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Ein Mädchen steht vor einer Klasse und sagt etwas zu ihnen.
Schülervertretung in Österreich: Wo sie mitreden dürfen und wo ihre Verantwortung endet.
Schülervertretung in Österreich: Wo sie mitreden dürfen und wo ihre Verantwortung endet.
Frame Stock Footage/Shutterstock

Klassensprecher: Aufgaben und Rechte von Schülervertretern

11.09.2026 um 10:12, Sandra Eder
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Wer seine Mitschüler vertritt, braucht keine Bestnoten, sondern Mut, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Welche Aufgaben Schülervertreter haben.

„Kannst du das bitte der Lehrerin sagen?“ Diesen Satz hören Klassensprecher wahrscheinlich öfter als jeden anderen. Tatsächlich ist ihr Aufgabengebiet aber viel größer als nur Nachrichten weiterzugeben oder Geld einzusammeln. Sie greifen Anliegen ihrer Mitschüler auf, bringen sie bei Lehrern zur Sprache und helfen dabei, gemeinsam Lösungen zu finden. Viele glauben, dass dafür nur Einser-Schüler oder Jugendliche, die in der Beliebtheitsskala hoch oben stehen, infrage kommen. Entscheidend sind aber ganz andere Stärken. Gute Klassensprecher können zuhören, bleiben fair, sind zuverlässig und trauen sich auch dann etwas zu sagen, wenn das Gespräch unangenehm wird. Es braucht Fingerspitzengefühl, die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, und den Mut, auch schwierige Themen respektvoll anzusprechen. Schließlich vertritt man nicht seine persönliche Meinung, sondern ist im besten Fall eine starke Stimme für alle in der Klasse.

Klassensprecher: Was sind die Aufgaben?

Klassensprecher werden ab der 5. Schulstufe jedes Schuljahr von ihren Mitschülern in einer geheimen Abstimmung gewählt. Sie setzen sich für die Interessen ihrer Klasse gegenüber Lehrern und dem Klassenvorstand ein und sind die erste Ansprechperson, wenn mehrere Schüler dieselben Ideen, Wünsche oder Probleme haben. Gemeinsam bilden alle gewählten Klassenvertreter die Schülervertretung (SV) ihrer Schule. An ihrer Spitze steht der Schulsprecher, der die Interessen aller Schüler vertritt. Darüber hinaus gibt es die Landesschülervertretung und die Bundesschülervertretung, die sich auf Landes- und Bundesebene für die Wünsche und Anregungen von Schülern einsetzen.

Das geht zu weit

So wichtig das Amt auch ist: Klassensprecher sind keine Hilfslehrer. Sie organisieren nicht automatisch jede Klassenkassa, lösen nicht jeden Streit und sind auch nicht für jedes Problem verantwortlich. Nicht jedes Anliegen gehört demnach automatisch zum Klassensprecher. Geht es um ein Problem, das mehrere Schüler betrifft, um Ideen für einen Ausflug oder ein Klassenprojekt oder um Wünsche, die den Schulalltag verbessern könnten, ist er die richtige Ansprechperson. Er sammelt die Vorschläge der Klasse und bringt sie bei Lehrern oder dem Klassenvorstand zur Sprache.

An wen wende ich mich?

Betrifft ein Thema dagegen mehrere Klassen oder sogar die gesamte Schule, übernimmt der Schulsprecher. Er setzt sich für die Interessen aller Schüler ein und bringt Vorschläge ein, die das Schulleben insgesamt verbessern können. Persönliche Probleme oder Konflikte gehören nicht zu den Aufgaben der Schülervertretung. Wer Streit mit Mitschülern hat, Unterstützung braucht oder sich in einer schwierigen Situation befindet, sollte sich direkt an eine Lehrperson, den Klassenvorstand oder eine Vertrauensperson wenden.

Schülervertretung in Österreich: Mitspracherecht

Österreich nimmt beim Thema Schülervertretung eine besondere Rolle ein. Es ist das einzige Land Europas, in dem Schülervertretungen bundesgesetzlich geregelt sind. Von den Klassensprechern bis zur Bundesschülervertretung gibt es mehrere Ebenen, auf denen man die Schule und sogar die Bildungspolitik mitgestalten kann. Laut Schulunterrichtsgesetz (SchUG) haben Schülervertreter beispielsweise das Recht, über wichtige Angelegenheiten informiert zu werden, ihre Meinung zu äußern und Ideen einzubringen. Außerdem können sie an Sitzungen wichtiger Schulgremien teilnehmen und bei vielen Entscheidungen mitwirken, etwa wenn es um Schulveranstaltungen, Projekte, die Hausordnung oder andere Regeln des Schulalltags geht.

Gut zu wissen:

Österreich ist das einzige Land Europas, in dem Schülervertretungen gesetzlich geregelt sind. Das heißt: Schülervertreter haben echte Mitspracherechte. 

Viele Politiker, Unternehmer und Führungskräfte waren früher Klassen- oder Schulsprecher. Wer sich engagiert, trainiert Fähigkeiten, die später im Beruf wichtig sind: verhandeln, organisieren und Verantwortung übernehmen.

Das macht einen guten Klassensprecher aus

  • hört allen zu – nicht nur den Freunden 
  • traut sich, vor Erwachsenen zu sprechen und seine Meinung zu sagen 
  • bleibt fair, auch wenn es unterschiedliche Ansichten gibt 
  • kann gut organisieren 
  • sucht Lösungen und Kompromisse 
  • hält Abmachungen ein 
  • vertritt die Meinung der Klasse – nicht nur die eigene

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