Schlafzimmer als Erholungskiller: Wie Feng Shui helfen kann

Unser Schlafzimmer ist mit einer Aufenthaltsdauer von 8 bis 10 Stunden pro Tag mit Abstand der meist genutzte Raum in den eigenen vier Wänden. Im Kontrast dazu steht oft die geringe Aufmerksamkeit, die wir seiner Raumgestaltung widmen. Eine balancierte und gut überlegte Einrichtung ist die Basis für erholsamen Schlaf. Feng Shui kann dazu wertvolle Dienste leisten.

Was ist Feng Shui?

Feng Shui setzt sich aus den zwei chinesischen Wörtern "feng" für Wind und "shui" für Wasser zusammen. Diese Deutung weist auf die Verbundenheit des Menschen und seine stetige Wechselwirkung mit der Natur und seiner Umgebung hin. Ihren Ursprung findet diese Ansicht in der Philosophie des Taoismus. Das Wort Taoismus kann mit „Der Weg“ übersetzt werden. In den taoistischen Lehren werden die Prinzipien und Vorgänge des Lebens dargestellt. Die Praxis des Feng Shui entspringt diesen Lehren und versucht Räume und Möbel auf eine Weise zu arrangieren, welche die natürliche Harmonie wahrt und sich den umgebenden Energien bedient.

Ausgleich zwischen Yin und Yang

Das bekannte schwarz-weiße kreisrunde Symbol von Yin und Yang symbolisiert den Ausgleich zwischen der weiblichen und männlichen Energie oder in anderen Worten zwischen passiv und aktiv, dunkel und hell, kalt und warm. Beide Energiepole können nicht für sich alleine stehen, sondern ergänzen sich gegenseitig. Alle Prinzipien des Feng Shui basieren auf diesem Ausgleich und sind richtungsweisend für die Gestaltung eines Schlafzimmers.

Auswahl der richtigen Lage

Die Lage des Schlafzimmers innerhalb des Wohnraums sollte wohl überlegt sein. Ausgehend von der Eingangstür teilt man den Wohnraum horizontal in zwei Hälften. Der hintere Bereich ist dem passiven Yin zugeteilt. Die Geborgenheit und Sicherheit dieses Bereichs ist ideal für ein Schlafzimmer. Zudem sollte sich das Schlafzimmer nicht unter einer Küche befinden, da die aktiven Energien der Küche den Schlaf maßgeblich beeinträchtigen können. Wenig ideal ist auch die Nähe zu einer Garage oder eine offene Tür zu einem Badezimmer, durch die Feuchtigkeit in den Schlafraum dringen kann.

Sollte der Wohnraum zweistöckig sein, ist es empfehlenswert ein Zimmer im unteren Stock zu wählen, sodass Nähe zur Erde und somit ein natürlicher Ruhepol gegeben ist. Ist die Lage nicht zu ändern, kann man mit dunklen massiven Möbeln und einem dunklen Fußboden einen Erdungseffekt erzielen.

Spiegel als Helferlein in der (Einrichtungs-) Not

Oft kann der Wohnraum nicht selbst eingeteilt werden. Hier können Spiegel helfen, die Energie in die richtige Bahn zu leiten. Grenzt ein ungünstiger Raum an das Schlafzimmer, wird an der angrenzenden Wandseite ein Spiegel montiert. Dieser wirft die ruhige Atmosphäre des Schlafzimmers quasi zurück. Die Größe des Spiegels ist dabei nicht ausschlaggebend. Eine kleine Spiegelfliese aus dem Baumarkt erfüllt bereits ihren Zweck.

Das Bett und seine Position

Die Position des Bettes innerhalb des Schlafzimmers sollte vor allen anderen Einrichtungsgegenständen bedacht werden. Als Basis der Richtlinien wird hier das Qi - die Lebensenergie, betrachtet, das geradlinig durch die Tür in den Raum fließt. Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen:

