Die besten Spritzer-Rezepte

Was wäre der Sommer ohne den allseits beliebten Spritzer? Egal ob am Heurigenbankerl, auf der hauseigenen Terrasse, am Feuerwehrfest oder beim Großheurigen – die Mixtur aus Wein und Soda- oder Mineralwasser ist stets mit dabei!
Artikel von Passion-Autor: Helene Schweinberger, 25.07.2022 um 22:49 Uhr

Das Sommergetränk schlechthin, das natürlich auch das restliche Jahr über gerne genossen wird, besteht zu gleichen Teilen aus Wein und sprudelndem Wasser. Hauptsächlich werden frische Weißweine für das belebende Mischgetränk verwendet, doch hier und da auch Rotweine. Österreichische Qualitätsweine erweisen sich dabei als ausgezeichnete Wahl für einen richtig guten Spritzer.

Besonders frisch und damit einhergehend perfekt geeignet für den Spritzergenuss sind beispielsweise Grüner Veltliner oder Welschriesling, vorausgesetzt, man hat es auf den weißen G’spritzten abgesehen. Grenzen gibt es bei der Weinauswahl natürlich nicht, allerdings darf er nicht zu süß sein. Gemischt wird der ausgewählte Wein anschließend mit Soda- oder Mineralwasser. Empfohlen wird jedoch die Mischung mit spritzigem Sodawasser, da der Eigengeschmack des Mineralwassers den herrlichen Wein oft überdeckt oder gar nicht erst zur Geltung kommen lässt.

Der perfekte Spritzer

Entscheidend sind die korrekten Mischverhältnisse. Der ideale Spritzer soll zu 50 Prozent aus Wein und zu 50 Prozent aus Soda- oder Mineralwasser bestehen, sodass das Verhältnis 1:1 beträgt. Zudem muss das sommerliche Getränk mindestens 4,5 Prozent Alkohol aufweisen, um den hoch gelobten Namen "Spritzer" erst tragen zu dürfen.

Neben dem Mischverhältnis weisen Spritzer-Expertinnen und -experten auch auf die ideale Temperatur des Getränks hin: Diese sollte beim Servieren circa sechs Grad betragen, damit die Mischung aus Wein und Sprudelwasser ihre erfrischende, kühlende Wirkung beibehält. Um diese Temperatur möglichst lange zu erhalten, wird Spritzer traditionell aus dem Krügerl getrunken. Aufgrund der dicken Glaswand bleibt der G’spritzte kühl, so braucht er nicht mit Eiswürfeln verwässert zu werden.

Was kommt zuerst: Wasser oder Wein?

Um den perfekten weißen Spritzer zu zaubern, muss so einiges beachtet werden: Temperatur, Glas, Rebsorte und Sprudelwasser. Ganz schön kompliziert für so ein simples Getränk, oder? Doch hat man einmal alle Zutaten beisammen und ist bereit, den Sommerklassiker zuzubereiten, steht man schon vor der nächsten entscheidenden Frage: Was kommt zuerst, das Wasser oder der Wein? Nun, glücklicherweise gibt es in Österreich genügend Fachleute rund um das Thema Wein und Mischgetränke. Sie sprechen die klare Empfehlung aus, zuerst das Soda- bzw. Mineralwasser ins Glas zu füllen, und anschließend den Wein aufzugießen. Auf diese Art und Weise dominiert der gewählte Wein die Mischung weiterhin und gibt den Geschmack vor.

Verschiedene Bezeichnungen nach Bundesland

Selbst, wenn die Begriffe Spritzer oder G'spritzter so ziemlich jedem ein Begriff sind, findet man in Österreichs Bundesländern verschiedene Bezeichnungen für das köstliche Getränk.

  • In Wien wird der G’spritzte teilweise als "Sprühwein" oder "Sprüher" bezeichnet, während er in manchen Regionen Niederösterreichs auch unter dem Namen "Siphon" bekannt ist
  • Die erwähnte Wahl zwischen Soda- und Mineralwasser hat im Burgenland und in der Steiermark wiederum eine Auswirkung auf die ordnungsgemäße Bezeichnung des Getränks. Nur ein Spritzer mit Sodawasser darf sich laut Weingesetz in diesen Regionen tatsächlich "Spritzer" nennen, während ein Mix mit Mineralwasser den Namen "Mischung" trägt
  • Im westlichsten Bundesland Vorarlberg sind die Ausdrücke "Weiß-Süß", "Weiß-Sauer", "Rot-Süß" und "Rot-Sauer" gebräuchlich

Viele Bezeichnungen für ein Getränk, das in ganz Österreich gern genossen wird!

