Selfcare: 5 Tipps für mehr innere Zufriedenheit

Plötzlich war sie die da: die Wellness. Erinnern Sie sich? Um die Jahrtausendwende tauchte in Österreich der Begriff auf. Alles, was man mit körperlichem Wohlbefinden verbindet – Massagen, Planschen im Thermalwasser, Sauna- und Dampfbadbesuche –, wurde nun mit dem Etikett Wellness versehen. Bald kamen auch fernöstliche Rituale dazu, von Klangschalentherapie bis Stirnguss. Sie ergänzten körperliche Wellness um den geistig-seelischen Bereich.

Ich bin für mich da

Einen ähnlichen Siegeszug erlebt derzeit der Begriff Selfcare. Vieles, was wir mit Wellness verbinden, passt zwar auch in den Selfcare-Bauchladen: dem Körper Gutes tun, auf seine Fitness, Entspannung und Schönheit achten. Doch Selfcare geht weiter. Es ist ein Ansatz, sich täglich gut um sich selbst zu kümmern, für sich da zu sein.

Junge Frau in Sportgewand beim Trainieren in ihrer Wohnung

Selbstpflege, die wörtliche Übersetzung, lässt allerdings einen Verdacht aufkommen: Ist es nicht schrecklich egoistisch, sich ins Zentrum zu rücken? Tatsächlich liegt darin eine Gefahr. Nämlich wenn man einen wichtigen Grundsatz außer Acht lässt: Gute, bedeutungsvolle Beziehungen zu anderen machen glücklich und tragen so zum  Gefühl von einem gelingenden Leben bei. Gelungen – nicht perfekt! Ein egoistisches Durchboxen eigener Interessen verkehrt die Idee der Selfcare in ihr Gegenteil.

5 Selfcare-Tipps: So sorgen Sie für sich

Einfache Verhaltensänderungen mit garantierter Wirkung für eine gesunde Psyche.

1. hle dich verbunden.

Ein gutes Leben besteht aus guten Beziehungen. Alt: Wir warten auf den Anruf der Freundin. Neu: Wir rufen die Freundin an.

2Nimm deinen Schlaf wichtig.

Wer wenig schläft, gilt in unserer Leistungsgesellschaft als Alphatier. Alt: Wir leiden unter Schlafproblemen. Neu: Im Urlaub finden wir den eigenen Chronorhythmus wieder, ohne Uhr und Wecker. Den versuchen wir im Alltag weitgehend beizubehalten. 

Junge Frau im Bett,  rauft sich die Haare und schreit

3. Stehe zu deinen Emotionen.

Gefühle haben einen Grund und wollen, dass wir sie ernst nehmen, damit wir uns weiter entwickeln können. Alt: Sobald wir unangenehme Gefühle spüren, flüchten wir in Ablenkung. Neu: Wir halten Emotionen aus, machen uns keine Vorwürfe (Warum stellst du dich schon wieder so an!) und schauen, woher sie kommen.

4. Schäme dich nicht mehr.

Jeder Mensch hat Seiten, die er an sich nicht mag. Alt: Das Gefühl der Scham begleitet uns, weil wir unseren Ansprüchen nicht genügen. Neu: Wir verzeihen uns.

5. Schaffe dir einen Schutzraum.

Es tut gut, sich ungestört und in Sicherheit  fühlen zu können. Alt: Wir haben Angst vor Aggression, Ablehnung oder Maßregelung. Neu: Ein innerer Schutzraum bietet uns jederzeit einen Rückzugsort.

 

Autor: Andrea Schröder, 11.12.2020