Was guten Most ausmacht und welche Sorten es gibt

Most wird in unseren Breiten bereits seit hunderten von Jahren getrunken – seine Geschichte reicht bis zu den Anfängen des Ackerbaus zurück. Lange Zeit galt er jedoch als Getränk des niederen Volkes, für das vor allem seine verdauungsfördernde Wirkung sowie sein günstiger Preis sprachen. Wer etwas auf sich hielt, präferierte Wein. Mittlerweile hat sich sein Status jedoch bedeutend gewandelt: Most hat eine enorme qualitative Weiterentwicklung hinter sich und weis heutzutage selbst verwöhnteste Feinschmecker zu überzeugen.

Äpfel und Birnen - die Rohstoffe der Mostproduktion

Äpfel & Birnen

Die Basis des Traditionsgetränks bilden Äpfel und Birnen, die auf sogenannten Streuobstbäumen herangezogen werden. Alleine in Oberösterreich, einer der führenden Mostregionen des Landes, stehen über eine Million Streuobstbäume, die jährlich einen Ertrag von mehr als 100.000 Tonnen abwerfen. Der Prozess, der dieses Mostobst in weiterer Folge in edle Tropfen verwandelt, steht in puncto Komplexität der Produktion von Wein in nichts nach. Nachdem die Äpfel und Birnen händisch gepflückt wurden, werden sie gewaschen und gepresst. Anschließend wird der dadurch gewonnene Saft zwischen zehn Tagen und drei Wochen in Gärfässern zum Gären gebracht. Abschließend wird er abgezogen, entschleimt, filtriert und geklärt. Besonders hochwertige Moste werden auf Feinhefe ausgebaut, um ihnen mehr Körper und Struktur zu verleihen, während alkoholfreie Süßmoste sofort nach dem Pressen pasteurisiert und abgefüllt werden.

Cider, eine moderne Mostinterpretation

Vielschichtiger Genuss

Moderner Most schmeichelt unserer Nase mit einem klaren, fruchtigen Geruch und erfreut unser Auge mit einer zitronen- bis goldgelben Färbung, die frei von Brauntönen und Trübungen ist. Ein harmonisches Zusammenspiel von Zucker und Säure, ein hoher Reinheitsgrad der Vergärung sowie eine erfrischende Spritzigkeit bestimmen seinen Geschmack. Seine breit gefächerte Sortenpalette reicht von mildem Birnenmost über säurebetonten Apfel- oder Birnenmost bis hin zu kräftigen, trockenen Cuvées. Darüber hinaus eignet er sich als äußerst variabler Speisenbegleiter und kann sowohl mit einer deftigen Brettljause als auch mit leichten Fischgerichten kombiniert werden.

Mostobst wird auf Streuobstbäumen herangezogen

International

Obwohl Most in allen österreichischen Bundesländern produziert wird, haben sich Niederösterreich (insbesondere das Mostviertel), Oberösterreich, die Steiermark und Kärnten als regelrechte Mostzentren etabliert. Doch auch international erfreut sich Most einer wachsenden Popularität und wird etwa auch in der Schweiz, in Liechtenstein, Süddeutschland, Frankreich, Spanien und Wales hergestellt.

Mostsorten im Überblick

  • Süßmost: Ein alkoholfreier, naturreiner Saft.
  • Apfelmost: Reiner, vergorener Apfelsaft aus einer oder mehreren Sorten.
  • Birnenmost: Wird aus einer oder unterschiedlichen Birnenarten hergestellt und ist reich an Mineral- und Gerbstoffen.
  • Traubenmost: Wird aus Weintrauben gepresst und nicht vergoren.
  • Mischlingsmost: Vergorener Saft aus Äpfeln und Birnen, der vom Spätherbst bis zur neuen Ernte getrunken wird.
  • Birnen-/Apfelsekt: Entsteht, wenn Birnen- oder Apfelmost in der Flasche zum zweiten Mal gären.
  • Birnen-/Apfelcider: Mit Birnen- oder Apfelsaft gesüßter sowie mit Kohlensäure versetzter Birnen- oder Apfelmost.
  • Frizzante: Ein fertiger Most, der mit CO2 angereichert wird.
Autor: Stefan Kohlmaier , 20.10.2020