Traumurlaub Heliskiing: Die besten Spots der Welt

Wer hat‘s erfunden? Ein Österreicher, natürlich!

Kein Kanadier, kein Amerikaner und auch kein Schweizer – Heliskiing hat der Österreicher Hans Gmoser erfunden. Der gebürtige Linzer wanderte Anfang der 1950er Jahre nach Kanada aus und war dort als Elektriker und Bergführer tätig. Ein Gast fragte ihn einst, ob er für ihn und seine Freunde nicht einen Hubschrauber organisieren könne, um sie in die Berge auf entlegene Hänge zu bringen. Und so begann in Gmoser eine Geschäftsidee zu keimen. 1964 startete in den Bugaboo Mountains die erste Heliskiing-Woche, 1965 gründete Gmoser die Firma Canadian Mountain Holidays (CMH). Bis heute bringt das Unternehmen Gäste aus aller Welt auf die entlegenen Hotspots der kanadischen Berge. Die zwölf CMH-Lodges stehen allesamt in British Columbia, nirgendwo anders in Kanada fällt so viel Schnee.

British Columbia in Kanada

Die Wiege des Heliskiings ist bis heute der beste Ort dafür: Gewaltige Berge, versteckte Hütten, jede Menge Tiefschnee sowie eine perfekte Infrastruktur zeichnen die Provinz British Columbia (BC) aus. Über große Gebiete verfügen die Anbieter CMH und Last Frontier Heliskiing, als Hotspots gelten zum Beispiel das Revelstoke Mountain Resort am Mount MacKenzie, die Skeena Berge im Norden von BC und die Wälder der Monashee Mountains. Ebenfalls einen Besuch wert sind das abwechslungsreiche Mica Heli Sports-Gebiet am Fuße der Selkirk Mountains oder Bella Coola Im Norden von British Columbia - laut ski-kanda.net eines der besten Reviere für kleine Gruppen.

Alaska in den USA

In den Chugach Mountains um Valdez fallen pro Jahr über 15 Meter Neuschnee. Das und die unberührte Wildnis machen den entlegenen Nordwesten der USA zum Eldorado für gut trainierte Powder-Fans. Zur Auswahl stehen viele Heliskiing-Unternehmen, die mehrtägige Pakete mit Flügen und Unterkunft anbieten. Zum Beispiel bringen die Valdez Heliski-Guides oder Majestic Heli Ski ihre Gäste zu den Startplätzen mitten in den Bergen, pro Tag sind bis zu zehn intensive Abfahrten möglich.

Colorado in den USA

Von Aspen oder Vail aus ist man relativ schnell in Telluride, einer beschaulichen Gemeinde in den Rocky Mountains im Südwesten von Colorado. Umgeben von 4.000ern befinden sich dort einige der höchsten Gipfel der USA, die mit Skiern befahrbar sind – ein Freeride-Paradies. Trockener Pulverschnee sorgt für ideale Powder-Bedingungen. Spielt das Wetter mit, geht es per Helikopter zu den offenen und baumfreien Hängen auf fast 4.000 Metern.  Die dort ansässigen Unternehmen bieten neben Mehrtages-Packages auch Tagesausflüge an. Darunter Helitrax Telluride: Das Tagespaket umfasst sechs Abfahrten, bei denen man jeweils 300 bis knapp 800 Höhenmetern hinunter brettert.

Abenteuer Heliskiing | Credit: iStock.com/harmphotos

Aostatal in Südtirol

Für alle, die lieber in den Alpen bleiben möchten, ist das autonome Aostatal in Italien mit fantastischen Abfahrten ein heißer Tipp.  Angeboten wird da Ski-Abenteuer unter anderem in Livigno, Cervinia oder Courmayeur. Die geprüften Berg- und Skiführer von Heliski Courmayeur bringen Ski- und Snowboarder in das über 100 km2 große Gebiet am Fuße des Mont Blanc. Dort warten riesige Schneefelder, unberührte Hänge und glitzernde Gletscher-Abfahrten auf Wintersportler.

Feinster Pulverschnee im Aostatal | Credit:  Udo Bernhart / dpa Picture Alliance / picturedesk.com

Zermatt in der Schweiz

Über dem Bergstädtchen Zermatt im Südschweizer Kanton Wallis wacht eine schroffe Berühmtheit: das Matterhorn. Mit dem Koloss stets im Blick geht es in Kleingruppen mit dem Air Zermatt-Hubschrauber auf die umliegenden Gipfel der Walliser Bergwelt, wo sonst kaum jemand mit Skiern hinkommt. Darunter der 4.000er Monte Rosa, von dessen Gebirgslandeplatz geht es gute 3.100 Meter ins Tal hinunter. Alternativen: Äschhorn, Testa Grigia, Unterrothorn oder Alphubeljoch.

Hokkaido in Japan

Wer hätte gedacht, dass im „Land der aufgehenden Sonne“ auch frischer Tiefschnee auf Ski- und Snowboardfahrer wartet. Das hat die nördlichste Insel Japans einem Sturm aus Sibirien zu verdanken, der die Berge Hokkaidos jedes Jahr mit bis zu 20 Metern Schnee bedeckt. Mit dem Hokkaido Backcountry Club fliegt man beispielsweise auf den über 3.600 Meter hohen Vulkan Shiribetsu-dake. Neben weitläufigen Hängen mit feinstem Pulverschnee locken vor allem die Rides durch den Birkenwald im Rusutsu- oder Niseko-Gebiet.

Einsame Hänge beim Heliskiing | Credit: iStock.com/VitekLudvik

Kamtschatka in Russland

Wer die rohe und ungezähmte Wildnis Russlands kennenlernen möchte, ist auf der Halbinsel Kamtschatka im östlichsten Winkel Russlands richtig. Dort geht es per Heli auf teils aktive Vulkangipfel, um anschließend durch Tiefschnee wieder hinunter bis zum Strand zu fahren. Großteils punkten die Abfahrten mit Vielfalt: Steile Einstiege, leichtere und schwierige Hänge sowie flache Täler mit Wald-Passagen.

Gudauri in Georgien

Hohe Bergmassive, Schneesicherheit und keine Menschenmassen: der Kaukasus in Georgien ist das perfekte Domizil für Abenteurer, die wenig Wert auf Luxus legen – dafür umso mehr auf unvergessliche Naturerlebnisse. In der Region Swanetien befindet sich der Ferienort Gudauri und ein rund 2.000 km2 großes Areal, in dem Heliskiing angeboten wird. Mit Flory Kern erlebt man zum Beispiel an sechs Tagen Runs in hochalpinen Gletschergebieten und herrliche Hänge an der Baumgrenze unterhalb von 2.100 Metern. Alternatives Revier: Khulo Valley.

Heliskiing | Credit: iStock.com/rcaucino

Heliskiing-Abenteuer in Österreich

Wer das nötige Kleingeld für eine mehrtägige Heliskiing-Reise in die entlegensten Winkel der Erde nicht hat, kann ein eintägiges Angebot in Österreich ins Auge fassen. In Lech Zürs am Arlberg ist ein Flug plus Abfahrt für 3 Personen (plus 1 Skiführer) um rund 500,­­– Euro zu haben. Angeflogen werden entweder der 2.652 Meter hohe Mehlsack-Gipfel für erfahrene Skifahrer oder dieSchneetäli-Orgelscharte (2.450 Meter), auf der auch Fahrer mit mittlerem Können zurechtkommen.

Autor: Simone Reitmeier, 26.12.2021