Auswahl an Weiß- und Rotweinen im Glas | Credit: iStock.com/5PH

5 Rezepte, um den G’spritzten zu "pimpen"

Kaiserspritzer, Lifter und Co. haben schon längst ihren fixen Platz auf jeder Getränkekarte. Doch natürlich existieren auch außergewöhnlichere Schöpfungen, die man wahrscheinlich nicht überall findet, aber auf jeden Fall versucht haben sollte.

Veilchen Spritzer

Intensiv, süß, edel: Den Veilchen Spritzer muss man zumindest einmal probiert haben. Ein klassischer weißer G’spritzter wird mit etwas Veilchensirup und einer Zitronenscheibe verfeinert. Das ergibt nicht nur optisch eine wahre Augenweide, sondern auch ein schmackhaftes Getränk für alle, die es bunt mögen. Die Farbe Lila lässt die Wein-Mischung bei der nächsten Garten-Party oder beim gemütlichen Anstoßen zu zweit glänzen. Den benötigten Sirup erhält man einerseits im Handel, kann ihn aber auch selbst fabrizieren. Dazu findet man im Internet zahlreiche Rezepte, doch die Grundzutaten bleiben stets gleich: Veilchenblüten, Wasser, Zucker und Zitrone.

Roter Tonic-Spritz

Ob diese Variation tatsächlich als Spritzwein durchgeht, ist fraglich. Doch immerhin handelt es sich dabei um Rotwein, der mit erfrischendem Tonicwater und einem Schuss Zitronensaft aufgespritzt wird. Dekoriert wird das Mischgetränk noch mit Zitronenscheiben und Eiswürfeln, um auch dem Auge etwas Gutes zu tun. Im Grunde spielt es ja keine Rolle, ob man es hier mit einem ehrwürdigen Spritzer zu tun hat oder nicht: Solange der Geschmack passt, passt auch die Mischung!

Flieder Spritzer

Ähnlich wie beim Veilchen Spritzer wird auch der Flieder Spritzer durch das Hinzufügen eines selbstgemachten Sirups veredelt. Auch dieser kann wahlweise hergestellt oder erworben werden, wobei alleine der Duft bereits ein kulinarisches Vergnügen ist. Die süßlichen Aromen des Fliedersirups verleihen der neuen Spritzer-Schöpfung einen frühlingshaften, leichten Touch. Die Grundlage des weißen Spritzers wird hier kurzerhand durch Sekt oder Prosecco ersetzt. Zur Dekoration bieten sich auch hier Zitronenscheiben oder frisch gepflückte Minze an.

Wermut Spritzer

Man nehme einen guten Weißwein, erfrischendes Sodawasser und einen gut gemeinten Schuss Wermut! Richtig gelesen, bei diesem Rezept dreht sich alles um den aromatischen, aufgespritzten Wein, der sonst nur pur oder bestenfalls in schmackhaften Cocktails genossen wird. Alternativ spielt er in dieser außergewöhnlichen Kombination definitiv die Hauptrolle. Garnieren können Sie die aufregende Spritzer-Variation mit Orangenzesten oder Minze, zum Servieren bieten sich Eiswürfel an.

Uhudler Spritzer

Uhudler-Fans, aufgepasst! Bereit, eine neue Variante des Lieblingsgetränks zu probieren? Beim Uhudler Spritzer wird, wie der Name unschwer erraten lässt, feinster Uhudler mit Sodawasser aufgespritzt, wobei natürlich die fast schon heilige 50:50 Mischregel beachtet werden muss. Das Ergebnis: ein leichter, beeriger, hocharomatischer, betörend duftender und vor allem köstlicher Sommertraum in uhudler-typischem Rosa bis Hellrot.

Auswahl an Weiß- und Rotweinen im Glas | Credit: iStock.com/yrabota

"Man bringe den Spritzwein!"

Selbst, wenn es dem Anschein nach tausende Regelungen und Empfehlungen rund um den G’spritzten gibt, sollte man nicht vergessen, dass im Endeffekt nur eines zählt: der Genuss! In diesem Sinne: Probieren Sie ihn aus und wagen Sie geschmacklich Neues. Ganz im Sinne des Wiener Altbürgermeisters Michael Häupl, der den Satz prägte: "Man bringe den Spritzwein!"

Zur Autorin

Kulinarik, Reisen, Film & Musik, Psychologie und kreative Hobbys - nur eine kleine Auswahl an Dingen, die Passion Author Helene Schweinberger aus Niederösterreich zu ihren vielfältigen und informativen Textbeiträgen für www.weekend.at inspirieren.