Urlaub in Cancún: Insider-Tipps für Mexiko-Fans

Allein für die mexikanische Stadt Cancún samt Umgebung braucht man mindestens zwei Wochen, um in Ruhe all die sehenswerten Orte zu sehen. Erprobte Tipps von Mexiko-Kennern.
Autor: Simone Weiskopf, 22.05.2022 um 16:29 Uhr

Weiße, palmengesäumte Strände, kristallklares Wasser und tropische Temperaturen locken Urlauber aus aller Welt an die mexikanische Karibikküste. Ideal - viele Flugzeuge landen direkt in Cancún. Wer dort wie ich heimisch geworden ist, hat ausgiebig Gelegenheit, die schönsten Seiten der Stadt zu erkunden.

Nicht nur Sonnenanbetern und Party-Tigern hat Cancún einiges zu bieten, sondern auch Familien und Pärchen. Die Küstenstadt eignet sich perfekt als Auftakt einer Mexiko-Reise und gilt als relativ sicher. Die Strände sind traumhaft – vor allem Playa Chacmool und Playa Caracol!

Palmengesäumte, menschenleere Straße rund um Cancún | Credit: iStock.com/LUNAMARINA

Zona Hotelera

Cancún ist weit mehr als nur die Ausgangsbasis für Ausflüge ins Landesinnere von Mexiko. Wer seine Unterkunft in der Zona Hotelera (Hotelzone) bucht, findet dort neben Hotels unterschiedlicher Preiskategorien auch günstigere Hostels und AirBnBs.

Von der Zona Hotelera aus gelangt man mit den Buslinien R1 und R2 ganz einfach und kostengünstig ins Zentrum direkt zu der ADO bzw. Shuttle Station. Wo auch immer man ein- bzw. aussteigt, der Preis für ein Busticket in der Hotelzone beträgt einheitlich 12 Pesos (ca. 50 Cent).

Obwohl es in Cancún nur ein paar wenige Clubs gibt, ist die lokale Party-Szene (vor allem bei den Amerikanern) sehr beliebt. Zu den bekanntesten Diskotheken gehören der Coco Bongo und der Mandala Beach Club. Feierwütige können sich dort Abend für Abend austoben.

Zona Hotelera in Cancún | Credit: iStock.com/Elijah-Lovkoff

Isla Mujeres

Isla Mujeres ist ein absolutes Muss, wenn man in Cancún Urlaub macht. Die Fähre fährt vom Hafen Playa Tortugas die Insel im Schnitt stündlich an. Einplanen sollte man, dass es nach Wetter und Saison zu kurzfristigen Änderungen bei den Abfahrtszeiten kommen kann. Die Überfahrt selbst dauert gerade einmal 20 Minuten, das Ticket für die Hin- und Rückfahrt kostet 500 Pesos (circa 23 Euro). Einen Platz auf dem Deck sollte man sich nicht entgehen lassen, denn mit etwas Glück kann man von dort aus Delfine im offenen Meer beobachten.

Per Miet-Roller oder Golfwagen erkundet man Isla Mujeres oder verbringt den Tag ganz entspannt am Playa Norte – mit seinem feinen, weißen Sand und dem glasklaren Meer der schönste Strand der Insel. Dieser ist zu Fuß in nur wenigen Minuten vom Hafen aus erreichbar. Dank der Strömung bleibt er ganzjährig vom Seegras verschont, das es zu bestimmten Zeiten des Jahres an die mexikanische Küste treibt.

Nach einem entspannten Tag am Strand ist ein Abstecher in den Beach Club oder ein Restaurant zwischen dem Playa Norte und dem Hafen zu empfehlen. Mit etwas Glück hat man Gelegenheit, bei einer frischen Meeresfrüchteplatte und Live-Musik direkt am Strand den Sonnenuntergang zu genießen. Diesen sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, gehört er zu einem der schönsten in der Region. Hat man nicht vor, über Nacht auf der Isla Mujeres zu bleiben, nimmt man gegen 19 Uhr die Fähre nach Playa Tortugas. Darüber hinaus verkehrt noch bis Mitternacht eine weitere nach Puerto Juarez.

