5 Fragen rund um Dosengemüse

Tomaten, Karotten, Erbsen, Mais, Bohnen, Champignons ... Gemüse aus der Konserve ist eine beliebte Alternative zu frischer Ware. Verständlich, denn Dosen sind nicht nur mehr oder weniger unbegrenzt haltbar und erleichtern dadurch die Planung des Einkaufs und der Zubereitung eines Gerichts. Das Kochen mit ihnen ist auch weniger zeitintensiv. Einfach Konserve auf, den Inhalt höchstens abgießen und abspülen - schon kann er verwendet werden. Wären da nicht die brennenden Fragen, die immer mehr Konsumenten beschäftigen. Hier ein kleiner Fakten-Check.

1. Keine Nährstoffe?

Leider herrscht immer noch der Mythos vor, dass Dosengemüse kaum Nährstoffe beinhaltet. Erntefrisches Gemüse ist natürlich die beste Wahl, allerdings wird kaum jemand grüne Bohnen direkt vom Feld beziehen und sofort kochen bzw. essen können. Bis sie im Supermarkt landen und gekauft werden, vergeht mehr Zeit als man gemeinhin denken würde. Bis sie schließlich verarbeitet werden, liegt das Gemüse im Regelfall einige weitere Tage im Kühlschrank. Und während all dieser Zeit gehen Nährstoffe verloren (sogenannte Lagerungsverluste). Tiefkühl- oder Dosengemüse sind hier eindeutig im Vorteil und schneiden bei Tests regelmäßig sehr gut ab.

Zudem werden frisches Obst und Gemüse häufig unreif geerntet, damit sie den Transport besser überstehen. Wenn es andererseits innerhalb weniger Stunden nach der Ernte gefroren oder eingedost wird, ist es möglich, es vollständig reifen zu lassen. Es weist dadurch bereits zu Beginn höhere Konzentrationen von Vitaminen und Mineralstoffen auf. Ein weiterer Punkt für das konservierte Gemüse.

2. Was ist wirklich drin?

Dosengemüse ist oft – wenn auch nicht immer – mit weiteren Zusatzstoffen versetzt. Auf der Zutatenliste lediglich Gemüse und Wasser zu finden ist relativ selten. Die Hersteller wollen damit die Haltbarkeit erleichtern und auch den Geschmack verbessern. Salz ist beinahe unvermeidbar, was aber kein großes Problem darstellt. Wird die Flüssigkeit abgegossen, hat sich der Salzgehalt ohnehin erübrigt.

Problematischer ist eventuell zugesetzter Zucker. Um Konserven, die diesen enthalten, sollte ein großer Bogen gemacht werden, denn der durchschnittliche Konsum von raffiniertem Zucker überschreitet die offiziellen Empfehlungen bei Weitem. Ratsam ist die Wahl von zuckerfreiem Dosengemüse.

Achten Sie generell darauf, dass sich so wenige Zusatzstoffe als möglich im Dosengemüse befinden. In diesem Fall ist weniger tatsächlich mehr. Je weniger Zutaten auf der Rückseite stehen, desto besser!

3. Abgießen oder nicht abgießen?

Sollte die Flüssigkeit der Dose verwendet werden oder nicht? Tatsache ist, dass einige Nährstoffe wasserlöslich sind und deswegen ins Wasser übergegangen sind. Das spricht für die Verwendung. Ausschlaggebend sollten jedoch auch hier wieder die Inhaltsstoffe in der Konserve sein. Bei einem Zuckerzusatz beispielsweise sollte die Flüssigkeit auf jeden Fall abgegossen werden.

Frisches Gemüse ist erste Wahl, vorausgesetzt, es wird rasch verzehrt | Credit: iStock.com/Vasyl Dolmatov

4. Ist teuer besser?

Der Preis sagt gewöhnlich nicht viel über Inhalt und Geschmack von Dosengemüse aus. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall. Bei einem Test zahlreicher Tomatenkonserven unterschiedlicher Hersteller fiel das teuerste Produkt sogar durch. Der Preis kann und sollte bei der Wahl daher außen vor gelassen werden. Wählen Sie am besten vorrangig nach den Inhaltsstoffen und dem Geschmack!

5. Wie schädlich ist BPA?

Bisphenol A ist der Grundstoff für die Erzeugung bestimmter Kunststoffe. Da Plastik heute allgegenwärtig ist, kommt die Substanz in vielen Produkten des Alltags vor, was grundsätzlich erst einmal kein Problem ist. Unter bestimmten Voraussetzungen geht BPA jedoch vom Kunststoff in Nahrungsmittel über und gelangt so in den Körper. Die kunststoffbeschichteten Innenseiten von Konservendosen tragen wesentlich zur Aufnahme bei.

BPA zählt zu den endokrinen Disruptoren. Es wirkt also hormonähnlich, konkret wie das Geschlechtshormon Östrogen. Es ist noch nicht klar, welchen Einfluss das auf den menschlichen Körper hat, steht jedoch im Verdacht, Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2, Kreislauferkrankungen, Brustkrebs und Hodenkrebs zu fördern. Daher sollte die Aufnahme von BPA so gering als möglich sein.

Im Rahmen diverser Untersuchungen wurden verschiedene Dosen auf BPA untersucht. In vielen konnte der Stoff nachgewiesen werden. Der BPA-Gehalt von Dosennahrung lässt sich nur schwer einschätzen, da etwa Temperaturschwankungen und der Säuregehalt der Nahrung die Loslösung aus der Kunststoffbeschichtung beeinflussen. Gesundheitsschädliche Effekte müssen durch den üblichen Gebrauch von Lebensmittelkonserven jedoch nicht befürchtet werden.

Zur Autorin

Woher kommen unsere Lebensmittel? Was ist in ihnen enthalten? Was machen sie mit uns? Fragen, die Passion Author Valerie Kocher bewegen. Auf www.weekend.at teilt die Lehramtsstudentin (Biologie und Umweltkunde) mit Ausbildung in veganer Ernährungsberatung ihr Wissen rund um dieses so wichtige Thema.

Autor: Valerie Kocher, 16.05.2021