  1. Keine Sargposition: Die Füße sollten nicht mit dem Qi, das durch die Türe fließt, in Kontakt kommen. Innerhalb der Lehre des Feng Shui ist dies ein schlechtes Omen, da man tote Menschen mit den Füßen voran aus dem Raum trägt.
  2. Die Türe im Blick: Das Bett sollte im Raum so ausgerichtet werden, dass man die Tür, ohne den Kopf mehr als 90 Grad drehen zu müssen, sieht. Durch die Zimmertür kommt neue Energie, die das Selbst und die eigene Intuition stärkt.
  3. Solides Kopfteil: Kopfteile aus Holz oder Polsterung haben eine tolle Haptik und bieten dem Schlafenden Sicherheit und Rückendeckung.
  4. Mono-Funktion: Das Bett dient der Erholung und dem Liegen und ist kein Platz zum Essen, Lernen oder Lesen.
Frau schläft entspannt | Credit: iStock.com/yacobchuk

Schlafen wie auf Wolken

Nicht nur die Position des Bettes ist wichtig, sondern auch das Material, auf dem man sich bettet. Bei der Wahl von Matratze, Decke und Bettwäsche sind nach Feng Shui folgende Dinge zu beachten:

  1. Matratze: Eine Matratze sollte niemals aus einer alten Beziehung mitgenommen werden. Ist dies nicht vermeidbar, sollte sie gründlich gereinigt und gelüftet werden.
  2. Bettdecke: Bei der Bettdecke wird natürlichen Materialien der Vorzug gegeben. Auf Heizdecken muss unbedingt verzichten werden, da diese durch den fließenden elektrischen Strom die natürlichen Funktionen des Körpers negativ beeinflussen.
  3. Bettwäsche: Für Bettwäsche sind dunkle bis schwarze Töne geeignet. Diese erden und erzeugen mehr Yin-Energie und Ruhe. Damit die entspannende Yin-Energie tagsüber nicht verloren geht, kann man diese mit einer Tagesdecke konservieren.
  4. Polster: Der Trend im Schlafzimmer geht zu zunehmend mehr Kissen. Für einen guten Schlaf benötigt der Mensch aber nur eines. Zierkissen gehören in der Nacht aus dem Bett verbannt.

Spitze Möbel - nein danke!

Generell gilt für das Schlafzimmer: Weniger ist mehr. Das Schlafzimmermobiliar sollte sich auf wenige Stücke beschränken, um den Zweck des Raumes nicht zu entfremden. Bücherregale, Fernseher und Schränke sollten möglichst nicht im Schlafzimmer stehen. Für notwendige Möbelstücke sind außerdem Materialien wie Glas und Metall keine gute Wahl. Diese sind zu glatt und strahlen zu viel aktive Energie aus.

Bei Nachtkästen und anderen Möbelstücken sollte auf runde Ecken geachtet werden. Spitze Ecken werden innerhalb der Feng Shui Lehre als Giftpfeile bezeichnet, stören den Energiefluss und führen zu innerer Unruhe, Angst und Nervosität. Vermutlich assoziiert der Mensch nach wie vor unbewusst spitze Kanten mit Speeren oder gefährlichen Waffen.

Der richtige Duft für das Schlafzimmer

Ein gut gelüftetes Schlafzimmer mit frischen Bettlaken und sauberem Boden braucht im Grunde keinen zusätzlichen Duft. Wer aber doch gerne eine Duftnote ins Schlafzimmer bringen möchte, wählt am bestens aus folgenden aus:

  • Rose
  • Lavendel
  • Muskateller Salbei
  • Frangipani (westindischer Jasmin)
  • Kamille
Duftkerzen und Duft-Potpourri in hellem Schlafzimmer | Credit: iStock.com/Maya23K

Was sich gut anfühlt, tut gut

Viele Feng Shui-Prinzipien entspringen intuitiven menschlichen Handlungsweisen. Die fernöstliche Philosophie versucht diese Intuition sichtbar zu machen und in ein praktisch anzuwendendes Regelwerk zu packen. Wie bei allen Richtlinien und Prinzipien ist auch die Gestaltungslehre von Feng Shui nur ein Hilfsmittel und niemals ein Dogma. Die letzte Instanz für ein gutes Wohngefühl ist jeder für sich selbst.

Zur Autorin

Sie schwärmen für Asien? Dann haben Sie etwas mit Passion Author Barbara Kluibenschädl gemeinsam. Die Tirolerin hat ein Faible für asiatische Kultur und Kulinarik, von denen auch ihre Texte, mit denen sie www.weekend.at bereichert, überwiegend handeln.

Autor: Barbara Kluibenschädl, 27.08.2021