Liebesbogen Italien: Wahrzeichen am Valentinstag eingestürzt
- Liebesbogen: Symbol der Region Salento
- Liebesbogen durch Unwetter eingestürzt
- Region bedauert Einbruch des Liebesbogen
- Bruchkante um Liebesbogen gesperrt
- Unwetterlage in Süditalien
- Küstenerosion als Dauerproblem
Der "Liebesbogen“ von Sant’Andrea, eine Kalksteinformation im Meer vor der Gemeinde Melendugno ist eingestürzt. Ausgerechnet am Valentinstag hat das Naturwahrzeichen in Italien den Witterungen nachgegeben. Der Bogen, über Jahrtausende durch Erosion von Wind und Wellen geformt, ist vollständig zusammengebrochen und im Meer versunken.
Liebesbogen: Symbol der Region Salento
Der Felsbogen gilt seit Jahrzehnten als Symbol des Salento, der südlichen Spitze der Region Apulien. Jedes Jahr zog er tausende Besucher an, die das türkisblaue Wasser und die spektakuläre Küstenlinie fotografieren.
Sein Beiname „Liebesbogen“ geht auf eine lokale Legende zurück: Paare sollen Glück in der Liebe finden, wenn sie gemeinsam unter dem Bogen hindurchschwimmen. Auf Reiseportalen und in sozialen Medien avancierte der Liebespunkt längst zum Fixpunkt romantischer Italienbilder.
Liebesbogen durch Unwetter eingestürzt
Die Region Salento wurde in den vergangenen Tagen von mehreren Sturmfluten, starkem Wind und intensiven Regenfällen getroffen. Die Folge für das Naturwahrzeichen war fatal: Der poröse Kalkstein ist in der anhaltenden Nässe aufgeweicht, vorhandene Risse haben sich weiter ausgedehnt, bis die Struktur schlussendlich nachgegeben hat.
Region bedauert Einbruch des Liebesbogens
Melendugnos Bürgermeister Maurizio Cisternino spricht von einem bitteren Verlust für die gesamte Region. „Für uns ist dieser Einsturz ein schmerzlicher Schlag ins Herz. Einer der bekanntesten touristischen Anziehungspunkte unserer Küste und ganz Italiens verschwindet“, sagt er gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA.
Der Regionalrat Raffaele Piemontese sieht in dem Ereignis eine Folge der sich häufenden extremen Wetterlagen. „Der Klimawandel und die Zunahme extremer Wetterereignisse beschleunigen natürliche Prozesse. Die Region Apulien wird weiterhin mit den Küstengemeinden zusammenarbeiten, um gefährdete Gebiete zu identifizieren und nachhaltige Maßnahmen zu planen.“
Bruchkante um Liebesbogen gesperrt
Die Behörden haben den Bereich rund um die Abbruchkante des Liebesbogens vorläufig abgesperrt. Die Hafenbehörde von Gallipoli hat zudem ein Bade- und Angelverbot verhängt, da sich im Wasser noch lose Gesteinsreste befinden.
Ebenfalls untersagt sind Drohnenaufnahmen, bis die Lage stabil ist. Der Tourismusverband der Region bittet Besucher, alternative Aussichtspunkte in der Umgebung zu nutzen.
Unwetterlage in Süditalien
Das Unwetter hat auch in anderen Regionen Italiens schwere Schäden angerichtet. In Kalabrien mussten rund 500 Menschen evakuiert werden, nachdem der Fluss Crati über die Ufer getreten ist. Zahlreiche Häuser stehen nach wie vor unter Wasser, Straßen sind teilweise eingebrochen, immer wieder kam es zu Stromausfällen. In Sizilien und Sardinien melden die Einsatzkräfte Erdrutsche und Überflutungen entlang der Küsten.
Küstenerosion als Dauerproblem
Der Einsturz des Liebesbogens gilt Fachleuten nicht als isoliertes Ereignis. Die gesamte Adriaküste Apuliens ist seit Jahren von Erosionsprozessen betroffen. Der weiche Kalkstein reagiert empfindlich auf wechselnde Wasserstände und steigende Temperaturen. Vielerorts verlagern sich die Abbruchlinien der Felsen um mehrere Meter pro Jahr ins Landesinnere.