Bleaching: Diese Dinge sollte man unbedingt wissen

Der Zustand der Zähne drückt heute mehr über den Status aus als ­Juwelen oder eine ­Rolex“, sagt Dr. Ernst Weinmann, ärztlicher Leiter der Dentalklinik Sievering. Neben geraden Zähnen und einer ästhetischen Gebissstellung (also kein Über- oder Vorbiss) ist die Farbe der Zähne zur Visitenkarte geworden. Das aus den USA stammende Aufhellen oder Bleaching ist daher heute buchstäblich in aller Munde. Dr. Weinmann: „In Amerika wird so weiß wie möglich gebleacht oder gleich überkront, es darf ruhig ‚Fake‘ aussehen.“ In ­Europa dagegen sei das Ideal „natürliche Schönheit“. Deshalb klärt der Experte vor der Prozedur gemeinsam mit den Patienten anhand einer Farbskala den Grad der gewünschten Aufhellung.

Der Zahn der Zeit

Das ist oft Geschmackssache. „Zu mir kommen auch Patienten, die sich papierweiße Zähne wünschen“, sagt etwa die Wiener Zahnärztin Dr. Danila Bernhart. „Im Endeffekt muss das jeder selber ­wissen.“ Die Farbe der Zähne wird von zwei Faktoren bestimmt: Genetik und Ver­halten. „Hellhäutige Menschen haben oft gelblichere Zähne“, erläutert Dr. Bernhart, „bei einem dunklen Teint sind die Zähne weißer.“ Wer raucht, viel Rotwein und Kaffee trinkt und selten bis nie zur professionellen Zahnreinigung geht, braucht sich über verfärbte Zähne nicht zu wundern. Natürlich spiele das Alter auch eine Rolle, „aber zu mir ­kommen auch 18-Jährige.“

Der Weg zu Weiß

Grundsätzlich kann man aus zwei Methoden wählen: Home- oder In-­Office-Bleaching. Letzteres bedeutet: In der Ordination wird zunächst ein Zahnfleischschutz, dann Aufhellungsmittel (Wasserstoffperoxid) auf die Zähne aufgetragen, die Wirkung mittels einer Speziallampe intensiviert. Nach 15 bis 45 Minuten wird das Bleaching-Gel entfernt. Ist das gewünschte Ergebnis noch nicht erreicht, wird der Vorgang wiederholt. Kosten: um die 500 Euro. Beim Home Bleaching fertigt der Zahnarzt eine Kunststoffschiene, die zu Hause mit peroxidhaltigem Aufhellungsgel befüllt und täglich, je nach Verfärbungsgrad, bis zu acht Stunden getragen wird. Nach fünf- bis siebenmaligem Tragen sollten Ergebnisse zu sehen sein, es können aber auch bis zu 15 Behandlungen nötig sein. Kosten: um die 300 Euro. Bei beiden Methoden wird ein erneutes Bleaching meist nach ein bis zwei Jahren gewünscht.

Das „Kleingedruckte“

„Bei empfindlichen Zähnen würde ich lieber zu Schienen greifen“, rät Dr. Danila Bernhart. Denn beim Home Bleaching ist das Peroxid schwächer dosiert, das Risiko von Schmerzen bei der Behandlung selbst oder im Anschluss ist geringer. „Diese können in Form von ‚blitzartigen‘ Attacken oder in Form von Überempfindlichkeit auftreten“, erläutert Dr. Weinmann, „klingen jedoch in der Regel innerhalb von zwei Tagen ab.“ Ob in der Ordination oder zu Hause: Zwei bis vier Tage vor dem Bleaching muss eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden, „sonst verhindern Beläge und Zahnstein eine Aufhellung.“ Außerdem werden dabei Karies, Parodontitis oder andere Zahnschädigungen aufgespürt, alles Kontraindikationen. Auch wichtig: Kein Bleichmittel kann Füllungen oder Kronen färben.

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Autor: Ute Daniela Rossbacher, 10.09.2015