Mehr Geld trotz Inflation: Die besten Tipps

Wie macht man mehr aus seinem Geld in Zeiten der Inflation? Tipps und Tricks, mit denen sich die eigene finanzielle Situation nachhaltig optimieren lässt.
Autor: Ute Daniela Rossbacher, 23.12.2022 um 10:11 Uhr

Wenn Geld an Wert verliert, weil die Preise elementarer Verbrauchsgüter steigen, gewinnen folgende Fragen an Brisanz:

  • Wie spare ich Geld?
  • Wie vermehre ich mein Geld?
  • Wie finanziere ich größere Anschaffungen?
Eine Euro-Münze, die sich aufzulösen beginnt | Credit: iStock.com/photoschmidt

Mehr Gewissheit mit Brutto-Netto-Rechner

Die Grundlage für eine langfristige strategische Finanzplanung bildet das Gehalt, das ab 2023 dank der Abschaffung der schleichenden Steuererhöhung (Kalte Progression) höhere Netto-Löhne verspricht. Bis 2026 sollen sich die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler dadurch mehr als 20 Milliarden Euro sparen.

Über den folgenden Brutto-Netto-Rechner sieht man auf einen Blick, wie viel mehr Geld man künftig zur Verfügung hat. Nicht nur Erwerbstätige können sich mit seiner Hilfe rasch einen Überblick verschaffen, sondern auch all jene, die sich in der Pension befinden, da bei der Berechnung sowohl die Erhöhung als auch die Einmalzahlung berücksichtigt werden.

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Mit 50/30/20-Regel Finanzziele erreichen

In ihrem Bestseller "All Your Worth: The Ultimate Lifetime Money Plan" legt die US-Senatorin Elizabeth Warren einen ebenso schlüssigen wie einfachen Plan zur Absicherung des staatlichen Budgets dar, der sich auch auf die persönliche Finanzplanung übertragen lässt. Entscheidend ist, dass man dafür klar zwischen Bedürfnissen und Wünschen unterscheidet. Denn das Ziel der 50/30/20-Finanzregel ist es, weitestgehend schuldenfrei und abgesichert sein Leben zu gestalten. Letzteres bedeutet aus Sicht der Juristin, stets eine Rücklage von mindestens drei Monatsgehältern griffbereit zu haben - für den Fall, dass man vorübergehend arbeitslos ist oder krankheitsbedingt beruflich kürzer treten muss.

Wer sein monatliches Nettogehalt wie folgt gliedert, schafft sich langfristig eine solide Finanzgrundlage:

  • 50 Prozent für Grundbedürfnisse (Miete, Auto, Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung etc.)
  • 30 Prozent für persönliche Wünsche (Freizeit, Hobbys, Abos, alle Extras, die über die Sicherung der Grundbedürfnisse hinausgehen)
  • 20 Prozent für Vorsorge, Kreditrückzahlung und Rücklagen

Im Falle hoher Einkommen lässt sich die Verteilung ebenso variieren wie im Falle niedriger.

Paar rechnet die gemeinsamen Lebenskosten durch | Credit: iStock.com/megaflopp

Maßnahmen zum Ausgleich der Inflation

Hilfreich, gewiss. Wer seine finanzielle Ausgangslage nachhaltig verbessern will, dem bleibt - trotz einer Inflationsrate von mehr als 10 Prozent - noch die eine oder andere effektive Maßnahme. Die gängigsten im Überblick.

Wie spare ich am besten Geld?

Bei Einsparpotenzialen denken viele im ersten Schritt an die Reduzierung laufender Ausgaben für Lebensmittel, Freizeitaktivitäten, Telefonie oder Treibstoff. Tatsächlich lässt sich schon allein durch die gezielte Nutzung von Rabatten, Angeboten und Ermäßigungen bzw. durchdachte Bevorratung einiges sparen. Nicht zu unterschätzen sind aber auch die möglichen Sparpotenziale bei Fixkosten. Gerade bei Verträgen für Versicherungen und Handy-, Strom- oder Internet-Anbieter.

