So abergläubisch kann Essen sein

Wir stellen Ihnen fünf kuriose Aberglauben vor, die Ihre kulinarischen Perspektiven grundlegend verändern werden.
Autor: Stefan Kohlmaier, 20.05.2022 um 16:50 Uhr

Obwohl der Aberglaube unter aufgeklärten Menschen offiziell als überholt gilt und mit Irrationalität sowie Rückständigkeit gleichgesetzt wird, nimmt er insgeheim im Alltag vieler von ihnen nach wie vor einen festen Platz ein. Denn nicht wenige von uns besitzen wahrscheinlich einen Talisman, von dem sie sich Schutz vor Schicksalsschlägen erhoffen, oder führen bestimmte Handlungen beinahe ritualisiert durch, um ihnen die Glücksgöttin Fortuna gewogen zu stimmen. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass sich auch um das für uns alle lebensnotwendige Thema des Essens unzählige mitunter skurrile Aberglauben ranken.

13 sind einer zu viel

So wird beispielsweise in Frankreich dem überzähligen Gast eines Abendessens eine mitunter sogar letale Konsequenz zugeschrieben. Sollten nämlich 13 Personen an dem Esstisch platznehmen, soll diese Konstellation zumindest Unglück über die Feiergesellschaft bringen, wenn nicht sogar den baldigen Tod eines ihrer Mitglieder heraufbeschwören. Diese kulinarische Interpretation der klassischen Unheillogik in Verbindung mit der Zahl Dreizehn weckte selbst das Interesse Agatha Christies, die sich davon zu ihrem 1933 erschienenen Kriminalroman „Dreizehn bei Tisch“ inspirieren ließ. Die raffinierte Mordgeschichte mit dem Kultdetektiv Hercule Poirot wurde auch mehrfach filmisch adaptiert. Unter anderem unter dem Titel „Mord à la Carte“ (1985) mit Peter Ustinov und Faye Dunaway in den Hauptrollen.

Bittersüße Prophezeiungen

Weitaus weniger dramatisch gestaltet sich wiederum ein Aberglaube aus Südamerika, dessen Anhänger die Zukunft an dem Geschmack von Weintrauben ablesen möchten. Dafür verspeisen sie an Silvester genau zwölf Stück davon und teilen jede von ihnen einem Monat des kommenden Jahres zu. Ihr jeweiliger Süße- beziehungsweise Bitterkeitsgrad soll dabei darüber Aufschluss geben, was sie sich in puncto Glück und Pech von den einzelnen Monaten erwarten dürfen.

Lebensnudeln

Liebhaber der asiatischen Küche sollten bei der Zubereitung von Nudeln eine besondere Sorgfalt walten lassen, zumindest wenn sie einer chinesischen Volksweisheit Glauben schenken wollen, laut der die Länge der Nudeln die eigene Lebensdauer repräsentiert. Wer seine Lebenserwartung nicht drastisch verkürze möchte, sollte somit tunlichst davon absehen, die Nudeln während des Kochens zu zerbrechen oder während des Essens zu zerschneiden.

Kaffeeorakel

In Finnland zählt eine Tasse Kaffee zu den unverzichtbaren Utensilien jedes (abergläubischen) Finanzberaters. Die in ihr aufsteigenden Bläschen sollen nämlich als Sinnbilder des Reichtums zu deuten sein. Bewegen sich selbige auf den Kaffeegenießer zu, steht ihm ein üppiger Geldsegen ins Haus. Schlagen sie allerdings die entgegengesetzte Richtung ein, muss er sich auf finanzielle Entbehrungen gefasst machen.

Glückbringender Salzwurf

Hartnäckig hält sich auch die Annahme, dass ein Verschütten von Salz oder dessen zur Neige gehen im Haushalt ein drohendes Unheil ankündige. Historisch betrachtet ist dieser Aberglaube auf die Zeiten zurückzuführen, in denen es sich bei Salz um ein rares und dadurch ungemein kostbares Gut handelte. Der Wurf einer Prise Salzes mit der rechten Hand über die linke Schulter soll jedoch Glück bringen und böse Geister, die sich heimtückisch von hinten anschleichen, unschädlich machen. Dieser Logik folgend, werfen beispielsweise auch die Sumotori, Japans traditionelle Ringkämpfer, eine Handvoll Salz vor jedem Kampf durch den Ring, um diesen von unheilvollen Mächten zu reinigen.