Gloria Steinem ist tot: "Frauenarbeit ist Scheißarbeit"
- Gloria Steinem: Eine Kindheit, die sie geprägt hat
- Undercover im Playboy Club
- Eine illegale Abtreibung verändert ihr Leben
- Gloria Steinem wird zum Gesicht des Feminismus
- Bücher, Film und höchste Auszeichnung
- Was von Gloria Steinem bleibt
Die US-amerikanische Feministin und Journalistin Gloria Steinem ist tot. Eine der einflussreichsten Stimmen der amerikanischen Frauenbewegung ist im Alter von 92 Jahren in ihrem Zuhause in New York gestorben. Ihre Stiftung bestätigt ihren Tod und teilt mit, Steinem sei von „einigen der vielen, die sie liebten“ umgeben gewesen. Bis zuletzt hat sich Steinem für Gleichstellung eingesetzt.
Gloria Steinem im Überblick
- Geboren: 25. März 1934 in Toledo, Ohio
- Gestorben: im Alter von 92 Jahren in New York
- Bekannt als: Feministin, Journalistin und Frauenrechtlerin
- Magazin: Mitgründerin von „Ms.“
- Auszeichnung: Presidential Medal of Freedom 2013
Gloria Steinem: Eine Kindheit, die sie geprägt hat
Gloria Steinem kommt am 25. März 1934 in Toledo im US-Bundesstaat Ohio zur Welt. Ihre Mutter Ruth arbeitet als Journalistin, gibt ihren Beruf jedoch für die Familie auf. Nach der Scheidung ihrer Eltern hilft Steinem bereits als Kind dabei, die Familie zu versorgen.
Dass politisches Engagement in ihrer Familie eine lange Geschichte hat, erfährt sie erst später. Ihre Großmutter Pauline Perlmutter Steinem hat sich als Präsidentin der Ohio Women’s Suffrage Association für das Frauenwahlrecht eingesetzt.
Nach der Schule studiert Gloria Steinem Politikwissenschaft am Smith College. Anschließend verbringt sie längere Zeit in Indien und kommt dort mit den Ideen des gewaltfreien Protests in Berührung.
Undercover im Playboy Club
Zurück in den USA beginnt Steinem ihre journalistische Karriere. 1963 schleust sie sich für rund drei Wochen als Mitarbeiterin in den Playboy Club in Manhattan ein. Ihre Reportage über die Arbeitsbedingungen der sogenannten Playboy Bunnies macht sie einem größeren Publikum bekannt.
Später hat Steinem die Recherche dennoch kritisch gesehen. Der Auftrag habe dazu geführt, dass sie lange auf diese eine Geschichte reduziert worden sei.
1968 wird sie Redakteurin beim New York Magazine. Sie schreibt unter anderem für renommierte Publikationen wie Esquire und die New York Times. 1972 gründet sie das feministische Magazin Ms. mit, das zu einer wichtigen Stimme der amerikanischen Frauenbewegung wird.
Eine illegale Abtreibung verändert ihr Leben
Ihren politischen Aktivismus geprägt hat 1969 eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Abtreibung. Steinem hört Frauen über ihre Erfahrungen sprechen und beginnt anschließend selbst, öffentlich für reproduktive Rechte einzutreten.
Das Thema ist für sie persönlich. Mit 22 Jahren hat sie selbst eine damals illegale Abtreibung vornehmen lassen. Später beschreibt sie die Veranstaltung von 1969 als Wendepunkt: „Diese öffentliche Äußerung war der Beginn meines Aktivismus.“
Für Steinem ist die Verfügung über den eigenen Körper untrennbar mit Demokratie verbunden. „Entweder haben wir unabhängig von Geschlecht oder Hautfarbe die gleiche Kontrolle über unseren eigenen Körper oder wir leben nicht in einer Demokratie“, erklärt sie.