Strand von Isla Mujeres | Credit: iStock.com/SimonDannhauer

Holbox

Kann man sich in eine Insel verlieben? Ja, wenn sie Holbox heißt! Wenigstens drei bis vier Tage sollte man bleiben. Nach einer zweieinhalbstündigen Fahrt mit dem Minivan (250 Pesos, ca. 12 Euro) nach Chiquila geht's weiter mit der Fähre zu einer 25-minütigen Überfahrt nach Holbox (440 Pesos, circa 20 Euro).

Wer alleine reist und gerne unter Menschen ist, dem kann ich das Che Hostel ans Herz legen. Das Personal kümmert sich um seine Gäste und organisiert Gruppenaktivitäten und Ausflüge. Außerdem ist die Herberge sauber, die Betten sind bequem, es gibt einen Pool, und das Frühstück (nicht im Preis inbegriffen) ist köstlich!

Mexikanische Taco-Platte | Credit: iStock.com/Peter Marik

Den atemberaubenden Strand von Punta Mosquito erreicht man am besten per Fahrrad oder Golfwagen, die es zu mieten gibt. Von Taxis ist abzuraten: So leicht man eines für die Hinfahrt bekommt, so schwer bis unmöglich wird es, eines zu ergattern, das einen wieder ins Zentrum der Insel zurückbringt.

Einmal dort angekommen, ist es herrlich, die Sandbank entlang zu schlendern, die nur am Vormittag aus dem Wasser ragt. Nirgendwo in Mexiko ist das Wasser klarer, nirgendwo der Sand weißer. Um diese Zeit des Tages hat man den Strand fast alleine für sich, kann stundenlang spazieren, Fotos machen oder nach Seesternen suchen.

Zur Mittagszeit steigt der Wasserpegel an, und die Sandbank verschwindet. Mit der wohltuenden Ruhe, wie man sie noch am Vormittag genießen konnte, ist es spätestens am Nachmittag vorbei, denn dann ist ziemlich viel los.

Wer einmal das Phänomen der Biolumineszenz (atemberaubendes Spektakel, das das Wasser blau leuchten lässt) aus nächster Nähe erleben will, ist in Holbox genau richtig. Bei Regen oder Vollmond ist es leider nicht zu sehen, also Daumen halten, dass man zum richtigen Zeitpunkt dort ist.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Insel statt herkömmlicher Straßen Sandpfade hat.

Vor allem, wenn man nur wenige Tage auf Holbox verbringt, sollte man sich zwei Mal überlegen, ob man die Zeit für Touren nutzt. Ich selbst habe die drei Islands Tours mitgemacht. 500 Pesos (circa 23 Euro) sind zwar mehr als erschwinglich, doch reicht kein Ausflug an den an die Punta Mosquito heran! Das ist ein Versprechen.

Junger Mann fährt in einem Mini-Mobil den Strand von Holbox ab | Credit: iStock.com/Bodler

Cozumel

Für Cozumel sollte man eine Übernachtung einplanen. Die Fähre, die stündlich von Playa del Carmen die größte Insel der Region anfährt, dauert je nach Anbieter zwischen 30 (Ultramar) und 40 Minuten (Winjet). Das Boot schaukelt kräftig hin und her - wer leicht seekrank wird, dem sei eher die Fahrt mit Winjet zu empfehlen (inklusive Reisekaugummi). Für Hin- und Rückfahrt zahlt man 440 Pesos (circa 23 Euro).

Auch wenn das Zentrum überschaubar ist, sollte sich die Unterkunft in der Nähe der Fährstation befinden. Denn Cozumel gehört zu den schönsten Orten, an denen sich schnorcheln lässt. Taucherbrille auf und sich am besten selbst davon überzeugen!

Zwei Tipps, die sich auszahlen:

Mit dem Roller (300 Pesos pro Tag in der Nebensaison) fährt man an den Puerto Abrigo und kauft sich als Erfrischung für unterwegs eine Mango an der Juice-Bar, bevor man ins kühle Nass eintaucht, um im türkisfarbenen Meer die faszinierende Unterwasserwelt zu erleben.

Wer Cozumel dagegen im Rahmen einer Tour kennenlernen möchte, wird es nicht bereuen, eine zu machen. Per Boot mit rund 20 anderen Reisenden besucht man in vier bis fünf Stunden drei Riffe – je nachdem, an welchem Steg man zusteigt.

