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Fasten Smoothie
Manche entscheiden sich für eine Trinkkur, die recht streng ist.
Manche entscheiden sich für eine Trinkkur, die recht streng ist.
iStock.com/Angelika Heine

Fasten: Frühjahrsputz für den Organismus

04.02.2022 um 09:58, Pia Kulmesch
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Es ist an der Zeit, den Körper und den Geist von Alltagsmüll zu befreien. Unter dem Motto „Gutes für Geist und Seele“ kann man in die Fastenzeit starten. Wir zeigen, wie es geht!

Schöne, reine Haut oder Gewichtsverlust sind nur zwei der vielen Vorteile, die mit dem Vorgang des Fastens verbunden sind. Seit tausenden von Jahren verzichten Menschen bewusst oder phasenweise auf Nahrung und Getränke. Manche aus religiösen Gründen, andere rein aus körperlichen. Das Fasten muss aber nicht zwingend mit einem Verzicht auf Essen einhergehen. Alternative Fastenziele können der Verzicht auf Plastikmüll, Smartphone oder Shopping sein.

Ablauf

Das Wichtigste vorweg: eine Fastenkur sollte sicher nicht gesundheitsschädigend sein. Darum ist es ratsam, sie vorher mit einem Arzt zu besprechen, um etwa daraus resultierenden Mangelerscheinungen vorzubeugen. Diese müssten dann mit Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Fasten sollte immer nach einem Plan und einer Anleitung durchgeführt werden, dabei werden der bewusste Nahrungsverzicht und dessen Dauer festgelegt. Beliebt für die Fastenzeit ist beispielsweise der Frühling. Ein Nahrungs- und Getränkeverzicht lässt die Körpertemperatur absinken, weshalb man sich viel an der frischen Luft bewegen sollte. Der Winter ist wegen der kalten Temperaturen dafür eher ungeeignet. Während der Fastenzeit stellt sich der Körper hormonell um, weswegen man müde und antriebslos sein kann. Es empfiehlt sich, nach Möglichkeit während der Kur Urlaub zu nehmen. Außerdem ist es ratsam, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und viel Bewegung wie Yoga, Pilates oder Joggen einzubauen. So kann einem Muskelverlust vorgebeugt werden. Pflanzliches Eiweiß, wie Hanf- oder Lupinenprotein, unterstützen die Aufrechterhaltung der Muskeln zusätzlich.

Fasten
Eine F. X. Mayr-Kur mit Brötchen und Milch entlastet dem Darm.

F. X. Mayr-Kur

Die spezielle Fastenkur beruht auf der Schonung, Säuberung und Schulung des Verdauungsapparates und des gesamten Organismus. Eine F. X. Mayr-Kur ist eine natürliche Vorbeugungs- und Heilmethode und beinhaltet geringe, schonende Kost und eine hohe Flüssigkeitszufuhr. Die Therapie wird bei Übergewicht, Depressionen bis hin zur Immunstärkung eingesetzt. Die Kur ist vielfältig und kann entweder aus einer milden Ableitungsdiät bestehen, in der hauptsächlich basische Kost wie gedünstetes Gemüse gegessen wird, einer Milch-Semmel-Kur (die klassische Form), wobei beispielsweise Dinkelbrötchen kombiniert werden mit proteinreichen Lebensmitteln wie Schafmilch oder Soya, oder aber einer reinen Trinkkur, die eine besonders strenge Variante darstellt.

Suppenfasten

Möchte man innerhalb kurzer Zeit gute Resultate erzielen, empfindet Trinkkuren aber zu streng, kann man das Suppenfasten ausprobieren. Auf feste Nahrung wird weitgehend verzichtet, es kommt aber selten Hunger auf. Man hat die ganze Zeit etwas Warmes im Bauch. Es stehen täglich Suppen in pürierter Konsistenz auf dem Speiseplan. Diese sollten aber unbedingt selbst zubereitet werden, da fertige „Packerlsuppen“ oft viel Hefe enthalten und eher das Gegenteil bewirken. Da das Suppenfasten kaum Kohlenhydrate enthält, bleibt der Zuckerspiegel deshalb immer niedrig – noch ein zusätzlicher Pluspunkt. Beachten sollte man zwei Entlastungstage vor Beginn der Fastenkur, um den Körper langsam auf den Prozess vorzubereiten. Danach fastet man fünf Tage. Anschließend zwei Tage für die schrittweise Wiederaufnahme von festem Essen einplanen. Der Körper muss sich langsam wieder an festes Essen gewöhnen. Ratsam ist es, auch weiterhin gelegentliche Suppentage in den Ernährungsplan einzubauen, um langfristig davon zu profitieren.

Fasten
Pürierte Suppen machen sich gut in einer Fastenkur.

Intervallfasten

Das intermittierende Fasten, besser bekannt als Intervallfasten, bedarf nur einer kleinen Umstellung und kann in den Alltag eingebaut werden. Es geht konkret um die 16:8-Methode. Dabei beschränkt man das Essen auf acht Stunden täglich, im Anschluss gibt es eine 16-stündige Essenspause. In der Praxis bedeutet dies, dass man entweder das Frühstück oder das Abendessen auslässt. Bedeutsam ist es, dass man zwischen der letzten und ersten Mahlzeit 16 Stunden auf die Zufuhr von Lebensmitteln und kalorienreichen Getränken verzichtet. Der Essrhythmus und Stoffwechsel verändert sich dadurch. Der Körper verbraucht zuerst die gespeicherten Kohlenhydrate. Danach greift er auf das Bauchfett zurück. Später kommt ein Selbstreinigungsprogramm ins Spiel, die Autophagie, das die Zelle bei der Entsorgung von schadhaften oder falsch gefalteten Eiweißen bis hin zu ganzen Organellen unterstützt und diese recycelt. Die gereinigten Einzelbestandteile werden der Zelle wieder zugeführt und helfen beim Neuaufbau gesunder Zellbestandteile.

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