aber braucht sie auch etwas besondere Pflege: sie mag es hell, aber nicht zu sonnig, auch nicht zu kalt und nicht zu warm (ca. 20 Grad), ebenso wenig Staunässe oder zu trocken. Streifenmuster weist hingegen die Calathea orbifolia, Korbmarante, auf. Ob Grün oder leicht Lila, schließt sie nachts die Blätter und entfaltet sie am Morgen wieder. Ursprünglich war sie in den Regenwäldern in Mittel- und Südamerika heimisch, im dichten Unterwuchs. Daher liebt sie es auch schattig und feucht, regelmäßiges Ansprühen simuliert Schauer im Regenwald.

Trend 2: Die Größe macht‘s 

Allem voran erobert heuer die großblättrige Geigenfeige unser Zuhause. Sie ist ein imposanter Blickfang, wirkt nahezu skulpturartig und ist sehr pflegeleicht und genügsam – nur Standortwechsel hat sie nicht so gern. Ebenfalls mit großen Blättern punktet das Fensterblatt, Monstera deliciosa. Die Pflanze kommt ursprünglich aus dem südamerikanischen Dschungel und mag es daher hell (nicht zu sonnig) und gerne etwas luftfeucht. Zu ei­ nem besonderen Hingucker wird auch ihre Verwandte Monkey Monstera, die mit witzigen Löchern begeistert.

Trend 3: Lustige Optik

Mit ihren tellerförmigen, fleischigen Blättern macht sich die Ufopflanze aus China gut im grünen Zuhause. Sie bildet schnell wachsende Ausläufer, weshalb sie oft als glückbringende oder Freundschaftspflanze verschenkt wird – daher auch ihre Übernamen Glückstaler oder Chinesischer Geldbaum. Einem Geweih ähnlich sieht die Hängepflanze Platycerium alcicorne, deshalb auch Geweihfarn genannt. Ihre gefiederten Blätter können bis zu 90 Zentimeter groß werden. Idealer Standort ist z.B. das Bad (halb schattig, hohe Luftfeuchtigkeit).

Gehänge

Ob im Raum oder auf dem Balkon, Hänge­ pflanzen dürfen auf keinen Fall fehlen. Und ob sich diese in einer selbst geknüpften Makramee­Ampel, einer aus­ rangierten Kokosnussschale oder gleich nur als verpacktes Erdknäuel präsentieren, Hauptsache sie dekorieren in luftigen Höhen. Besonders pflegeleichte Hängepflanzen sind z. B. der Kletter­Philo­ dendron, die Grünlilie, die Efeutute und der Schwertfarn. 

Fake-Dschungel

Ob die Räume zu dunkel sind, die Bewohner viel auf Reisen oder unterwegs oder einfach der grüne Daumen fehlt, auch die pflegeleichtesten Pflanzen sind manchmal eine echte Herausforderung. In diesem Fall muss aber doch nicht auf das Natur-Feeling in den eigene vier Wänden verzichtet werden. Wie wäre es z.B. mit einer Tapete in Blätter-, Pflanzen- oder Blütenoptik? Auch Deko-Kakteen aus Porzellan machen sich sehr gut, ebenso Decken, Kissen und Accessoires in sattgrüner Dschungeloptik. Achtung: Ein absolutes No-Go sind Plastikpflanzen – dieser Trend aus den 80ern hat bisher kein Revival geschafft.

Autor: Manuela Fritz, 27.04.2022