Huawei FreeBuds 3i im Test: "i" wie InEar!

Huawei hat letztes Jahr mit den FreeBuds 3 bereits eine sehr gute Alternative zu Apples AirPods Pro oder anderen True Wireless Kopfhörern mit Active-Noise-Cancellation gelauncht. Ein Kritikpunkt an den Buds war, dass sie den Gehörgang nicht gut abdichten und dass daher die Geräuschunterdrückung nicht optimal funktioniert. Mit den FreeBuds 3i räumt man diesen Punkt aus, denn die neuen sind InEar-Kopfhörer und dichten somit auch den Gehörgang perfekt ab. Damit greift das ANC noch besser, aber auch eine Warnung sei erwähnt! Wer mit solchen Kopfhörern im Straßenverkehr als Fußgänger oder Radfahrer teilnimmt muss sich besonders gut auf die Augen verlassen, denn Geräusche werden sehr gut herausgefiltert. Also entweder das ANC dort ausschalten, oder wirklich umsichtig und vorsichtig sein, denn leider häufen sich Meldungen, wonach Menschen mit geräuschunterdrückenden Kopfhörern öfter in Unfälle verwickelt sind.

Design und Ladeschale - edel, edel!

Stark verbessert hat Huawei die Anmutung der Ladeschale. Die der FreeBuds 3 war nicht schlecht, aber die Abdeckung des puckartigen Gehäuses war doch manchmal etwas klapprig. Die neue Ladeschale ist länglich und wirkt sehr hochwertig und stabil. Die Pods werden nun eingelegt, statt reingesteckt. Wie ich finde eine schönere Lösung. Die Abdeckung hält bombenfest und generell ist die Verarbeitungsqualität stark gestiegen. Leider ist aufgrund der Bauform Wireless-Charging nicht mehr dabei, jedoch laden die Dinger am Kabel sehr schnell auf, ich habe die Funktion nicht mehr vermisst.

Die Pods selbst sind auch hochwertiger und halten sehr sehr gut im Ohr. Dank InEar-Bauweise um einiges besser als die alten FreeBuds 3, die sind mir zwar nie herausgefallen, aber waren manchmal etwas wackelig. Dieses Gefühl ist bei den 3i komplett weg. Die Touchbedienung bedarf einer kleinen Einarbeitungszeit, klappt jedoch nach einiger Zeit recht gut. Komplett optimal gelöst ist diese Art der Bedienung jedoch meiner Meinung nach nicht, denn wenn man die Dinger nicht so häufig verwendet, kann es schon mal vorkommen, dass man die Kommandos vergisst.

Audio - Musik/Video hui, Telefonie leider pfui!

Ihre Stärke spielen die FreeBuds 3i bei der Musikwiedergabe aus. Die ist meiner Meinung nach sehr gelungen, die Lautstärke ist ausreichend und der Bass schön kräftig - so mag ich es gerne. Auch bei Videos war die Qualität hervorragend und dank Stereoübertragung keine Verzögerung der Lippensynchronität feststellbar. Die unterstützen Codecs sind SBC und AAC, aptX wird leider nicht unterstützt.

Leider haben die FreeBuds 3i in meinem Test bei Telefonaten keine besonders gute Figur gemacht. Die maximale Lautstärke ließ sich bei manchem meiner Samrtphones nicht sehr hochdrehen. Damit waren meine Gesprächspartner für mich eher suboptimal zu verstehen. Die größte Schwäche dürfte aber das Mikrophon sein, denn wenn ich mit den FreeBuds 3i telefoniert habe kamen durch die Bank schlechte Rückmeldungen. Meine Gesprächspartner beschwerten sich über Nebengeräusche, starke Windgeräusche und krachen in der "Leitung". Um jetzt keine Einzelmeinung zu haben, habe ich jeden meiner Gesprächspartner gefragt und fast jeder gab mir diese Rückmeldung. Sehr positiv ist hingegen die Verbindungsstabilität und die Reichweite der FreeBuds 3i, wo andere Wireless Kopfhörer längst versagten hatte ich mit den Huawei-Dingern stets noch traumhaften Empfang.

Das Active-Noise-Cancelling funktioniert erneut hervorragend, ist jedoch im Straßenverkehr meiner Meinung nach eine kleine Gefahr und sollte mit Bedacht eingesetzt werden. In Straßenbahnen und Zügen (Flugzeuge fallen dank Corona als Testorte leider weg) wurden die Umgebungsgeräusche sehr gut herausgefiltert und ich hatte schöne meine Ruhe und den puren Musikgenuss. Auch Windgeräusche hört man gar nicht bei Musik, leider eben aber die Gesprächspartner bei Gesprächen umso stärker.

Akku - Dauerläufer mit Ladeproblemen!

Die Akkulaufzeit der Buds an sich ist hervorragend, ich konnte sie nie an die Grenzen bringen, einmal startete ich mein Workout mit 100% Ladezustand und kam nach eineinhalb Stunden Intensivnutzung mit eingeschaltetem ANC mit 75% zuhause an. Ein Problem konnte ich jedoch feststellen. Die eingelegten Buds saugen die Ladeschale leer. Denn auch wenn ich die Dinger mehrere Tage nicht benutzt habe, sank der Ladezustand der Schale stetig. Die Buds sind dann zwar immer bei 100%, jedoch sank die Schale innerhalb von drei Tagen von 100% auf 20% ohne, dass ich die Buds jemals herausgenommen hätte. Das ist komisch, ich hoffe jedoch, da kann per Software nachgebessert werden.

Fazit - Für Musik perfekt, für Telefonie suboptimal!

Die FreeBuds 3i hinterlassen bei mir ein zwiespältiges Gefühl. Die Musikwiedergabe klappt hervorragend, aber in der anderen wichtigen Disziplin, der Telefonie, musste ich mich leider oft ärgern. Gesprächspartner zu leise, beklagt sich über Nebengeräusche und versteht mich kaum. Da musste ich die Dinger oft rausnehmen und mit dem Smartphone weitertelefonieren. Da für mich persönlich Telefonie genauso wichtig ist wie gute Musikwiedergabe, kann ich die FreeBuds 3i nur eingeschränkt empfehlen. Wer damit ausschließlich Musik hören, oder Videos ansehen will bekommt hervorragende und günstige InEar-ANC-True-Wireless Kopfhörer. Wer damit auch viel telefoniert, der kann sich eventuell auf Frust einstellen. Daher vergebe ich für die FreeBuds 3i nur 6 von 10 Bewertungspunkten. Preislich sind die FreeBuds 3i jedoch ein Schnäppchen. Die UVP liegt bei 139 Euro, der Straßenpreis ist mittlerweile auf unter 100 Euro gesunken.

Hinweis: Das Testgerät wurde mir von Huawei zur Verfügung gestellt. Der Testbericht entsteht unabhängig und wird vor Veröffentlichung nicht an Huawei zur Freigabe gesendet.

Weekend-Redakteur Lukas Steinberger-Weiß ist ein Technik-Freak sondergleichen. Wobei ihn die Bezeichnung „Nerd“ nicht beleidigt, sondern ehrt. Er saugt alle Neuheiten in sich auf und ist immer am neuesten Stand, liebt Computerspiele, beschäftigt sich ausführlich mit den neuesten Smartphones und den dazugehörigen Gadgets und ist ein Experte für Unterhaltungselektronik. In seinem Blog testet er Spiele, Konsolen, Smartphones, Gadgets und vieles mehr und lässt die Leser an seiner Faszination für die spannende Technik-Welt teilhaben.

 

Autor: Lukas Steinberger-Weiß , 16.07.2020