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Ceviche mit Brot | Credit: iStock.com/SGAPhoto
Ceviche zählt zur typischen Küche der Küste Perus
Ceviche zählt zur typischen Küche der Küste Perus
iStock.com/SGAPhoto

Peru: eine kulinarische Entdeckungsreise

05.03.2024 um 15:20, Artikel von Passion-Autor: Simone Weiskopf
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Peru dominiert sämtliche Gastronomie-Awards. 2023 erhielt das Central in Lima den Titel „Bestes Restaurant der Welt“. Warum die Küche Perus so beliebt ist.

Peru ist in Bezug auf die Größe nicht einmal ansatzweise vergleichbar mit unserem kleinen Österreich. Das südamerikanische Land erstreckt sich über 1,2 Millionen Quadratkilometer und verfügt über mehr als 3.000 Küstenkilometer. Neben der Küste prägen vor allem Gebirgszüge (mit Gebirgen von bis zu 6.700 Metern) das Land und der Amazonas Regenwald macht sogar ganze 60 % der peruanischen Landesfläche aus! Daher ist es nicht verwunderlich, dass die kulinarischen Angebote im Land sehr vielfältig sind. Sehen wir uns die drei Landschaften – Küste, Gebirge, Regenwald – und ihre jeweiligen Spezialitäten im Detail an.

Die Küche der Küste

Lima ist nicht nur die Hauptstadt Perus, sondern wird auch als die Hauptstadt der peruanischen Küche bezeichnet. Menschen aus verschiedenen Regionen Perus kommen hierher, was einen unglaublichen kulinarischen Mix begünstigt. Als Küstenstadt zeichnet sich die Küche Limas durch frischen Fisch und Meeresfrüchte aus, die direkt vom Hafen auf den Teller kommen.

In der Hafenstadt Callao bekommt man den besten und frischesten Ceviche. Dort wird der Ceviche klassisch mit rohem Fisch, Limetten, Salz, Pfeffer, Petersilie, Zwiebeln, Maiskolben und einem Stück Süßkartoffel sowie geröstetem Mais und Chicharrón de mariscos (frittierte Meeresfrüchte) serviert. Die Zubereitung von Ceviche variiert jedoch je nach Region. In Chiclayo zum Beispiel wird Ceviche mit einem Maiskuchen serviert. In Piura hingegen kann auch mal eine Banane auf dem Ceviche landen. Natürlich variiert auch der Fisch je nach Stadt. Typischerweise wird Bonito verwendet.

Neben Ceviche gibt es noch andere leckere Gerichte wie:

  • Tamales: Ein aus Maismehl gefertigter Teig, der zusammen mit Fleisch, Gemüse und Chili in Bananenblätter gewickelt und anschließend gedämpft oder gekocht wird.
  • Aji de Gallina: Zerkleinertes Hühnerfleisch in einer Soße aus Aji Amarillo (eine gelbe Chilischote), Zwiebeln, Knoblauch, Nüssen, Milch und Gewürzen; wird normalerweise mit Reis, gekochten Kartoffeln und hartgekochten Eiern serviert.
  • Anticuchos: Gegrillte Fleischspieße aus Rinderherz werden mit Kartoffeln oder Mais als Beilage gereicht.
  • Tacu Tacu: Ein Gericht aus Reis und Bohnen, das in der Pfanne angebraten wird; ist eine typische Beilage zu verschiedenen Fleisch- und Fischgerichten.
  • Carapulcra: ist ein Eintopf aus Trockenkartoffeln, Fleisch (Schwein oder Huhn), Aji Panca (rote Chili-Paste), Knoblauch, Zwiebeln, Nüssen und verschiedenen Gewürzen.
Tamales in einem Bananenblatt | Credit: iStock.com/Gonzalo Calle Asprilla
Tamales sind in Peru sehr beliebt

Kulinarik des Gebirges

Wusstest du, dass es in Peru mehr als 3.600 verschiedene Kartoffelarten und Knollengewächse gibt? Hier findest du Kartoffeln nicht nur in unterschiedlichen Formen und Größen, sondern auch in allen möglichen Farben. Die Anden sind das bedeutendste Kartoffelanbaugebiet Perus, aus diesem Grund stehen viele Kartoffelgerichte auf dem Speiseplan.

Die Ernährungsweise der andinen Bevölkerung ist jedoch alles andere als pflanzenbasiert. Neben Rindfleisch, Geflügel und Schweinefleisch gehören auch Alpakas und Meerschweinchen zu den Proteinquellen. Die Region Arequipa ist besonders bekannt für ihre geschmackvolle Küche.

Hier ein paar Gerichte, die du probieren solltest:

  • Causa: ist ein kaltes Kartoffelgericht aus gestampften Kartoffeln mit einer Füllung aus Mayonnaise, Limettensaft und Huhn bzw. Thunfisch.
  • Pachamanca: ein Eintopf aus Fleisch, Kartoffel, Maiskolben und Maniok. Für dieses Gericht wird ein Loch gegraben, mit heißen Steinen gefüllt und anschließend wieder verschlossen, um die Pachamanca in einer Art Erdofen zu garen. Insbesondere in den Monaten Februar und August, wenn die Pachamama (Mutter Erde) als besonders hungrig gilt, wird dieses Gericht zubereitet und im Rahmen einer Zeremonie genossen.
  • Cuy frito: Das frittierte Meerschweinchen ist vom Geschmack her ähnlich wie Hühnerfleisch, jedoch riecht und schmeckt es intensiver. Außerdem ist das Fleisch fetthaltiger, ähnlich dem vom Schwein. Traditionell wird es mit Reis, Kartoffeln und Chicharrón de Cerdo (frittierte Schweineschwarte) serviert.
  • Rocoto Relleno: Eine scharfe Paprikasorte wird gefüllt mit Hackfleisch, Zwiebeln, Rosinen usw.
| Credit: iStock.com/daniel san martin
Rocoto Relleno werden mit Hackfleisch gefüllt

Gerichte des Regenwalds

Die Küche des Regenwaldes unterscheidet sich erheblich von jener der Küste und des Gebirges. Besonders Kochbananen und Flussfische kommen hier häufig zum Einsatz.

Diese Gerichte solltest du bei deiner Reise in den Regenwald nicht verpassen:

  • Tacacho mit Cecina: ist ein großer Knödel, bestehend aus Kochbananen und Schweineschmalz, mit luftgetrocknetem und geräuchertem Schweinefleisch.
  • Juane: Reis mit Huhn wird zum Kochen in ein Bananenblatt gewickelt (ähnlich wie Tamales).
Tacacho mit Cecina | Credit: iStock.com/mathess
Tacacho mit Cecina ist ein großer Knödel mit Schweinefleisch

Lass dich nicht abschrecken und koste während einer Reise nach Peru das ein oder andere landestypische Gericht – es muss ja nicht gleich ein Meerschweinchen sein. Und verpasse nicht die Gelegenheit, die traditionellen Getränke zu probieren: Pisco Sour, Chicha und Inka Cola (die peruanische Variante von Coca Cola in auffälliger gelber Farbe).

Pisco Sour | Credit: iStock.com/peffan
Vergessen Sie nicht auf peruanische Getränke wie Pisco Sour

Zur Autorin

Eigentlich studiert Passion Author Simone Weiskopf Translationswissenschaft und Linguistik. In ihren Beiträgen für www.weekend.at entfaltet sie ihre Begeisterung für Lifestyle-Themen und teilt unter anderem Tipps, Trends und Facts aus dem Themenbereich Beauty.

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