Ein echter Hase als Ostergeschenk? Lieber nicht!

Die Kinder wünschen sich schon lange ein Haustier zum Kuscheln, für Hund oder Katze reichen Zeit und Platz aber nicht. Ein kleines Kaninchen zu Ostern ist die perfekte Gelegenheit, um den Kleinen eine tolle Überraschung zu machen, denken Sie? Was vielen Eltern nicht bewusst ist:  Eine artgerechte Haltung ist weitaus komplizierter, als meist angenommen wird. Die kleinen Fellnasen brauchen ausreichend Auslauf, sind oft krankheitsanfällig – und vor allem sind Hasen Fluchttiere und somit absolut nicht zum Kuscheln und Schmusen geeignet. Überlegt man trotzdem, sich ein Kaninchen anzuschaffen, sollten folgende Punkte unbedingt beachtet werden.

  1. Bevor überhaupt über die Anschaffung eines Kleintiers diskutiert wird, sollte unbedingt abgeklärt werden, ob bei einem Familienmitglied eine Tierhaarallergie vorliegt. 
     
  2. Kaninchen sehen zwar richtig knuffig aus, sind allerdings keine Kuscheltiere. Als Fluchttiere brauchen sie ausreichend Rückzugsmöglichkeiten, sie eignen sich nicht als Spielgefährten für Kinder und mögen es in der Regel nicht, auf den Arm genommen zu werden.
     
  3. Die kleinen Häschen sind soziale Gruppentiere und dürfen nicht alleine gehalten werden. Sie brauchen mindestens einen artgerechten Partner. Wichtig zu wissen: Meerscheinchen zählen nicht dazu.
     
  4. Als dämmerungsaktive Tiere sind Kaninchen vor allem nachts und am Morgen aktiv. Da mit Nage-, Kratz- und Klopfgeräuschen zu rechnen ist, sollten sie nicht in Schlaf- oder Kinderzimmern gehalten werden.
     
  5. Die Lebenserwartung liegt im Schnitt bei acht bis zehn Jahren. Bei Kindern flaut das Interesse in der Regel nach wenigen Wochen, oftmals sogar bereits nach einigen Tagen, ab. Ab diesem Zeitpunkt liegt es an den Eltern, sich um das Tier zu kümmern.
     
  6. Kaninchen sind pflegeintensiv: Das Gehege oder der Stall müssen täglich gereinigt werden, das Tier braucht jeden Tag ausreichend Futter und artgerechte Beschäftigung.
     
  7. Ein handelsüblicher Käfig entspricht nicht den Ansprüchen des Tieres. Pro Kaninchen sollten mindestens 2 m2 Platz ermöglicht werden, im Sommer ist bestenfalls ein mindestens ebenso großes Freiluftgehege vorhanden.
     
  8. Wird der Hase bedauerlicherweise nur in Innenräumen gehalten, muss damit gerechnet werden, dass Teppiche, Möbel und Inventar verunreinigt oder angeknabbert werden.
     
  9. Kaninchen sollten kastriert werden, um eine unkontrollierbare Vermehrung zu verhindern. Zudem brauchen sie regelmäßig Impfungen sowie medizinische Checks – das ist mit Tierarztkosten verbunden.
     
  10. Von verlockenden Angeboten im Internet sollte man sich nicht in die Irre führen lassen. Seriöse Züchter geben in der Regel zu Ostern keine Tiere ab.
Autor: Simone Reitmeier, 24.03.2021