Junge Frau beim Schorcheln in Mexiko | Credit: iStock.com/Profundo no Mundo

Am ersten Spot kann man zwischen zwei Riffen schnorcheln (für Equipment ist gesorgt, Essen und Getränke sind inkludiert) und eine Vielzahl bunter Fische im glasklaren Wasser betrachten.

Von dort geht es weiter nach "El Cielo" (Himmel). Der Ort verdankt seinen Namen dem unbeschreiblich blauen Wasser und der Vielzahl an Seesternen.

Seesterne | Credit: iStock.com/Damocean

Anschließend geht es zu "El Cielito" (Himmelchen). Das Wasser ist dort sehr flach, seine Farbe unverändert schön. Während an Bord Ceviche zubereitet wird, schwimmen Rochen, Fische in schillernden Farben und Seesterne knapp an den eigenen Füßen vorbei.

Eine unvergessliche Tour, dessen Preis-Leistungs-Verhältnis mit 600 Pesos (circa 28 Euro) unschlagbar ist.

Fische vor der Küste von Mexiko | Credit: iStock.com/Damocean

Davon abgesehen bietet Cozumel nicht allzu viele Highlights. Die schönen Strände sind leider alle im Westen der Insel, wo sich Hotels und Beach Bars nahtlos aneinanderreihen. Für die Nutzung des Strandes muss Eintritt bezahlt werden, nach 18 Uhr ist er nicht mehr zugänglich. Schade!

Cozumel an einem sonnigen Tag | Credit: iStock.com/Aneese

Playa Del Carmen

Von Playa del Carmen (PDC) kommt man nicht nur nach Cozumel; die bei Touristen sehr beliebte Stadt ist am einfachsten zu erreichen, wenn man mit einem Minivan von Cancún Zentrum anreist. Die rund zweistündige Fahrt kostet 45 Pesos (circa 2 Euro).

Schildkröte unter Wasser vor dem Playa del Carmen in Mexiko | Credit: iStock.com/Patryk_Kosmider

Quinta Avenida

Wer in PDC etwas erleben will, sollte sich eine Unterkunft in der Nähe der Quinta Avenida (Fünfte Straße) suchen, in der es eine Vielzahl an Restaurants, Bars und Diskotheken gibt. Nächtigt man außerhalb des Zentrums, kommt man um ein Taxi nicht herum und läuft Gefahr, von Fahrern "abgezockt" zu werden.

Die Quinta Avenida in Playa del Carmen | Credit: iStock.com/Iacob MADACI

Cenoten

Einen Besuch wert sind die sogenannten Cenoten - Wasserlöcher im Dschungel, die durch Quellen im Boden und Ansammlungen von Regenwasser im Laufe der Zeit entstanden sind. In der Region Quintana Roo gibt es mehrere hundert davon.

Für ein paar Pesos kommt man per Minivan zu den Cenoten, die bis 17 Uhr besichtigt werden können. Der Eintritt für die meisten macht 150 Pesos (circa 7 Euro) aus. In manchen kann man übrigens auch campen.

Wer eine Cenote besucht, sollte unbedingt eine Taucherbrille mitnehmen, um die vielen Fische zu sehen, die sich hier tummeln.

Sehenswert ist unter anderem die Cenote Azul mit ihrem intensivblauen Wasser. Ein Sprung ins kühle Nass von der Klippe, danach ein Picknick, bei dem man sich bei Snacks und Getränken erfrischt, die man zuvor am Kiosk gekauft hat. Ich erinnere mich gern: Während des Essens haben sich ein Leguan, viele blaue Vögel und eine Bande Nasenbären zu uns gesellt. Echtes Dschungel-Feeling!

Junge Frau in der Cenote Azul | Credit: iStock.com/Seckin Ozturk

Valladolid

Quintana Roo ist nicht nur für seine atemberaubende Natur, sondern auch seine Maya-Kultur bekannt. Für alle, die sich für sie begeistern, ist Valladolid daher unbedingt zu empfehlen. Von hier aus lässt sich auch die geschichtsträchtige Stätte Chichén Itzá leicht erreichen.

