Ein Virus geht auf's Hirn: Corona, die Trottel und ich

Können Sie definieren, wo die Linie verläuft, die Ihre Mitmenschen in Hirnlose und Vernunftbegabte trennt? Gar nicht so einfach.  Nehmen wir den hippen Mittdreißiger, der gerade in die Bim steigt. Ohne Maske. „Maske auf, aber suppito!“ Aggression liegt in der Luft.  „Tschuldigung “, ruft der Maskenlose, „hab ich vergessen!“ Und bevor jemand Trottel sagen kann, hat er seine FFP-2 Maske aufgesetzt. Kann jedem passieren, oder nicht?

Dann gibt es jene, die nicht an den Covid Massentests teilnehmen wollen. Was man selbst für einen Fehler hält. Dann spricht nichts dagegen, Überzeugungsarbeit zu leisten, denn jeder, der testen geht, ist ein Gewinn. Aber automatisch alle dem Deppen-Verdacht auszusetzen, die Maßnahmen in Frage stellen oder einen Fehler machen? Covid ist dabei, unsere Gesellschaft weiter zu spalten. Der Virus beschädigt offenbar nicht nur unsere Körper, sondern auch unser Denken. Deshalb heißt es, jetzt mehr denn je, auszuloten: Welche Meinung passt mir nicht, ist dennoch legitim? Und wo muss ich den Mund aufmachen? Die feindliche Linie verläuft ja eigentlich erst dort, wo sich QAnon-Anhänger, Identitäre und Paranoiker verschanzen. Sie bekämpfen in Wahrheit nicht Corona, sondern wollen die Demokratie beschädigen.  Choose your battles wisely, sagt ein englisches Sprichwort: Lassen Sie uns gemeinsam für das große Ganze kämpfen. Und verzetteln uns nicht in unnötigen Scharmützeln.

Autor: Andrea Schröder, 10.12.2020