5 Erziehungsratschläge für die Tonne

1. „Man muss Babys auch mal schreien lassen.“

Ein Erziehungsratschlag des Doktor Eisenbart! Härte gegenüber Kleinkindern ist aber rein gar nicht angebracht. Babys weinen und schreien nicht grundlos, sondern weil sie sich nicht anders mitteilen können. Haben sie Hunger und Durst schreien sie, ist die Windel voll oder haben sie Angst, schreien sie ebenso. Nur wenn man als Elternteil liebevoll auf diese Bedürfnisse reagiert, kann das Kind ein Urvertrauen entwickeln. Das ist für die Eltern in den ersten Jahren sehr anstrengend, aber es zahlt sich aus.

2. „Mit zwei Jahren sollten Kinder schon längst auf den Topf gehen.“

In der Regel werden Kinder im Laufe ihres dritten oder vierten Lebensjahres „stubenrein“, und zwar ganz von selbst. So um den vierten Geburtstag herum haben es 90 Prozent geschafft. Normalerweise dauert es mit der totalen Blasenkontrolle länger. Wenn Kinder in Stresssituationen auch noch mit vier Jahren ab und an in die Hosen oder ins Bett machen, ist das noch kein Fall für den Kinderarzt. Auf keinen Fall sollte man das „Topferlgehen“ mit Zwang oder Druck durchsetzen. Gut Ding braucht halt Weile.

3. „Nehmt das Baby nicht in euer Bett, sonst werdet ihr es nicht mehr los.“

„Co-Sleeping“ (Kinder im Bett der Eltern oder eines Elternteiles) hat viele Vorteile. Der größte davon ist, dass sich die Babys geborgen und sicher fühlen können. Es ist übrigens auch biologisch und kulturell völlig normal, dass zumindest die Mutter den Kleinstkindern während der Nacht so nahe wie möglich ist. Ein guter Moment für die Gewöhnung ans eigene Bett ist der siebte Lebensmonat – da haben die Kinder schon Urvertrauen entwickelt und fremdeln noch nicht. Mit etwa drei Jahren kommen sie sowieso in die Autonomiephase und wollen alleine schlafen. Und sind sie dann erfolgreich umgezogen, kommen sie auch nicht zurück.

4. „Ein Klaps hat noch keinem geschadet!“

Das ist so etwas wie die moderne Version der zurecht verpönten „gesunden Ohrfeige“. Aber auch der „Klaps auf den Hintern“ ist letztlich ein Relikt der schwarzen Pädagogik, weil er das Kind demütigt. Auf keinen Fall sollte man das tun, auch wenn es – mangels Impulskontrolle –  selber nach den Eltern schlägt. In diesem Fall die Hand ergreifen und „wir schlagen uns nicht!" sagen.

5. „Seit nicht so von gestern, kauft doch dem Buben mal eine Puppe!“

Angeblich ist geschlechtstypisches Verhalten nicht von der Biologie vorgegeben, sondern anerzogen – dieses Postulat der so genannten „Genderwissenschaft“ ist fast schon Allgemeingut. Die Theorie mag zum Teil auch stimmen, aber sie erklärt nicht, warum Buben ganz ohne äußere Beeinflussung eher von Werkzeugen und „Bob dem Baumeister“ fasziniert sind als von „my little Pony“ und der Puppe mit dem Lockenhaar. Also, man lasse die Kinder selber entscheiden, wie geschlechtsspezifisch sie sich orientieren.

Autor: Gert Damberger, 12.05.2021