Westnilfieber breitet sich in Griechenland aus: Bereits 24 Tote
- Westnilfieber Griechenland: 24 Menschen gestorben
- 199 Erkrankte mit neurologischen Komplikationen
- Attika ist Zentrum des Westnilfieber-Ausbruchs
- Diese Orte melden besonders viele Infektionen
- Behörde erwartet weitere Westnilfieber-Fälle
- Auch Österreich meldet erste West-Nil-Virus-Fälle
- So gefährlich ist das Westnilfieber
Das Westnilfieber breitet sich in Griechenland weiter aus. Mittlerweile sind 290 Infektionen und 24 Todesfälle registriert. Allein innerhalb einer Woche sind 58 neue Fälle hinzugekommen. Mehr als zwei Drittel der Erkrankten haben neurologische Komplikationen entwickelt. Besonders stark betroffen ist die Region Attika rund um Athen.
Westnilfieber Griechenland: 24 Menschen gestorben
Nach dem aktuellen Wochenbericht der griechischen Gesundheitsbehörde EODY sind seit Beginn der diesjährigen Übertragungssaison 290 innerhalb Griechenlands erworbene Infektionen erfasst worden.
Für 24 Menschen ist die Infektion tödlich verlaufen. Alle Todesopfer waren älter als 65 Jahre, das mittlere Alter der Verstorbenen liegt bei 83 Jahren.
Innerhalb nur einer Woche sind 58 weitere Infektionen hinzugekommen. Noch am 26. August waren 232 Fälle und 19 Todesfälle bekannt. Damit sind binnen einer Woche fünf weitere Todesfälle registriert worden.
Westnilfieber in Griechenland: Die aktuellen Zahlen
- 290 Infektionen seit Beginn der Übertragungssaison
- 24 Todesfälle
- 199 Erkrankte mit neurologischen Komplikationen
- 63 Menschen derzeit im Krankenhaus
- 32 Patienten auf Intensivstationen
- 166 Fälle allein in Attika
199 Erkrankte mit neurologischen Komplikationen
Besonders auffällig ist die hohe Zahl schwerer Krankheitsverläufe. Bei 199 der insgesamt 290 Erkrankten ist das zentrale Nervensystem betroffen. Zu den möglichen Komplikationen zählen Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute sowie eine akute schlaffe Lähmung.
91 Betroffene haben hingegen einen milderen Verlauf oder keine Beschwerden des zentralen Nervensystems entwickelt.
Auch in den Krankenhäusern macht sich die Infektionswelle bemerkbar. Aktuell werden 63 Menschen stationär behandelt, 32 davon auf Intensivstationen. Weitere 31 Patientinnen und Patienten liegen auf Normalstationen. 182 Erkrankte haben das Krankenhaus bereits wieder verlassen.
Attika ist Zentrum des Westnilfieber-Ausbruchs
Besonders stark wütet das Westnilfieber in Griechenland derzeit auf der Halbinsel Attika, auf der sich auch Athen befindet. Rund 166 der 290 Infektionen entfallen auf die Region rund um die griechische Haupststadt. Damit ist dort mehr als die Hälfte aller Fälle registriert worden. EODY bezeichnet die Verbreitung als „besonders intensiv“.
Dahinter folgen Thessalien und Zentralmakedonien mit jeweils 52 Fällen. Auf Kreta sind drei Infektionen bekannt, in Mittelgriechenland zwei und auf dem Peloponnes eine. Bei weiteren 14 Fällen ist bislang nicht geklärt, wo die Ansteckung erfolgt ist.
Insgesamt ist das Virus bereits in 69 Gemeinden, 20 Regionalbezirken und sechs Regionen nachgewiesen worden.
Diese Orte melden besonders viele Infektionen
Auf Gemeindeebene führt Larisa die Statistik mit 27 registrierten Fällen an. In Spata-Artemida sind 19 Infektionen bekannt. Markopoulo Mesogaias und Agia Paraskevi melden jeweils 14 Fälle, Pella 13 sowie Vari-Voula-Vouliagmeni und Chalandri jeweils zwölf.
EODY hat zudem weitere Gebiete als Hochrisikogebiete eingestuft, obwohl dort teilweise noch keine Erkrankungen bei Menschen gemeldet worden sind. Betroffen sind unter anderem Gemeinden in Attika sowie Gebiete in Trikala, Serres, Thessaloniki, Pieria, Kilkis, Korinthia und Heraklion sowie die Inseln Thasos und Tinos.