Am besten reist man mit dem ADO Bus hierher. Die Fahrt vom Zentrum in Cancún nach Valladolid dauert dabei etwas mehr als zwei Stunden und kostet 300 Pesos (circa 14 Euro). Beachten sollte man, dass beim Ticketkauf am Schalter der Reisepass verlangt wird.

Das Zentrum von Valladolid ist überschaubar, die bunten Häuser und vielen kleinen Lokale sorgen für die nötige Lebendigkeit.

Die San Pablo Kirche in Valladolid | Credit: iStock.com/bbsferrari

Chichén Itzá

Im Falle einer Übernachtung am besten gleich beim Einchecken einen Roller mieten, mit dem man nach dem Frühstück schnell in Chichén Itzá ist, das ab 8 Uhr morgens geöffnet hat. Alternativ kommt man auch mit einem Minivan dorthin.

Wer gleich in den frühen Morgenstunden eintrifft, hat den Vorteil, dass die Temperaturen noch angenehm sind, und man ungestört Schnappschüsse von der Ruine machen kann. Ähnlich am späten Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr, wenn keine neuen Gäste mehr eingelassen werden. Mit etwas Glück wird man zum Abschluss noch Zeuge einer Lichter-Show, die an manchen Abenden gezeigt wird.

Der Eintritt für Chichén Itzá ist mit 571 Pesos (circa 26 Euro) verhältnismäßig teuer. Geführte Touren werden zwischen 800 (circa 37 Euro) und 1.300 Pesos (circa 60 Euro) angeboten. Ob die teurere auch die bessere ist, kann ich nicht sagen. Ein Guide bemerkte dazu trocken: "You get what you pay for."

El Castillo von Chichén Itza | Credit: iStock.com/JoseIgnacioSoto

Bacalar

Die Ortschaft Bacalar befindet sich ganz im Süden von Quintana Roo, schon fast an der der Grenze zu Belize. Auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man länger in der Region ist und ausreichend Zeit hat, da die Anreise bereits recht lange dauert: Knapp drei Stunden mit dem ADO Bus (218 Pesos, circa 10 Euro) nach Tulum und weitere 2,5 Stunden mit dem Minivan weiter nach Bacalar (180 Pesos, circa 10 Euro).

Die archäologische Zone mit den Ruinen und die Cenoten um Tulum sind nett anzusehen, aber im Vergleich zu anderen touristischen Zielen auch überbewertet und überteuert.

Der Strand von Tulum | Credit: iStock.com/tommasolizzul

Bacalar dagegen ist ein ruhiger kleiner Ort direkt an der Lagune. Das Besondere an ihr ist nicht nur die Größe, sondern auch die Farbe des Wassers. An manchen Stellen kann man bis zu sieben verschiedene Blautöne erkennen.

Wer ein AirBnB direkt an der Lagune mietet, wird seinen Aufenthalt noch mehr genießen. Denn je weiter man vom Strand entfernt wohnt, desto schwieriger ist es, dorthin zu gelangen. Wir hatten das Glück, kurzfristig eine kleine Hütte mit privatem Steg inklusive Kajak zu ergattern - ein Traum!

Die Lagune eignet sich ausgezeichnet zum Stand-up-Paddeln, Kajakfahren und Spazierengehen. Das Betreten der kleinen Inseln ist jedoch verboten, da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt. "Zutritt verboten" heißt es auch für die meisten Stege, da sie zu privaten Anlagen gehören. Ein Grund mehr, eine eigene Unterkunft direkt an der Lagune zu buchen!

Wer in Bacalar auf der Suche nach Party-Meilen ist, sucht diese vergeblich. Zwar gibt es ein paar Hostels und Restaurants und Bars, dennoch kommt man hierher, um die eigenen Batterien wieder aufzuladen. Das geht umso einfacher, als das Internet wie auch der Handy-Empfang eingeschränkt bis nicht verfügbar sind.

Bacalar bei Sonnenuntergang | Credit: iStock.com/BrewerEnri

Zur Autorin

Eigentlich studiert Passion Author Simone Weiskopf Translationswissenschaft und Linguistik. In ihren Beiträgen für www.weekend.at entfaltet sie ihre Begeisterung für Lifestyle-Themen und teilt unter anderem Tipps, Trends und Facts aus dem Themenbereich Beauty.