Kann meine Katze mich verstehen?

Aufmerksam wie Katzen sind, lernen sie viel durch den täglichen Umgang mit Menschen und anderen Haustieren. Am besten erkennen wir es etwa daran, wie sie ihre Ohren spitzen und unmittelbar reagieren, sobald sie ihren Namen hören. Dass sich das ihre Besitzer nicht nur einbilden, konnte übrigens von japanischen Forschern eindrucksvoll belegt werden.

Übereinstimmung ohne Worte

Welchem Ruf meine Katze Corona folgt? Meinem, und dem jener Menschen, die sie sympathisch findet (bevorzugt große Männer). Bestimmt habt ihr ähnliche Rituale mit eurer Katze. Meine jedenfalls versteht es offenbar, wenn ich sie frage, ob wir gemeinsam zum Damen- und Katzenklo gehen oder Futter aus dem Regal holen sollen. Dann folgt sie mir umgehend und weicht mir nicht mehr von der Seite, bis wir das gewünschte Ziel erreicht haben. Mehr wortlose Übereinstimmung geht nicht. Was braucht es da noch Worte?

Kleine Seelentröster

Immer wieder fällt mir auf (obwohl ich es zuerst nicht glauben konnte), dass meine Mietze mich aufmuntern will, wenn ich traurig oder schlecht gelaunt bin. Sie sieht mir dann tief in die Augen und beginnt mit mir zu kuscheln. Wenn ich mal laut werden sollte, was zum Glück nur selten vorkommt, dann sieht sie mich mit großen Augen an und straft mich mit Ignoranz, bis ich mich wieder „beruhigt“ habe. Erlebnisberichte dieser Art können viele Katzenbesitzer einbringen. Es fällt daher schwer zu glauben, dass an der blinden Verständigung zwischen Tieren und Menschen nichts dran sein sollte.

Mann in trauter Zweisamkeit mit seiner Katze | Credit: iStock.com/Raphael Angeli

Kommunizieren alle Katzen gleich?

Ob es in puncto Kommunikation Unterschiede zwischen Katzen gibt? Allen gemein ist jedenfalls, dass sie mittels Haltung, Kopf- und Ohrenbewegungen, Augenblinzeln und ganz grundsätzlich ihr Verhalten Gefühle zum Ausdruck bringen. Eine entspannte Katze erkennt man daran, dass sie die Augen leicht geschlossen hat, die Schnurrhaare leicht zur Seite abstehen, und die Ohren sich in normaler Stellung befinden. Die typische Körperhaltung einer zufriedenen Katze ist der erhobene Kopf, die Katze macht sich groß, und der Schwanz steht locker gestreckt nach oben. Ist die Mietze aufgeregt, sind die Schnurrhaare nach vorne ausgerichtet, die Augen weit geöffnet und die Ohren werden dann gespitzt. Schnurren ist ein deutliches Zeichen von Zufriedenheit und Freude – der Vierbeiner fühlt sich wohl und ist sehr glücklich. Und das ist ja das Wichtigste!

Wenn die Katze Angst hat

Der Besuch bzw. die Fahrt zum Tierarzt ist ein Fall absoluter Bedrängnis und Angst: Sobald meine Corona etwa die Transportbox erblickt, ist sie auf Flucht oder Angriff eingestellt. Das Miauen als Ausdruck des Protests ist ungewöhnlich laut – und das die ganze Fahrt über. Sie macht sich ganz klein in ihrer Box, kuschelt sich in die hinterste Ecke und versteckt ihren Schwanz meistens unter ihren Pfoten.

Wenn Katzen auf Hunde treffen

Wenn ein kleiner Hund in ihrer Nähe ist, wird meine Katze zum Beispiel richtig sauer und faucht, was das Zeug hält. Der Katzenbuckel wird hochgefahren, und der wild peitschende Schwanz in die Höhe gerissen. Da versetzt sie sogar mich in Angst und Schrecken!

Ein Mädchen schläft Seite an Seite mit ihrer Katze | Credit: iStock.com/SurkovDimitri

Wenn Katzen spielen wollen

Jeder von euch kennt sicher die freudige Begrüßung durch ein „Miau“ und einen Stupser oder das Reiben des Kopfes an unseren Beinen. Manchmal rollen sich Katzen dann auch gleich auf den Rücken - das ist meistens eine Aufforderung, dass sie gestreichelt oder gebürstet werden wollen. Springt meine Katze mich freudig an, dann gleicht das einer Aufforderung zum Spielen.

Wenn Katzen etwas gegen den Strich geht

Werde ich jedoch ignoriert, dann hat das meistens einen - aus Katzensicht - driftigen Grund: Entweder war ich eine „Diva“ oder ich habe vergessen, ihr zu sagen, dass ich später komme oder jemand auf Urlaub ist. Aber so gut, wie wir dank Corona "erzogen" sind, kommt das sehr selten vor, da wir alle - der Briefträger eingeschlossen - gelernt haben, ihr immer alles mitzuteilen. Denn umgekehrt tun das Katzen ja immerhin auch! Wenn auch nicht mit Worten, so doch in ihrer eigenen Sprache, die jeder liebende Besitzer früher oder später zu deuten lernt.

Zur Autorin

Sie lieben Katzen? Dann geht es Ihnen wie "Passion Author" Lilli Platzer, die uns in ihren Anekdoten an ihrem abwechslungsreichen Alltag mit ihrem flauschigen Vierbeiner teilhaben lässt. Und dabei mit ihren Erlebnissen so manchem Katzenbesitzer aus der Seele spricht.

Autor: Lilli Platzer, 30.09.2021