Empfindliche Haut: Darauf sollte man bei Kleidung achten

Rötungen, Ausschläge, Juckreiz im Beckenbereich und Dekolleté, auf den Armen oder in den Kniekehlen – wer auf Kleidung mit Hautirritationen reagiert (Textildermatitis), kennt die Einschränkungen beim Kleiderkauf. Während andere alles tragen können, egal, von welcher Marke oder aus welchem Material, reicht bei Betroffenen bereits die kleinste Kleinigkeit, um hartnäckige allergische Reaktionen auszulösen. Hilft gar nichts mehr, sind der Gang zum Arzt und der Griff zu Cortison unerlässlich. Wer möchte sich das nicht ersparen?

Symptome

Es gibt sichere Zeichen, wenn man ein Kleidungsstück nicht verträgt, auch wenn die Symptome nicht immer unmittelbar auftreten, sondern sich nach Stunden, manchmal sogar erst nach Tagen bemerkbar machen. Verstärkt werden sie durch die natürliche Reibung der Haut unter der Kleidung, aber auch Schweißbildung.

Erste Hilfe bei Beschwerden

Um die Beschwerden schnellstmöglich loszuwerden, kann es bereits ausreichen, die betreffende Kleidung abzulegen und die Haut schonend, aber gründlich zu waschen und zu Gewand aus Baumwolle zu wechseln. Wer trotz Linderung die Ausschläge nicht los wird, kommt um einen Arztbesuch nicht herum.

Wer bekommt Textildermatitis?

Grundsätzlich anfällig für Textildermatitis sind Menschen, die bereits Allergiker sind, unter Neurodermitis oder Asthma leiden oder sehr empfindliche Haut haben.

Frau in natürlichem Look | Credit: iStock.com/puhhha

Allergie-Auslöser

Die häufigsten Allergie-Auslöser sind:

Chemikalien und Farbstoffe

Im Normalfall sind Textilien für die meisten Menschen verträglich. Chemikalien wie Dioxine, Formalin, Weichmacher oder Furane, Textilharze und Farbstoffe in starker Konzentration gelten dagegen als häufige Auslöser von Kontaktallergien - speziell in Kombination mit bestimmten Materialien wie etwa Polyester.

Das Etikett gibt darauf bereits erste Hinweise: Kleidungsstücke, die knitter- und bügelfrei, schmutzabweisend beziehungsweise glänzend sind oder separat gewaschen werden müssen, gelten als stark belastet. Ebenso Mode, die nur chemisch gereinigt werden darf. Kennzeichnungen wie Oeko-Tex Standard 100 sind Gütesiegel, die Aufschluss über die Produktion und die verwendeten Zusatzstoffe geben - eine Gewährleistung, dass es sich um gut verträgliche Mode handelt.

Naturmode ist eine lohnenswerte Alternative für starke Allergiker. Außerdem hilft es, wenn man eine überschaubarere Garderobe aus langlebigeren Kleidungsstücken hat als sich immer wieder neue Modelle zu kaufen. Die Faustregel lautet hier: Je älter das Kleidungsstück ist, desto verträglicher wird es in der Regel. Kleidung, die direkt mit der Haut in Berührung kommt, sollte zusätzlich am besten hell sein, da diese weniger belastet als gefärbte Mode ist. Wer besonders empfindlich ist, sollte zu Mode-Marken greifen, die sich ökologischer Mode verschrieben haben (z.B. Gudrun Sjödén).

Metalle

Schuhe, Gürtel, Jeans, Modeschmuck oder Applikationen mit Chrom- und Nickelanteil können bei direktem Hautkontakt Rötungen und Juckreiz auslösen. Bei aggressiven allergischen Reaktionen setzt man besser auf Schuhe aus Kunststoff oder Textil.

Waschmittel und Weichspüler

Liegt es nicht direkt an den getragenen Kleidungsstücken, könnten auch Rückstände von Waschsubstanzen in Textilien verantwortlich sein. Alternativ die Waschmittelmenge reduzieren bzw. zu verträglichen Produkten greifen. Nach dem ersten Waschgang noch einen Klarwaschgang einlegen.

Junge blonde Frau blickt auf den See | Credit: iStock.com/Matthias Lindner

Naturmode

Kontaktallergien können am Ende zu einem bewussteren Umgang und damit einem gesünderen Leben führen. Dann nämlich, wenn man auf qualitativ hochwertige Naturmode setzt und seine Basisgarderobe von den Schuhen bis zur Unterwäsche nach diesen Gesichtspunkten auswählt. Nicht nur unsere Haut wird es uns am Ende danken, sondern auch unsere Atemwege.

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 06.12.2021