Exotische Früchte, die man in Mexiko gegessen haben muss

In Mexiko müssen Früchte weder frühzeitig geerntet werden noch lange Transportwege ertragen, sondern kommen direkt von den Obstbauern auf den Markt. Ein Unterschied, den man nicht nur sieht, sondern vor allem schmeckt.
Artikel von Passion-Autor: Simone Weiskopf, 26.07.2022 um 10:32 Uhr

Burritos, Nachos, Tacos, Quesadillas - während Ihres Aufenthaltes in Mexiko werden Sie garantiert in den Genuss typischer Spezialitäten kommen. Die köstlichen Früchte der Region, die auf den Wochenmärkten landesweit angeboten werden, sollte man sich dabei nicht entgehen lassen.

Mexikanische Obst- und Gemüsemärkte

Täglich geöffnete Obst- und Gemüsemärkte findet man in jeder größeren mexikanischen Stadt. Sie sind der ideale Ort, um die Früchte zu verkosten und mit den Händlerinnen und Händlern ins Gespräch zu kommen. Zu meinen Lieblingsmärkten gehören der Mercado San Juan und der Mercado Hidalgo in Mexico City. Dort findet man eine riesige Auswahl an regionalen Sorten. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte nicht zu viele unterschiedliche Früchte auf einmal probieren, so lässt sich im Falle einer Allergie oder Unverträglichkeit der Auslöser leichter finden.

Wochenmarkt in der mexikanischen Stadt Tijuana an einem sonnigen Tag | Credit: iStock.com/Sherry Smith

Früchte mit dem gewissen Extra

Wenn man die Auswahl der vielen köstlichen Früchte vor sich sieht, weiß man gar nicht, mit welcher man beginnen soll. Die folgenden sollten auf keinen Fall fehlen.

Ataulfo-Mango

Die Mango-Saison in Mexiko beginnt etwa im Februar und geht bis in den August hinein. Das ist auch die beste Zeit, um die köstlichen Mangos zu probieren. Während wir hierzulande die große runde, grün-rote Mango mit einer dicken elastischen Schale kennen, ist die aus Chiapas stammende Ataulfo-Mango gelb, länglich, weich und lässt sich auch von Hand sehr leicht schälen. Das Fruchtfleisch ist - verglichen mit den in Österreich bekannten Mangos - süßer und nicht von lästigen Fasern durchzogen.

Ataulfo-Mangos | Credit: iStock.com/Khonte Abejuela

Kochbanane (plátano macho)

Während man in Österreich lange danach suchen muss, findet man in Mexiko die Kochbanane so gut wie an jeder Straßenecke. Verglichen mit der "normalen" Banane ist die "plátano macho" größer, weniger gebogen und hat eine dickere Schale. Sie ist in Grün, Gelb oder Braun erhältlich, wobei die Farbe einen wesentlichen Einfluss auf den Geschmack hat. Für gewöhnlich werden sie als Frühstücksbeilage oder süße Nachspeise serviert.

Im grünen Zustand ist der Geschmack eher mehlig und vergleichbar mit einer Kartoffel. Hat die Banane braune Flecken oder ist sie ganz braun und weich, so ist sie besonders süß - da schmeckt sie am besten! Ich persönlich mag sie am liebsten halbiert, in Längsstreifen geschnitten und mit ein bisschen Öl in der Pfanne angebraten. Mehr braucht es nicht, da ihr Geschmack schon Highlight genug ist.

Kochbananen sind übrigens nicht nur in Mexiko, sondern auch in vielen anderen mittel- und südamerikanischen Ländern verbreitet und beliebt. Während man Bananen grundsätzlich als "plátano" bezeichnet und höchstens durch den Zusatz "macho" deutlich macht, dass man Kochbananen meint, wird in Kolumbien grundsätzlich zwischen "banana" (Banane) und "plátano" (Kochbanane) unterschieden. Kaum ein Gericht, das dort ohne letztere auskommt.

Grün-gelbe Kochbananen | Credit: iStock.com/IriGri8

Babybananen (plátano dominico)

Babybananen sind nicht nur süß, was ihre Größe (im Durchschnitt 6 cm) angeht, sondern auch in Bezug auf ihren köstlichen Geschmack. Ideal als kleiner Snack zwischendurch, der sich besonders gut zum Frühstück im Joghurt oder Müsli macht.

