Zermatt: Skifahren auf höchstem Niveau

Grüezi-Kultur, kurze Wege, Öffi-Luxus und Pistenzauber – beinahe ganz privat.
Autor: Weekend Online, 20.12.2022 um 11:17 Uhr

Zum Skifahren in die Schweiz? Für viele Österreicher sind die Westalpen im Winter ein fast noch unbekanntes Terrain. Doch ein Abstecher zum Nachbarn lohnt sich.

Stressfrei ans Ziel

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift dabei auf den Service der Experten vom Schweiz Tourismus zurück. Und deren Hilfe ist durchaus gefragt: Denn wer denkt schon an den Swiss Travel Pass, der die Anreise nach dem Anflug auf Zürich mit einem All-in-One-Bahn-Ticket abdeckt?

In den Kanton Wallis geht es so stressfrei in bequemen Samtsitzen in der ersten Klasse. In gut drei Stunden. Natürlich pünktlich auf die Minute. Wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert auch der Service an Bord. Als Bonus gibt es noch eine große Portion Service oben drauf: Eine gut gelaunte Zugbegleiterin liefert alle notwendigen Infos zum Umsteigen.

Autofreies Eldorado

Nach dem Zugwechsel in Visp ist es nur mehr eine kurze Strecke zum Zielort auf 1.608 Meter Seehöhe. Dort wartet schon eines der Elektrobus-Taxis, das die Gäste in die Kurstadt kutschiert. Was auch Nicht-Eingeweihte sofort merken: Zermatt ist für den Individualverkehr komplett gesperrt. Ideal für Freizeithungrige, die der Verkehrshölle für ein paar Tage Lebewohl sagen wollen. Das entschleunigt. Tempo macht man hier im Winter nur auf der Piste.

Doch vorher geht es in die Bleibe für die nächsten Tage. Unbezahlbar ist neben dem Blick aus dem Fenster des „Hotel National“ auch der Service des freundlichen Oberkellners, Herrn Laurent.

Nach einer ruhigen Nacht lockt endlich das Winterwunderland: Draußen hat es zapfige Minusgrade. Droben drohnt das Matterhorn. Drinnen macht man es sich noch einmal gemütlich. Und hat nach dem Frühstück noch mehr Hunger auf Berge und Piste.

Ausgerüstet in Bestzeit

Zuerst zum Skiverleih! Ausgestattet mit einem 10-Prozent-Voucher, den einem der freundliche Concierge reicht, ist man gleich bei den Ausrüstern. Hier gibt ein Vorgeschmack auf das kommende, schnelle Vergnügen. In nur wenigen Minuten ist man pisten-fertig. Zu Fuß kurz drauf bereits direkt vor der Gondel des „Glacier ParADISE“. Eine echte Bestzeit! Und eine flotte Fahrt später, auf der mit 3883 Meter Seehöhe höchsten Bergstation Europas. Der schnelle Aufstieg ist spektakulär und gleicht einem Drohnenflug über die Alpen. Am kleinen Matterhorn angekommen, raubt es vielen erst einmal den Atem. Und das nicht nur wegen des grandiosen Panoramas. Selbst für bergerprobte Österreicher ist die Höhe gewöhnungsbedürftig!

Grenzüberschreitende Abfahrten

Ist der Kreislauf wieder stabil, steht dem Pistenvergnügen nichts mehr im Wege. Selbst Mitte Dezember kann man seine Schwünge beinahe ganz privat ziehen. Das Skigebiet ist riesig, die Möglichkeiten sind nahezu unendlich. Wer mit Kids anreist, steht früher oder später an der Standseilbahn Sunnegga, die einen durch Felsentunnel ins Familienskigebiet bringt. Auch der Gipfel des Gornergrat lockt.

Wer will, kann auch einen Abstecher nach Italien in das benachbarte Cervina machen. Nach 30 Minuten Abfahrt, ist man in „Bella Italia“. Dort läuft alles etwas chaotischer ab. Die „Schweizer Gründlichkeit“ endet an den Gipfelspitzen.

Genuss am Gipfel

Für den Einkehrschwung auf Schweizer Seite empfiehlt sich das auf der Mittelstation (2.930 Meter Seehöhe) gelegene Ice-Buffet-Restaurant am Trockenen-Steg. Die Nähe Italiens wird aber auch auf Hütten im Umkreis spürbar. Pizza an der Piste? Warum nicht!