Virologen besorgt wegen neuer Covid-Variante

B.1.1.529 ist der kryptische Name der neuen Variante des Coronavirus. Entdeckt wurde diese bei Sequenzierungen in Südafrika. Bisher handelt es sich um wenige Fälle, allerdings explodieren die Neuinfektionen am Südkap geradezu. Am 21. November 2021 wurden 687 Neuinfektionen gemeldet, am 23. November, also zwei Tage später waren es rund 18.500. Dieser sprunghafte Anstieg ließ sowohl Virologen als auch Seuchenbehörden mit großer Besorgnis nach Afrika blicken. Derzeit ist noch unklar, ob B.1.1.529 für den Anstieg verantwortlich ist, jedoch hat die Sequenzierung ergeben, dass die neue Variante über 30 Mutationen am Spike-Protein des Virus aufweist. Einige davon sind so gravierend, dass derzeit davon ausgegangen wird, dass Antikörper gegen diese neue Mutation wenig oder gar nichts helfen. Also eine Fluchtmutation vor Impfungen. Andere Mutationen könnten, nach jetzigem Stand, für eine erhöhte Ansteckungsgefahr sorgen und wieder andere für eine erhöhte Infektiösität.

Die Informationslage zur neuen Variante ist allerdings noch dünn und wird ständig beobachtet. Mehrere Virologen, darunter auch Österreichs Top-Forscher Florian Krammer, sind an der Sache dran und informieren auf Twitter über die Lage. Ein reger Austausch der virologischen Community ist dort im Gange. Grund zur Panik ist noch nicht vorhanden, allerdings zeigt ein Fall, dass es die Mutation schon aus Südafrika rausgeschafft haben dürfte. In Hong Kong wurde sie bei einem südafrikanischem Geschäftsmann sequenziert, der mit dem Flugzeug ankam. Seine PCR-Tests vor der Einreise waren alle negativ, erst in Hong Kong entwickelte er Symptome und wurde erneut getestet.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 25.11.2021