Ernährung und Probiotika: Schöne Haut beginnt im Darm

"Iss nicht soviel Süßes, das macht Pickel!“ Unsere Großmütter hatten recht: Bei vielen Hauterkrankungen oder Problemchen ist die Darmflora gestört.  Das fängt bei frühen Fältchen an und hört bei schwerer Akne auf.  Ein gestörtes Mikrobiom des Verdauungstrakts kann der Grund sein.

Enge Verbindung

Wie eng  Haut und Verdauung miteinander verbunden sind, sieht man ausgerechnet im Gesicht: Bei den Lippen hört die Haut ja nicht einfach auf. Sie bilden den Übergang zum Mund, von wo sich die Haut - nun als  als Schleimhaut - durch den gesamten Verdauungstrakt zieht. Wir haben also eine äußere und eine innere Haut.

 

Sowohl nach außen als auch inwendig besteht die Aufgabe der Haut im Schutz vor schädlichen Einflüssen, so Expertin Michaela Axt-Gadermann, Autorin von "Schön mit Darm": „Bei ihrer Abwehrfunktion können sich Haut und Darmschleimhaut auf Billionen von Mitarbeitern verlassen.“ Damit sind die zahllosen Mikroorganismen in unserem Körper gemeint. ­Jeder von uns beherbergt rund zwei Kilogramm.

Arme Darmflora

Die Autorin: „Studien belegen inzwischen, dass die Haut enorm profitiert, wenn man seine Darmflora optimiert.“ Schon durch ein paar kleine Veränderungen in Hautpflege und Ernährung lasse sich die Situation unserer Keime enorm verbessern. Einleuchtend, dass der erste Schritt einer Verbesserung über die Ernährung führt: Alles, was wir essen, beeinflusst das Mikrobiom. Fastfood, also eine sehr einseitige, fett­reiche und ballaststoffarme Ernährung, sorgt dafür, dass die Bakterienvielfalt im Darm zurückgeht – die Darmflora verarmt.

Grafik einer jungen Frau mit Fragezeichen über dem Kopf und Nahrungsmitteln

 

Das ­Gegenteil ist erwünscht: Eine große Artenvielfalt wirkt sich günstig auf die Gesundheit und damit auch auf die Haut aus. Denn je unterschiedlicher die Bakterien, desto effektiver halten sie jene  Keime in Schach, die Entzündungen auslösen oder beschleunigen. Zu diesen Prozessen zählt letztlich auch die Hautalterung.

Was regelmäßig auf den Speiseplan gehört - und was nicht

  • Präbiotische Ballaststoffe eignen sich besonders als „Futter“ für nützliche Darmbakterien. Sie sind enthalten in Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Spargel, Sauerkraut und Pastinaken.
  • Schützen (bedingt) vor UV-Schäden: Tomaten und Tomatenprodukte, Karotten und Karottensaft, dunkle Schokolade, grüner Tee.
  • Warum sowenig Zucker wie möglich? Er fördert die Entstehung von Entzündungen,  beschleunigt damit Alterungsprozesse und begünstigt Falten und Pickel. Lieber öfter mit Honig süßen!
  • Süßstoff? Keine gute Alternative: Die Zahl der Keime, die Kohlenhydrate abbauen, steigt mit Süßstoff im Darm stark an. Dadurch werden dem Körper mehr Zuckermoleküle (und damit auch Kalorien!) aus der Nahrung zugeführt.
Frau gibt aus einem Spender Süßstoff in eine Kaffetasse

Gute Keime

Ein weiterer  Weg zur Darmgesundheit ist die Einnahme  probiotischer Keime. In einer Studie verbesserten sich bei den Teilnehmern die Feuchtigkeitsversorgung und die Elasti­zität der Haut um mehr als 20 Prozent.  Nach zwölf Wochen hatten die Probanden außerdem messbar weniger Falten. In der Vergleichsgruppe, die keine probiotischen Keime zugeführt hatte, war der Hautzustand unverändert. Was diese Keime lieben: Präbiotika! Sie bilden den Nährboden, auf dem Probiotika gedeihen. Hier steht, welche die wirkungsvollsten Präbiotika sind und wie Sie diese ohne großen Aufwand zu sich nehmen können.  

Autor: Andrea Schröder, 16.11.2021