Ukraine: Rückeroberung von Russland nach Starlink-Aus
- Ukraine meldet größte Rückeroberung seit 2023
- Russland: Starlink-Sperre hilft Ukraine
- Kommunikationsausfall behindert russische Truppen
- Ukrainische Cyberoperation gegen russische Terminals
- Rückeroberung: Militärische und politische Folgen
Die Ukraine meldet die größte Rückeroberung seit Beginn der Gegenoffensive im Sommer 2023. Die ukrainischen Streitkräfte haben in der vergangenen Woche rund 201 Quadratkilometer ihres Staatsgebiets zurückerobert. Das geht aus einer Analyse des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Die Rückeroberungen konzentrieren sich laut ISW auf Gebiete östlich der Stadt Saporischschja, wo russische Truppen zuvor monatelang vorrückten.
Russland: Starlink-Sperre hilft Ukraine
Nach Einschätzung des ISW hängt der jüngste Fortschritt mit der Blockierung des Satellitennetzwerks Starlink für russische Streitkräfte zusammen. Russische Militärblogger berichteten am 5. Februar 2026 über Kommunikationsprobleme, nachdem Elon Musk, Gründer von SpaceX, „Maßnahmen“ angekündigt hatte, um die Nutzung des Systems durch Russland zu unterbinden.
SpaceX erklärte dazu, man verkaufe oder liefere keine Starlink-Geräte an Russland und betreibe keine Geschäfte mit der russischen Regierung oder dem Militär. Russische Einheiten sollen das Netzwerk dennoch genutzt haben, indem sie Starlink-Terminals auf Angriffsdrohnen montierten, um elektronische Störsysteme zu umgehen.
Kommunikationsausfall behindert russische Truppen
Laut ISW beeinträchtigte die Sperre die Führung und Koordination russischer Einheiten erheblich. In der Woche nach der Blockierung wurden nur am 9. Februar russische Geländegewinne registriert, an allen anderen Tagen rückten ukrainische Einheiten vor. Beobachter sehen darin ein Anzeichen dafür, dass die Unterbrechung des Satellitennetzes operative Schwächen auf russischer Seite offengelegt hat.
Ukrainische Cyberoperation gegen russische Terminals
Parallel zur Sperre starteten ukrainische Cyberkräfte eine Operation gegen unbefugt genutzte Starlink-Geräte. Eine als technischer Dienst getarnte Gruppe forderte russische Soldaten auf, Identifikationsdaten und Standortkoordinaten einzureichen, um angeblich blockierte Terminals zu reaktivieren. Nach ukrainischen Angaben konnten so 2.420 russische Geräte identifiziert und anschließend deaktiviert werden.
Die Operation führte laut Behörden zudem zur Aufdeckung von 31 Personen, die Russland beim Umgehen der Sperre unterstützt haben sollen.
Rückeroberung: Militärische und politische Folgen
Nach Angaben des ISW kontrolliert Russland derzeit rund 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums – leicht weniger als im Vorjahr. Die Regierung in Kiew spricht von einem strategischen Teilerfolg, der die russischen Planungen für eine mögliche Sommeroffensive 2026 erschweren dürfte.
Moskau äußerte sich bislang nicht offiziell zu den Berichten über Kommunikationsprobleme oder den Verlust von Starlink-Verbindungen.