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Profiltiefe eines Winterreifens auf einer beschneiten Straße
Sicherheitsrisiko ab 4 mm: Eine ÖAMTC-Untersuchung belegt den drastischen Leistungsverlust von gebrauchten Winterreifen bei Nässe.
Sicherheitsrisiko ab 4 mm: Eine ÖAMTC-Untersuchung belegt den drastischen Leistungsverlust von gebrauchten Winterreifen bei Nässe.
Ultraskrip/Shutterstock

Achtung: "Reserve" bei Winterreifen gilt nicht

09.09.2026 um 10:18, Marcel Toifl
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Ein ÖAMTC-Test zeigt: Ab vier Millimetern Profil verringert sich die Leistung von Winterreifen drastisch – vor allem bei Nässe und Aquaplaning.

In Österreich schreibt der Gesetzgeber für Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern vor. Eine aktuelle Untersuchung des ÖAMTC und seiner Partnerorganisationen bestätigt nun die Notwendigkeit dieser Regelung. Mit vier Millimetern Restprofil beginnen Winterreifen spürbar an Sicherheit einzubüßen. Entgegen der weit verbreiteten Annahme vieler Autofahrer stellt diese Grenze kein Polster dar, sondern markiert bereits eine kritische Phase.

Nässe und Aquaplaning: Das unterschätzte Hauptrisiko

Für die Untersuchung prüfte der ÖAMTC gemeinsam mit seinen Partnern fünf aktuelle Winterreifenmodelle im Neuzustand sowie mit vier und zwei Millimetern Restprofil. Getestet wurden unter anderem Bremsverhalten, Handling und Traktion auf Schnee sowie bei Nässe. Die ausgeprägtesten Einbußen traten dabei überraschenderweise nicht auf Schnee und Eis auf, sondern bei der Wasserverdrängung.

ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl erklärt dazu die drastischen Messwerte: „Bereits bei vier Millimetern Restprofil verlieren die Reifen im Vergleich zu einem neuen Modell im Schnitt bis zu 25 Prozent ihrer Leistung bei der Wasserverdrängung. Bei zwei Millimetern Restprofil – ausreichend, um z. B. in Deutschland gesetzeskonform unterwegs zu sein – steigen die Verluste auf über 50 Prozent an“.

Der physikalische Hintergrund liege in der Bauweise von Winterreifen. Im Vergleich zu Sommerreifen, die über breite Mittellaufrillen verfügen, kann ein mit Lamellen gespickter Winterreifen mit sinkender Profiltiefe wesentlich weniger Wasser verdrängen beziehungsweise ableiten. Dadurch geht der Kontakt zur Fahrbahn früher verloren und das Fahrzeug beginnt aufzuschwimmen. Dass die größten Sicherheitsverluste in erster Linie nicht auf Schnee, sondern bei Regen, tiefen Pfützen und Schneematsch auftreten, überrasche viele Autofahrer, so Kerbl in einer Aussendung des ÖAMTC weiter. Dabei komme eine nasse Fahrbahn in unseren Breiten viel häufiger vor als Schnee und Eis.“

Auch Premiumreifen schützen nicht vor Leistungsverlust

Wie die Untersuchung zeigt, habe die Profiltiefe einen deutlich größeren Einfluss auf die Fahrsicherheit als die Unterschiede zwischen einzelnen Reifenmodellen oder Preisklassen. Zwar unterscheiden sich Premium-, Qualitäts- und Budgetreifen in ihrem Ausgangsniveau, keines der getesteten Modelle konnte jedoch den negativen Einfluss geringer Profiltiefe kompensieren. Kerbl erklärt: „Selbst leistungsstarke Premiumreifen verlieren mit zunehmendem Verschleiß deutlich an Sicherheitsreserven. Die Profiltiefe bleibt damit der entscheidende Faktor für die Fahrsicherheit von Winterreifen“.

Österreichs Gesetzgeber durch ÖAMTC-Untersuchung bestätigt

Die Studienergebnisse belegen klar, dass die österreichische Regelung von vier Millimetern Mindestprofiltiefe zum Schutz der Verkehrsteilnehmer unumgänglich ist. ÖAMTC-Experte Steffan Kerbl fasst die Einstellung vieler Lenker und die Realität der Messdaten zusammen: „Viele Autofahrer:innen betrachten die vorgeschriebenen vier Millimeter Profil als Sicherheitsreserve. Tatsächlich zeigen unsere Ergebnisse, dass hier bereits eine kritische Phase beginnt. Es ist also durchaus sinnvoll, dass man sich in Österreich spätestens bei dieser Profiltiefe um neue Reifen kümmern muss.“

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