Gloria Steinem in ihren eigenen Worten
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Gloria Steinem wird zum Gesicht des Feminismus
In den folgenden Jahrzehnten kämpft Steinem für Frauenrechte, gleiche Bezahlung und gegen häusliche Gewalt. Sie setzt sich gegen Rassismus und für Bürgerrechte sowie die Rechte von LGBT-Personen ein. Dabei betont sie immer wieder, dass Sexismus und Rassismus nicht getrennt voneinander betrachtet werden können.
1971 gründet sie gemeinsam mit Bella Abzug, Shirley Chisholm und Betty Friedan den National Women’s Political Caucus mit. Weitere Organisationen wie die Women’s Action Alliance und das Women’s Media Center folgen.
Die Medien machen Steinem zunehmend zum Gesicht der amerikanischen Frauenbewegung. Diese Rolle ist für sie nicht immer einfach. Kritik innerhalb der feministischen Bewegung, ihr öffentliches Gewicht hänge auch damit zusammen, dass sie jung, weiß und attraktiv sei, hat sie nach eigenen Angaben lange beschäftigt.
Bücher, Film und höchste Auszeichnung
Neben ihrem Aktivismus veröffentlicht Gloria Steinem zahlreiche Bücher. Zu ihren bekanntesten Werken zählen Outrageous Acts and Everyday Rebellions, Moving Beyond Words und ihre 2015 erschienenen Memoiren My Life on the Road.
Ihr Leben findet auch den Weg auf die Leinwand. Der Film The Glorias aus dem Jahr 2020 basiert auf ihren Memoiren. Julianne Moore und Alicia Vikander verkörpern Steinem in unterschiedlichen Lebensphasen.
2013 zeichnet US-Präsident Barack Obama sie mit der Presidential Medal of Freedom aus. 2021 erhält sie den Prinzessin-von-Asturien-Preis. Noch 2025 wird sie in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen.
Was von Gloria Steinem bleibt
Ihr eigenes Leben beschreibt Steinem ohne großes Pathos. „Ich habe versucht, die Welt ein bisschen fairer zu machen“, sagt sie über ihr jahrzehntelanges Engagement.
Gloria Steinem hat den Feminismus in den USA nicht allein geprägt, hat ihm aber über Jahrzehnte eine weithin hörbare Stimme gegeben. Sie hat geschrieben, organisiert, demonstriert und gesellschaftliche Debatten angestoßen. Ihr Blick blieb dabei bis zuletzt auf das gerichtet, was noch zu tun ist: „Wir haben viel erreicht, aber noch nicht genug."
Gloria Steinem ist mit 92 Jahren gestorben. Die Debatten, die sie mitgeprägt hat, gehen weiter.
FAQ: Gloria Steinem, ihr Leben und ihr Vermächtnis
Wer war Gloria Steinem?
Gloria Steinem war eine US-amerikanische Journalistin, Feministin und Frauenrechtlerin. Sie ist zu einer der bekanntesten Stimmen der amerikanischen Frauenbewegung geworden und hat sich über Jahrzehnte für Gleichstellung und Bürgerrechte eingesetzt.
Wie alt ist Gloria Steinem geworden?
Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren in ihrem Zuhause in New York gestorben. Sie ist am 25. März 1934 in Toledo im US-Bundesstaat Ohio geboren worden.
Wofür war Gloria Steinem bekannt?
Gloria Steinem ist vor allem für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Frauenrechte bekannt. Sie hat sich unter anderem für reproduktive Rechte, gleiche Bezahlung und gegen häusliche Gewalt sowie Rassismus eingesetzt.
Was ist das Magazin „Ms.“?
Gloria Steinem hat das feministische Magazin „Ms.“ 1972 mitgegründet. Das Magazin ist zu einer wichtigen Stimme der amerikanischen Frauenbewegung geworden.
Welche Auszeichnungen hat Gloria Steinem erhalten?
Zu ihren bedeutenden Auszeichnungen zählt die Presidential Medal of Freedom, die ihr US-Präsident Barack Obama 2013 verliehen hat. 2021 hat sie außerdem den Prinzessin-von-Asturien-Preis erhalten.