Babybananen | Credit: iStock.com/rodrigobark

Sapote (mamey/zapote)

Die Sapote hat eine braune holzartige Schale und ein orangefarbenes, sehr weiches, süßes Fruchtfleisch. Der Geschmack lässt sich nur schwer in Worte fassen. Irgendwie ist es eine Mischung aus Kürbis, Schokolade, Süßkartoffel und Vanille. Mir persönlich ist diese Frucht zu süß, aber sie wird gerne pur oder in Form von Smoothies und diversen Nachspeisen genossen. Sie werden die Mamey auf jedem Markt finden, also probieren Sie sie unbedingt aus und bilden sich Ihre eigene Meinung!

Sapote | Credit: iStock.com/bhofack2

Zimtapfel (anona/anón)

Aufgrund der grünen Farbe und den Schuppen könnte man beim Zimtapfel zu Recht einen säuerlichen oder bitteren Geschmack vermuten. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Wie der Name bereits suggeriert, erinnert seine Note an Zimt, Apfel, ein wenig auch an Birne. Geschmacklich ist der Zimtapfel also absolut top! Die grüne Frucht hat ein weißes, traubenförmiges Fruchtfleisch mit einem Kern in jeder "Traube". Sie zu verspeisen ist zugegeben eine Kunst für sich, da recht viele Kerne enthalten sind, die nicht mitgegessen werden.

Zimtapfel | Credit: iStock.com/khanet janngam

Granadilla

Die Granadilla ist eine Art Passionsfrucht, die sich aufgrund ihrer orangefarbenen Schale jedoch farblich grundsätzlich von ihrer Verwandten unterscheidet. Die runde Frucht in der Größe einer kleinen Zitrone hat eine harte Schale, die bei Druck  leicht zerbröckelt. Besser also, man isst sie nicht auf dem Markt, sondern löffelt sie in aller Ruhe bei Tisch aus, nachdem man sie halbiert hat. Das Warten auf diesen Moment lohnt sich, denn der Geschmack ist unvergleichlich! Das etwas schleimige Fruchtfleisch mit den essbaren Kernen ist süß-säuerlich und sehr erfrischend - vergleichbar einer Maracuja, nur nicht so sauer oder bitter.

Granadilla | Credit: iStock.com/WS Studio

Mangostane (mangostino/mangostán)

Auch wenn ihr Name an Mango erinnert, hat die Mangostane mit ihr nichts zu tun. Ursprünglich stammt sie aus dem asiatischen Raum, wird aber seit vielen Jahrzehnten auch in der mexikanischen Region Chiapas angebaut. Markant sind ihre starre Schale in Dunkelviolett und ihre grünen ledrigen Kelchblätter. Öffnet man die Frucht, so sieht sie ein wenig aus wie eine geschälte weiße Mandarine. Der Geschmack und die Konsistenz des weißen Fruchtfleisches mit den großen Samen erinnert dabei sehr an eine saftige, süße Litschi mit einer leicht säuerlichen Note.

Mangostane | Credit: iStock.com/Amarita

Drachenfrucht (Pitahaya)

In Mexiko findet man gleich drei verschiedene Drachenfrucht-Sorten. Am verbreitetsten und bekanntesten ist die Variante mit der pinkfarbenen Schale und dem weißen Fruchtfleisch mit den kleinen schwarzen Samen. Andere wiederum haben ein rotes Fruchtfleisch oder eine gelbe Schale mit weißem Fruchtfleisch. Geschmacklich sind alle drei sehr ähnlich - sehr wässrig, mild und leicht süßlich, vergleichbar mit einer Kiwi oder Erdbeere.

Drachenfrucht | Credit: iStock.com/marhero

Zur Autorin

Eigentlich studiert Passion Author Simone Weiskopf Translationswissenschaft und Linguistik. In ihren Beiträgen für www.weekend.at entfaltet sie ihre Begeisterung für Lifestyle-Themen und teilt unter anderem Tipps, Trends und Facts aus dem Themenbereich Beauty.