Behörde erwartet weitere Westnilfieber-Fälle
Eine Entwarnung gibt es vorerst nicht. Die griechische Gesundheitsbehörde rechnet damit, dass in den kommenden Wochen weitere Infektionen auftreten. Das betrifft sowohl bereits bekannte Hotspots als auch Regionen, in denen bislang keine Fälle registriert worden sind.
Westnilfieber: So schützt man sich vor Gelsen
- Gelsenstiche vermeiden und geeignete Repellents verwenden
- Im Freien möglichst lange, helle Kleidung tragen
- Fenster und Türen mit Insektenschutzgittern sichern
- Stehendes Wasser regelmäßig entfernen, etwa aus Untersetzern und Gefäßen
- Regentonnen abdecken und mögliche Brutstätten rund um die Unterkunft beseitigen
Auch Österreich meldet erste West-Nil-Virus-Fälle
Auch in Österreich ist das Virus bereits angekommen. Bis Ende August sind hierzulande drei Infektionen festgestellt worden. Zwei Personen dürften sich in Wien angesteckt haben, eine weitere wahrscheinlich in der Türkei.
So gefährlich ist das Westnilfieber
Übertragen wird das West-Nil-Virus hauptsächlich durch den Stich infizierter Gelsen. Rund 80 Prozent der Infektionen verlaufen ohne Symptome. Etwa jede fünfte infizierte Person entwickelt grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder Müdigkeit.
Nur bei einem kleinen Teil der Infizierten kommt es zu schweren neurologischen Erkrankungen. Ältere und immungeschwächte Menschen tragen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf.
Eine Impfung für Menschen oder eine spezifische Therapie gegen das Westnilfieber gibt es derzeit nicht. Der wichtigste Schutz bleibt deshalb, Gelsenstiche zu vermeiden und mögliche Brutstätten mit stehendem Wasser zu beseitigen.
FAQ: Westnilfieber in Griechenland
Wie viele Westnilfieber-Fälle gibt es in Griechenland?
Bis 2. September 2026 sind in Griechenland 290 innerhalb des Landes erworbene Westnilfieber-Infektionen registriert worden. 24 Menschen sind gestorben.
Welche Region Griechenlands ist besonders betroffen?
Besonders stark betroffen ist Attika rund um Athen. Dort sind 166 der insgesamt 290 registrierten Infektionen festgestellt worden.
Wie gefährlich ist Westnilfieber?
Rund 80 Prozent der Infektionen verlaufen ohne Symptome. Etwa jede fünfte infizierte Person entwickelt grippeähnliche Beschwerden. Bei einem kleinen Teil können schwere neurologische Erkrankungen auftreten. Ältere und immungeschwächte Menschen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf.
Wie wird das West-Nil-Virus übertragen?
Das West-Nil-Virus wird hauptsächlich durch infizierte Gelsen übertragen. Die Tiere können das Virus aufnehmen, wenn sie zuvor infizierte Vögel gestochen haben.
Gibt es eine Impfung gegen Westnilfieber?
Für Menschen gibt es derzeit keine Impfung gegen Westnilfieber und keine spezifische antivirale Therapie. Behandelt werden die auftretenden Beschwerden.
Wie kann ich mich im Griechenland-Urlaub vor Westnilfieber schützen?
Reisende können das Risiko durch konsequenten Schutz vor Gelsenstichen reduzieren. Dazu gehören Gelsenschutzmittel, lange helle Kleidung und Insektenschutzgitter. Stehendes Wasser rund um die Unterkunft sollte möglichst beseitigt werden.
Quellen und weiterführende Informationen
- Sozialministerium: West-Nil-Fieber – Informationen zu Übertragung, Symptomen, Krankheitsverlauf und Prävention.
- AGES: Radar für Infektionskrankheiten – Informationen zur aktuellen Entwicklung von Infektionskrankheiten in Österreich und international.
- Euronews: 290 West-Nil-Fälle und 24 Tote in Griechenland – Aktuelle Fallzahlen und Angaben der griechischen Gesundheitsbehörde EODY zur Lage in Griechenland.
- ORF Wissen: West-Nil-Virus in Österreich – Informationen zu den bisher registrierten Fällen in Österreich und zur weiteren Entwicklung.