Sport, Spaß, Wasser-Action

Rudern

Saison: März bis November
Training: Kraft und Ausdauer, u. a. Bauch/Bein/Po
Preise: Jahresmitgliedschaft ca. EUR 200 bis 500,–
Geeignet für: Kinder ab ca. 11, 12 Jahren und für Erwachsene jeden Alters
Ausrüstung: Laufbekleidung mit Sportschuhen

Ich hatte gerade meinen dritten Kaffee getrunken, als die warmen Sonnenstahlen durchs Bürofenster auf meine Haut fielen und ich mit einem Blick auf die Uhr feststellte: Es ist soweit! Endlich raus aus den grauen Betonwänden und ab auf die Alte Donau in Wien. Denn hier treffe ich mich heute mit einem Sportprofi, der mir zeigt, wie man das Ruder richtig in die Hand nimmt.

Meine erste Lektion: Pssssst!

Viel wusste ich über den Sport noch nicht, als mir der „Erste Wiener Rudersportclub Lia“ seine Türen öffnete. Da war zu erwarten, dass ich kurz nach der Begrüßung mit Alexander Chernikov auch gleich ins erste Fettnäpfchen trete. Das große Anwesen mit den vielen Menschen, die Boote rein- und raustrugen, beeindruckten mich und so sprudelten die Worte aus mir heraus: „Wow, so viele schöne Boote! Und wo sind die Paddel dazu?“. Alex beugte sich nach einem sichtlichen Moment der Scham zu mir und flüsterte: „Bitte, sag niemals Paddel. Das ist ein Ruder. Ja?“ Ab da wusste ich: Rudern ist gar keine so leichte Sache. Alex kann davon ein Lied singen: Er selbst trainiert 12-mal pro Woche, um sich auf den Wettkampf am 20. Mai vorzubereiten. Da entscheidet sich, ob er mit seiner Mannschaft zu den Olympischen Sommerspielen nach Rio fliegt. „Wir trainieren hart, damit das Rudern leicht aussieht“, erklärt der 26-Jährige. Und das kann er mittlerweile richtig gut. Vor bereits 13 Jahren startete er seine Ruder-Karriere. Ursprünglich, weil er abnehmen wollte: „Das Rudern ist das perfekte Ausdauer- und Krafttraining, um wieder in Form zu kommen.“ Dabei bekommt man keine „Cornetto-Figur“ (oben breit, unten schmal) wie z. B. Kajakfahren, sondern es werden hauptsächlich Bauch, Beine und auch Po trainiert. Die Verletzungsgefahr hingegen ist gering: „Die fließenden, rhythmischen Bewegungen sind für Rücken und Gelenke gut. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass du das Boot beim Hinaustragen über den Schädel gezogen bekommst“, scherzt Alex. „Ansonsten ist die Gefahr sehr gering“.

Ein Quickie am Wasser

Nachdem wir am Ruderergometer in der Kraftkammer kurz geübt haben, steigen wir ins Boot und rudern hinaus. So einfach geht’s! Nach einer Viertelstunde muss ich gar nicht mehr so viel über meine Bewegungen nachdenken und kann die schöne Landschaft genießen. Ausprobieren kann es übrigens jeder: Man besucht einfach einen Ruderclub seiner Wahl und meldet sich für einen Anfängerkurs an. Später kann man entscheiden, ob man dem Club beitreten will. Als Mitglied bekommt man einen Schlüssel zum Anwesen und hat die Möglichkeit, sich jederzeit ein Boot auszuborgen. Rudern kann man dabei alleine, zu zweit, zu viert oder zu acht. Und weil’s mir so gut gefallen hat, sind Alex und ich noch bis zum Sonnenuntergang weiter gerudert.

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Autor: Andrea Burchhart, 10.05.2016