Neue Impfung gegen Krebs: Studie zeigt überraschende Ergebnisse
- Krebsimpfung zeigt Wirkung bei mehr als 1.100 Patienten
- Auch das Risiko für Metastasen sinkt
- So funktioniert die personalisierte mRNA-Impfung
- Experten warnen vor verfrühter Euphorie
- Wann kommt die Krebsimpfung nach Österreich?
- FAQ: Krebsimpfung gegen Hautkrebs
Eine personalisierte Impfung gegen Hautkrebs zeigt in einer großen klinischen Studie vielversprechende Ergebnisse. In Kombination mit einer bestehenden Immuntherapie verringerte sie das Risiko für einen Rückfall oder Tod um 42 Prozent. Für Patienten mit schwarzem Hautkrebs könnte sich damit eine neue Behandlungsmöglichkeit eröffnen.
Krebsimpfung zeigt Wirkung bei mehr als 1.100 Patienten
An der Phase-III-Studie INTerpath-001 nahmen 1.137 Patienten mit operativ entferntem Melanom teil. 757 erhielten die experimentelle mRNA-Impfung Intismeran autogene gemeinsam mit dem Krebsmedikament Keytruda. Weitere 380 Patienten bekamen Keytruda und ein Placebo.
Nach rund 25 Monaten waren 82,2 Prozent der Patienten mit Impfung ohne Rückfall oder Tod. In der Vergleichsgruppe lag dieser Anteil bei 70 Prozent. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von 42 Prozent.
Krebsimpfung: Die wichtigsten Studienzahlen
- 1.137 Patienten nahmen an der Phase-III-Studie teil.
- 757 Patienten erhielten die mRNA-Impfung gemeinsam mit Keytruda.
- 380 Patienten erhielten Keytruda und ein Placebo.
- 42 Prozent betrug die relative Reduktion des Risikos für Rückfall oder Tod.
- 38 Prozent betrug die relative Reduktion des Risikos für Fernmetastasen oder Tod.
Wichtig: Die Prozentwerte beschreiben relative Risikoreduktionen bei kombinierten Studienendpunkten. Eine entsprechend niedrigere Sterblichkeit ist damit nicht nachgewiesen.
Auch das Risiko für Metastasen sinkt
Die Behandlung zeigt außerdem Wirkung bei der Ausbreitung der Erkrankung. In der Impfgruppe blieben 88,5 Prozent der Patienten ohne Fernmetastasen oder Tod. In der Kontrollgruppe waren es 80,2 Prozent.
Das kombinierte Risiko für Fernmetastasen oder Tod sank damit relativ um 38 Prozent. Ob die Impfung tatsächlich das Leben verlängert, ist allerdings noch nicht geklärt.
So funktioniert die personalisierte mRNA-Impfung
Anders als herkömmliche Schutzimpfungen soll die neue Krebsimpfung keine Erkrankung verhindern. Sie wird eingesetzt, nachdem bereits ein Tumor festgestellt und operativ entfernt wurde.
Dafür analysieren Forscher die genetischen Veränderungen des Tumors. Anschließend wird für jeden Patienten eine individuelle mRNA-Impfung hergestellt, die das Immunsystem auf bestimmte Krebsmerkmale aufmerksam machen soll. Bis zu 34 solcher Merkmale können berücksichtigt werden.
Gut zu wissen: Ist die Krebsimpfung eine Schutzimpfung?
Nein. Die untersuchte mRNA-Krebsimpfung ist eine therapeutische Impfung. Sie soll das Immunsystem von Menschen unterstützen, bei denen bereits schwarzer Hautkrebs festgestellt wurde.
Für die Herstellung werden genetische Merkmale des individuellen Tumors ausgewertet. Daraus entsteht ein auf den jeweiligen Patienten abgestimmter Impfstoff.
Die Behandlung ist keine vorbeugende Impfung für gesunde Menschen und schützt nicht allgemein vor Krebs.
Experten warnen vor verfrühter Euphorie
Trotz der positiven Ergebnisse bleiben wichtige Fragen offen. Vor allem ist unklar, ob die Behandlung Rückfälle dauerhaft verhindert oder lediglich verzögert.
„Letztlich werden die Überlebensdaten zeigen, ob die Impfung Rückfälle dauerhaft verhindert oder nur hinauszögert“, erklärt Hautkrebsexperte Thomas Eigentler von der Berliner Charité gegenüber dem ORF.
Auch der Onkologe Lennard Lee von der Universität Oxford betont, dass noch nicht feststeht, ob Patienten durch die Impfung länger leben.
Wann kommt die Krebsimpfung nach Österreich?
Für Patienten in Österreich ist die Behandlung derzeit noch nicht regulär verfügbar. Die personalisierte Impfung befindet sich weiterhin in der klinischen Entwicklung und benötigt eine behördliche Zulassung.
Offen sind zudem die langfristige Wirksamkeit und die Kosten. Für eine individuell hergestellte Krebsimpfung werden bereits Preise von mehr als 300.000 Euro pro Patient diskutiert. Ein offizieller Behandlungspreis steht jedoch nicht fest.
Die Studienergebnisse markieren damit einen wichtigen Fortschritt in der Hautkrebsforschung. Ein allgemein verfügbarer Impfstoff gegen Krebs ist die neue Therapie aber noch nicht.
FAQ: Krebsimpfung gegen Hautkrebs
Wie wirksam ist die neue Krebsimpfung?
In einer Phase-III-Studie mit 1.137 Patienten verringerte die personalisierte Krebsimpfung gegen Hautkrebs gemeinsam mit Keytruda das relative Risiko für Rückfall oder Tod um 42 Prozent gegenüber Keytruda allein. Ob Patienten dadurch länger leben, ist noch offen.
Kann man sich mit der Krebsimpfung vor Hautkrebs schützen?
Nein. Die untersuchte mRNA-Impfung ist keine vorbeugende Schutzimpfung. Sie wird individuell für Patienten hergestellt, bei denen ein Melanom bereits operativ entfernt wurde.
Wann ist die Krebsimpfung in Österreich verfügbar?
Die personalisierte Krebsimpfung ist in Österreich noch nicht regulär zugelassen. Ein verbindlicher Termin für die allgemeine Verfügbarkeit steht derzeit nicht fest.
Wie viel kostet die neue Krebsimpfung?
Ein offizieller Preis ist noch nicht bekannt. Experten diskutieren mögliche Behandlungskosten von mehr als 300.000 Euro pro Patient. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine künftige Therapie in Österreich erstattet würde, ist offen.
Hilft die Impfung auch gegen andere Krebsarten?
Die hier beschriebenen Phase-III-Ergebnisse betreffen schwarzen Hautkrebs. Ob der personalisierte mRNA-Ansatz auch bei anderen Tumorarten vergleichbare Erfolge erzielt, müssen weitere klinische Studien zeigen.
Quellen zur Impfung gegen Hautkrebs