Wer dabei nicht scheut, sein Leben konsequent angepasst an seine finanzielle Lage zu denken, schließt auch eine alternative Wohnraumfinanzierung nicht aus, beispielsweise als Single mit geringerem Einkommen in einer Wohngemeinschaft zu leben oder sich als Paar mit anderen Parteien oder Familienangehörigen ein Mehrgenerationenhaus zu teilen. Das wiederum begünstigt auch eine Kostensenkung in puncto Mobilität, etwa, indem man sich innerhalb der Nachbarschaft zu Fahrgemeinschaften zusammenschließt oder sich unter klar definierten Vorgaben ein Auto mit anderen teilt. Unkompliziert lassen sich Einkaufsgemeinschaften innerhalb des Bekannten- oder Familienkreises organisieren, um beim Vorratseinkauf von Mengenrabatten zu profitieren.

Als Gegenbewegung zum Black Friday gewinnt seit Jahren die Buy Nothing-Bewegung all jener, die in dieser Zeit bewusst nichts kaufen, immer mehr Fans. Sparefrohs zelebrieren dieses Ritual bewusst ganzjährig ein oder sogar mehrmalig im Monat. Heißt: bewusst Tage einzuplanen, an denen man weder einkauft noch etwas bestellt; stattdessen seine Mahlzeiten ausschließlich aus Zutaten zubereitet, die man bereits im Haus hat und seine Zeit mit Tätigkeiten ausfüllt, die keinerlei Sonderausgaben erfordern, z.B. Bücher lesen, die man bereits im Regal stehen hat oder einen heimeligen Abend in den eigenen vier Wänden gestalten statt ins Lokal zu gehen. Ambitionierte sind - vergleichbar Hobby-Athleten - stolz über jede persönliche Steigerung, sprich über jeden Tag mehr im Monat, den man nach diesem Prinzip verbringt. Ganz nach der Devise: So glücklich kann Konsumverzicht machen!

Junge Frau vor ihrem Notebook mit Taschenrechner | Credit: iStock.com/fizkes

Wie vermehre ich mein Geld?

Sparbuch und Tagesgeldkonten sind hierzulande noch immer hoch im Kurs. Um sein Geld zu vermehren, tragen diese Sparformen in Zeiten der Teuerung allerdings nur bedingt zur Geldvermehrung bei, da die Inflation den Zinssatz auf Sparguthaben übersteigt (Negative Realzinsen). Um mehr für sich herauszuholen lohnt es sich, sich in puncto Veranlagung breiter aufzustellen. So sind die Aussichten auf höhere Renditen bei Aktien und Fonds besser. Individuell abgestimmte Produkte sind dabei der Schlüssel zu einer nachhaltigen Verbesserung der eigenen Finanzlage.

Wer kurzfristig zu Geld kommen will, sollte seinen persönlichen Fundus sichten, bevor er das eine oder andere achtlos entsorgt. Gerade gut erhaltenes Spielzeug früherer Generationen, das es so nicht mehr zu kaufen gibt, Musikkassetten, gut erhaltene Stereoanlagen, Plattenspieler, Markenartikel, alte Magazine, Comics oder Vinylsammlungen bringen - je nach Seltenheitswert und Nachfrage - gut und gern auf den Schlag mehrere Hundert bis Tausende Euro.

Geldzählmaschine | Credit: iStock.com/idil toffolo

Wie finanziere ich am besten größere Anschaffungen?

Ist die Inflationsrate höher als der Kreditzins, ist das eine spürbare Erleichterung für all jene, die Schulden zu begleichen haben. Grundsätzlich jedoch lassen sich größere Anschaffungen mit Geschick und Geduld auch ohne kreditgestützte Finanzierung verwirklichen. Zu dem mit Abstand beliebtesten Modell zählt hierzulande immer noch das Bausparen, gefolgt vom bereits erwähnten Fondssparen, das - wenn man das Risiko von Verlusten so gering als möglich halten möchte - zwar weniger Gewinne als riskante Fonds verspricht, dafür aber deutlich mehr abwirft als das klassische Sparbuch.
 

Junger Mann bei der Kalkulation | Credit: iStock.com/SARINYAPINNGAM