Im Live-TV: ZDF-Star trauert um langjährigen Kollegen
Am späten Sonntagabend nutzte Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (60) die letzten Sekunden der Live-Sendung im ZDF nach dem 4:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Finnland für eine tragische Nachricht. Sichtlich ergriffen verkündete sie vor laufender Kamera, dass ein langjähriger und geschätzter Mitarbeiter der Sportredaktion verstorben ist. Marcel Bergmann, der über Jahrzehnte das Programm des Senders mitgestaltete, ist tot. Er starb am Sonntag, nur wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag.
Bewegender Abschied im ZDF: „Die unwichtigste Nebensache der Welt“
Kurz vor Mitternacht wurde es im Fernsehstudio plötzlich vollkommen still, als die Moderatorin direkt in die Kamera blickte. Im Namen der gesamten Redaktion nahm sie live Abschied von dem geschätzten Journalisten.
Ihre emotionalen Worte markierten das abrupte Ende der Sportübertragung: „Es war ein schöner Fußballabend, aber manchmal ist Fußball eben auch nur die unwichtigste Nebensache der Welt. Wir von der ZDF-Sportredaktion haben heute unseren Kollegen Marcel Bergmann verloren. Hochgeschätzt und einfach sehr gemocht. Er war viele, viele Jahre bei uns im ZDF beschäftigt und hat sich auch bei vielen Fußballturnieren eingebracht, war ein großer Schalke-Fan – und jetzt ist er nicht mehr da. Wir sind sehr traurig und werden ihn immer in lieber Erinnerung behalten.“
Jahrzehnte im Einsatz: Bergmanns Karriere beim Mainzer Sender
Marcel Bergmann gehörte über einen sehr langen Zeitraum fest zum redaktionellen Kern des Senders. Er begleitete unzählige Sport-Großereignisse im Hintergrund und trug maßgeblich zum Erfolg der Berichterstattungen bei.
Die Stationen seines beruflichen Wirkens zeichnen ein engagiertes Lebenswerk:
- Der Einstieg: Bereits seit dem Jahr 1991 war Bergmann für das Fernsehen tätig.
- Die Festanstellung: Seit 1995 gehörte er als festangestellter Redakteur fest zur großen Sportredaktion.
- Die Einsätze: Über die Jahre brachte er sein Fachwissen bei zahlreichen großen Fußball-Weltmeisterschaften und kontinentalen Turnieren ein.
- Die Leidenschaft: Neben seiner professionellen Arbeit im TV schlug sein Herz privat vor allem für den Traditionsverein FC Schalke 04.
Schicksalsschlag in Kenia: Der Kampf zurück ins Leben als Paraplegiker
Das Leben des Sportjournalisten war im November 1994 von einem dramatischen Ereignis erschüttert worden. Bei einem schweren Verkehrsunfall während eines Aufenthalts in Kenia verunglückte er schwer. Bei dem verhängnisvollen Crash verloren vier Menschen, darunter auch sein eigener Vater, ihr Leben. Bergmann selbst überlebte den Unfall nur knapp und lag im Anschluss zwei Monate lang im Koma.
Über die tiefgreifenden Folgen des Unglücks berichtete er später selbst offen auf seinem LinkedIn-Profil: „Nach einem schweren Autounfall in Kenia im November 1994, bei dem vier Menschen, darunter auch mein Vater, ihr Leben verloren und ich schwerverletzt überlebte, bin ich als Paraplegiker (querschnittsgelähmt, Anm. d. Red.) auf einen Rollstuhl angewiesen.“
Trotz der Querschnittslähmung bewies er enormen Lebensmut. Er kämpfte sich Schritt für Schritt zurück in den Alltag, kehrte erfolgreich in seinen geliebten Job in der Redaktion zurück und hielt seine Erfahrungen sogar literarisch fest. Im Jahr 2008 veröffentlichte er das bemerkenswerte Buch „Trotzdem China. Im Rollstuhl von Shanghai nach Peking“. Nun hinterlässt er bei seinen Kolleginnen und Kollegen eine tiefe Lücke.