Tech-Blog-Test: ZTE Axon 11 5G - unauffällig gut!

ZTE Smartphones sind nach wie vor eher Geheimtipps. Bereits letztes Jahr hatten die Chinesen ein respektables Flaggschiff am Start. Das ZTE Axon 10 Pro konnte in meinem Test durchaus punkten. Beim Axon 11 5G, dem heurigen Premium-Gerät, gab es einige Änderungen. Vor allem unter der Haube ist nicht alles auf Flaggschiffniveau 2020.

Design und Technik - solide Kost!

Das Äußere des Axon 11 5G ist gelungen, allerdings nicht besonders aufregend. Eine Waterdrop-Notch im Display vorne, ein quadratisches Kamerasetup hinten. Abgerundete Displayecken. Irgendwie hatte ich das Gefühl, das habe ich alles heuer und letztes Jahr schon gesehen. Trotzdem fühlt sich das Axon 11 5G gut in der Hand an und ist mit 168 Gramm ein richtiges Leichtgewicht im Vergleich zu vielen Flaggschiffbrocken mit über 200 Gramm. 

Das liegt auch am vergleichsweise kompakten 6,47-Zoll-AMOLED-Display. Es löst mit 2340x1080 auf und hat damit eine Pixeldichte von 398 ppi bei rund 87 Prozent Screen-to-Body-Ratio. Die Helligkeit ist in jeder Situation ausreichend, im Sonnenlicht boostet der automatische Helligkeitsregler unauffällig auf die maximale Leuchtkraft. Der optische Fingerabdrucksensor ist ins Display integriert und leider auch in diesem Jahr nicht der schnellste und zuverlässigste Vertreter seiner Gattung. Da darf ZTE gerne weiter optimieren.

Unter der Haube gibt es heuer ein Downgrade im Vergleich zum Axon 10 Pro. Es kommt nämlich der Qualcomm Snapdragon 765G zum Einsatz. Der ist ein solider Prozessor der oberen Mittelklasse und bietet auch 5G-Konnektivität, allerdings ist er weit vom Niveau des diesjährigen Topprozessor, dem Qualcomm Snapdragon 865, entfernt. Vor allem aber bei der Grafikleistung wischt der Snapdragon 865 und sein mittlerweile gestarteter Nachfolger der Snapdragon 865 + mit der gesamten Android-Konkurrenz den Boden auf. Da kann der Snapdragon 765G nicht mit. Zur Seite stehen dem Prozessor 6 GB RAM und 128 GB UFS 2.1 Speicher (per microSD erweiterbar). UFS 2.1 Speicher ist mittlerweile um einiges langsamer als UFS3.0/UFS 3.1 und diesen Unterschied merkt man, vor allem bei der Installation von Apps. 

Die restlichen Specs: Bluetooth 5.0, WiFi 6, NFC und ein 4.000 mAh starker Akku. Wireless Charging fehlt dem Axon 11 leider, geladen wird es mit maximal 18 Watt. IP-Zertifizierung gibt es keine, damit ist das Gerät weder wasserfest, noch staubresistent. Ordentlichen Sound gibt es aus den Stereolautsprechern, die DTS X zertifiziert sind. Klinkenstecker bietet das Gerät keinen mehr.       

Kamera und Software - besser als letztes Jahr!

Das Kamerasetup besteht aus einer 64-Megapixel Hauptkamera (f/1.9), einem 8-Megapixel Ultraweitwinkelsenor und zwei 2-Megapixel Sensoren für Tiefe und Makro. Sowohl Hauptkamera, als auch Weitwinkelsensor produzieren bei guten Lichtverhältnissen gute Fotos. Die Qualität nimmt allerdings bei schlechten Lichterhältnissen deutlich ab. Interessanterweise ist dann der reine Nachtmodus wieder sehr gut gelungen. Ich habe dann oft bei dunklen Lichtverhältnissen damit fotografiert und bessere Ergebnisse als ohne Nachtmodus erhalten. Makrokamera und Tiefensensor sind eher Gimmicks, optischen Zoom gibt es leider keinen. Videos werden mit maximal 4K/60fps aufgenommen. Die Qualität ist einigermaßen gelungen. Die Selfie-Kamera besteht aus einem 20-Megapixel Sensor, der als Waterdrop-Notch ins Display ragt. Auch hier, solide Kost ohne zu Begeistern.

Die Software hat mir beim Axon 11 5G sehr gut gefallen. Sehr nahe an Stock-Android, mit soliden Verbesserungen und dieses Jahr wirklich gut umgesetzt. Offiziell nennt ZTE die Software MiFavor 10 in der Android Version 10. Das letztjährige Flaggschiff Axon 10 Pro (5G) grundelt in Österreich leider noch bei Android 9 herum, ein Update ist laut ZTE erst für November geplant. Wenn man im Konzert der großen Hersteller mitspielen will, muss die Software ebenso passen und da ist ZTE mit dem Axon 11 5G gut aufgestellt. Akutelles Android, aktuelle Sicherheitspatches, so kann es was werden.

Fazit - zu unauffällig?

Während meiner Testzeit habe ich das Axon 11 5G richtig gerne benutzt, da es für seine eigentlich unauffälligen Specs sehr flüssig und gut läuft. Längere Wartezeiten gibt es nur bei Spielen, da dauert das Laden schon mal länger. Und ja, es ist ein 60 Hz-Display, das merkt man manchmal beim Scrollen, verglichen mit den mittlerweile 90 und 120 Hz Screens anderer Geräte. Aber als Gesamtpaket funktioniert das Axon 11 5G gut und ist stimmig.

Das Axon 11 5G reiht sich genau in die mobile Mittelklasse 2020 ein - zu den Top-Geräten fehlt allerdings ein wenig. Der Prozessor wird selbst vom letztjährigen Snapdragon 855 (der im Axon 10 5G steckt) locker überflügelt. 6GB RAM und UFS 2.1 Speicher sind 2020 Mittelklasse und auch bei der restlichen Ausstattung fehlt einiges, wie Wireless Charging und IP-Zertifizierung. Dazu kommt eine UVP von 549 Euro. Für dieses Summe bekäme man alternativ ein LG Velvet mit ähnlichen Specs, aber mit Wireless-Charging und IP-Rating. Oder sogar ein Realme X50 Pro mit 5G samt Snapdragon 865 Prozessor, beziehungsweise ein Poco F2 Pro, ebenso mit Snapdragon 865, 5G und mehr Speicher, sowie RAM. Ähnlich ausgestattete Geräte wie das Axon 11 5G gibt es bereits ab 300 Euro (Xiaomi Mi 10 Lite 5G) und um 400 Euro gibt es ein OnePlus Nord mit 90 Hz Display. 

Man bekommt mit dem ZTE Axon 11 5G ein solides und gutes Gesamtpaket. Das Gerät erhält von mir deswegen 6 von 10 Bewertungspunkten. Es ist am freien Markt, sowie bei A1 und Drei erhältlich. 

Mehr Fotos vom Gerät:  

Bis zum nächsten Mal!

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von ZTE Austria für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Der Testbericht entsteht unabhängig und wird vor Veröffentlichung nicht an ZTE zur Freigabe gesendet.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß , 18.09.2020