Unwetter: Fünf Tote bei Winterchaos in Frankreich
Inhalt
- Straßenverkehr im Chaos
- Bahnverkehr stark eingeschränkt
- Flughäfen zeitweise geschlossen
- Kritik an Wetterdienst
Heftige Winterverhältnisse haben Frankreich in den vergangenen Tagen fest im Griff. Schnee, Eis und Glatteis führten landesweit zu schweren Verkehrsunfällen, massiven Einschränkungen im Bahn- und Flugverkehr sowie zu mehreren Todesopfern. Nach Angaben der Behörden kamen mindestens fünf Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, die direkt auf die winterlichen Bedingungen zurückzuführen sind.
Besonders betroffen waren der Norden und Westen des Landes. Dort galt zeitweise die zweithöchste Wetterwarnstufe wegen Glatteises. In vielen Regionen stellten die Behörden vorsorglich den Schulbusverkehr ein, um weitere Unfälle zu vermeiden.
Straßenverkehr im Chaos
Die winterlichen Straßenverhältnisse führten vor allem im Berufsverkehr zu erheblichen Problemen. Im Großraum Paris kam es am Montagabend zu kilometerlangen Staus. Laut Behörden summierte sich die Gesamtlänge der Verkehrsstaus zeitweise auf fast 1.000 Kilometer.
Trotz der angespannten Lage nutzten einige Menschen den seltenen Schneefall auch für Freizeitaktivitäten. Am Montmartre-Hügel in Paris waren Schlittenfahrer und sogar Skifahrer unterwegs, während andernorts Einsatzkräfte pausenlos im Einsatz standen.
Bahnverkehr stark eingeschränkt
Auch der Zugverkehr wurde massiv beeinträchtigt. Vor allem im Westen Frankreichs mussten mehrere Bahnstrecken vollständig gesperrt werden. Schnellzüge des Typs TGV verkehrten mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit, um das Unfallrisiko zu minimieren.
Pendler und Reisende mussten teils stundenlange Verzögerungen oder Zugausfälle in Kauf nehmen. Die staatliche Bahn SNCF sprach von einer „angespannten, aber kontrollierten Lage“, räumte jedoch ein, dass die Rückkehr zum Normalbetrieb Zeit in Anspruch nehmen werde.
Flughäfen zeitweise geschlossen
Der Wintereinbruch machte auch vor dem Flugverkehr nicht halt. Sechs kleinere Flughäfen im Westen und Norden Frankreichs stellten am Dienstag vorübergehend den Betrieb ein. Die großen Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly blieben zwar geöffnet, dennoch kam es auch dort zu erheblichen Einschränkungen.
Bereits am Montag waren rund 15 Prozent der Flüge an den beiden Pariser Flughäfen ausgefallen. Verkehrsminister Philippe Tabarot erklärte gegenüber dem Sender BFM, dass der internationale Flugverkehr in Paris zwar aufrechterhalten worden sei, es im Nahverkehr der Hauptstadt jedoch weiterhin zu Störungen gekommen sei.
Kritik an Wetterdienst
Angesichts der Folgen des Wintereinbruchs übte Verkehrsminister Tabarot deutliche Kritik am nationalen Wetterdienst. Dieser habe die Intensität des Schneefalls unterschätzt. „Es waren nur drei Zentimeter vorhergesagt, tatsächlich sind in manchen Regionen bis zu acht Zentimeter gefallen“, sagte der Minister.