Falscher Hase: Schokoleckereien im Öko-Check

Geht es nach der Menschenrechtsorganisation Südwind und der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 dürften zu Ostern nur sechs der insgesamt 30 getesteten Schokohasen im Osternest liegen. Denn das Fazit ihres alljährlichen Öko-Checks, bei dem sie darauf achten, ob die essbaren Häschen die sozialen und ökologischen Mindeststandards erfüllen, fällt, ähnlich wie im Vorjahr, wieder recht durchwachsen aus: Der Trend geht zwar in Richtung Bioschokolade, trotzdem fällt jedes dritte Produkt im öko-fairen Check durch und wird mit Rot bewertet. Der Grund: es fehlen unabhängige Zertifizierungen. 

Aufholbedarf bei bekannten Marken

Das Alarmierende daran: Vor allem große und bekannte Marken wie Milka, Lindt, Ferrero Rother oder After Eight, die pro Haushalt meist mindestens in einem Nest zu finden sind, können die gewünschten Standards nicht erfüllen. Die Unternehmen setzen zwar auf eigene, nicht aber auf unabhängige Gütesiegel. Das ist ein Problem, wie Angelika Dörfler (Südwind) und Martin Wildebern (GLOBAL 2000) erklären: "Für ein sozial und ökologisch faires Osterfest gibt es vor allem bei den großen Marken noch viel Aufholbedarf. Unternehmenseigene Gütesiegel ersetzen keine unabhängige Überprüfung. Kundinnen und Kunden brauchen Qualitätsstandards, die seriös und nachvollziehbar sind." 

Naschen ohne schlechtes Gewissen

Doch welche Häschen sind die großen Gewinner des Checks? Testsieger sind der "EZA Schokolade" erhältlich bei den Weltläden, der "Natur*pur Bio-Osterhase" von Spar, der "Heidi Feldhase hell" von denn's, der "Monarc Bio-Confiserie Osterhase" von Hofer, der "Riegelein Bio Osterhase" von Merkur sowie der "Favorina Confiserie Sitzhase" erhältlich bei Lidl. Diese essbaren Figuren können ohne schlechtes Gewissen verzehrt werden und erfüllen die wichtigen Kriterien. 

Über den Check

Der Osterhase-Check soll als Orientierungshilfe für ein öko-faires Osterfest dienen, bei der nur Schokolade genascht wird, die ohne Kinderarbeit, Ausbeutung und Naturzerstörung hergestellt wurde. Denn im konventionellen Kakaoanbau stehen die Ausbeutung von Mensch und Natur leider noch immer an der Tagesordnung. "Die großen Schokoladen-Konzerne haben vor 20 Jahren angekündigt, konsequent gegen ausbeuterische Kinderarbeit vorzugehen. Heute sehen wir, dass die Entwicklung noch immer in die falsche Richtung geht", so Derfler. Das zeigt auch eine Studie der Universität von Chicago: In den Top-Kakao-Ländern Elfenbeinküste und Ghana  arbeiten noch immer rund 1,5 Millionen Kinder unter den schlimmsten Bedingungen, um ihre Familien zu unterstützen. Deswegen haben sich Südwind und GLOBAL 2000 es zur Aufgabe gemacht, falsche Hasen aufzudecken. 

Autor: Cornelia Scheucher, 24.03.2021