4 Expertentipps fürs Wintergrillen

Peter Spak verrät, wie Sie auch bei Minusgraden ein Festmahl auf Ihrem Grill zaubern.
Autor: Stefan Kohlmaier, 02.02.2022 um 19:07 Uhr

Die meisten von uns assoziieren das Grillen mit einem ausgelassenen Zusammensein im Garten an einem strahlend schönen Sommertag, wenn ein Schluck kühlen Bieres für eine genussvolle Erfrischung und ein saftiges Steak für das leibliche Wohl sorgt. Seit geraumer Zeit schickt sich jedoch eine in dieser Hinsicht ungewöhnliche Jahreszeit an, die saisonale Alleinherrschaft des Sommers über das Grillen herauszufordern – der Winter! Vor allem im Zuge des Jahreswechsels steht daher bei immer mehr Österreichern neben Raclette und Fondue ein herzhaftes Wintergrillen auf dem Programm. Was es zu beachten gilt, um damit einen kulinarischen Volltreffer zu landen, weiß Peter Spak, der Eigentümer des österreichischen Saucenherstellers Spak.

Das richtige Grill-Equipment

Egal, ob Sie als Traditionalist zu Holzkohle oder Briketts greifen oder dem Trend folgen und mit Gas oder Strom grillen, das Aufrechterhalten einer konstanten Temperatur ist für das Wintergrillen unter allen Umständen unerlässlich. Daher sollten Sie den Deckel Ihres Grills permanent geschlossen halten und in die Anschaffung eines Funk-Fleischthermometers investieren, um die Temperatur auch während einer gemütlichen Aufwärmpause im Wohnzimmer stets im Auge behalten zu können.

Der ideale Brennstoff

Kompromisslose Anhänger der festen Brennstoffe sollten bei Minusgraden Briketts gegenüber Kohle den Vorzug geben. Erstere weisen nämlich eine längere Glutzeit auf, was sich im Winter positiv auf das eine erhöhte Garzeit benötigende Grillgut auswirkt. Um die Briketts rascher auf Betriebstemperatur zu bringen, empfiehlt es sich jedoch, für das Anheizen zusätzlich auf Holzkohle zurückzugreifen. Vergessen Sie außerdem nicht darauf, ihren Briketts- und Kohlevorrat rechtzeitig und ausreichend aufzustocken, bevor die Produkte aus dem Sortiment der Baumärkte verschwinden. Bedenken Sie zudem, dass man an besonders kalten Tagen zum Grillen rasch die doppelte Menge an Brennmaterial als gewöhnlich benötigt.

Peter Spak steht mit einem Glas Tomatensauce und einem Bündel Tomaten in der Hand vor einem grünen Hintergrund

Außergewöhnliches Winter-Grillgut

Die kälteste Zeit des Jahres gestattet darüber hinaus ein Grillen mit Fleisch- und Gemüsesorten, die im Sommer nur stark eingeschränkt verfügbar sind: beispielsweise Gans, Wildschwein, Kürbis und Chicorée. Unabhängig davon, für welches dieser außergewöhnlichen Grillgüter Sie sich schlussendlich entscheiden, sollten Sie das Fleisch jedenfalls in großen Stücken sowie im Ganzen grillen, damit es einen saftigen Kern behält und gleichzeitig außen intensive Röstaromen ausbildet. Als Beilagen machen etwa Ofenkartoffel, Rotkraut oder ein Melanzani-Püree eine besonders gute Figur, während eine Sauce oder Mayonnaise mit Trüffel das Geschmackserlebnis raffiniert abrunden.

Sich in Geduld üben

Ferner sollten Sie im Winter auch mehr Zeit für die Vorbereitung des Grillgutes veranschlagen: Fleisch, Fisch und Geflügel sollten dem Kühlschrank dabei mindestens eine Stunde vor Grillbeginn entnommen und auf Raumtemperatur erwärmt werden. Sobald auf dem Fleischthermometer während des anschließenden Grillens die optimale Kerntemperatur aufscheint, ist es ratsam, die fertigen Grillgerichte vor dem Verspeisen in der warmen Küche noch ein wenig nachruhen zu lassen.