Mythos „Männerschnupfen“: Fakt oder Quatsch?

Die Symptome eines Schnupfens sind bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen – so die gängige Meinung. Das stimmt aber nicht, wie Ärzte der Medizinischen Universität Innsbruck nun herausgefunden haben.
Autor: Simone Reitmeier, 03.01.2023 um 09:47 Uhr

Verstopfte Nase, Kopf- und Gliederschmerzen – leidet das vermeintlich starke Geschlecht unter einem sogenannten „Männerschnupfen“, ist Schluss mit lustig. Die Herren der Schöpfung brauchen nahezu eine 24/7-Betreuung und sind felsenfest davon überzeugt, ein Schnupfen sei bei ihnen viel schlimmer als bei Frauen. Eine aktuelle Studie beweist allerdings das Gegenteil.

„Männerschnupfen“? Völliger Blödsinn.

Ein Ärzteteam der Medizinischen Universität Innsbruck wollte es genau wissen und untersuchte, ob es bei den Symptomen von Schnupfen tatsächlich Unterschiede bei den Geschlechtern gibt. Dafür beobachteten die Mediziner den Verlauf eines grippalen Infekts bzw. einer grippeähnlichen Erkrankung von insgesamt 113 Testpersonen. 56 Prozent der Teilnehmer waren weiblich. Das Resultat: Bei der objektiven Untersuchung der Ärzte konnten bei den Symptomen und deren Stärke keine geschlechterspezifischen Unterschiede festgestellt werden.

Frauen genesen schneller

Was allerdings bestätigt wurde: Frauen erholen sich von einer grippeähnlichen Erkrankung mit Schnupfen schneller als Männer. Die Forscher vermuten, dass die raschere Genesung an der Wechselwirkung von Sexualhormonen mit dem Immunsystem liegt. Die Damen können demnach besser Antikörper bilden, wodurch die Immunabwehr stärker und somit auch schneller ist. Außerdem würden Männer oftmals gründlicher und früher untersucht werden als Frauen. Das hätte zur Folge, dass Krankheiten bei Letzteren erst später diagnostiziert werden.