Nach Terror-Verurteilung: Österreicher in Türkei erschossen
Ein 20-jähriger österreichisch-türkischer Doppelstaatsbürger ist bei einem Polizeieinsatz gegen den Islamischen Staat in Istanbul erschossen worden. Nach Angaben des österreichischen Innenministeriums eröffnete der Mann am 3. September das Feuer auf die einschreitenden Polizeikräfte und wurde beim anschließenden Schusswechsel getötet. Die türkischen Behörden verdächtigten ihn, Verbindungen zum IS zu haben und einen Anschlag in der Türkei zu planen.
Schusswechsel bei IS-Einsatz in Istanbul
Der tödliche Polizeieinsatz ereignete sich bereits am Donnerstag, dem 3. September, in Istanbul. Das österreichische Innenministerium machte den Fall am Dienstag öffentlich.
Demnach führten türkische Sicherheitskräfte eine Amtshandlung im Umfeld des Islamischen Staates durch. Dabei soll der 20-Jährige auf die einschreitenden Polizistinnen und Polizisten geschossen haben. Beim darauffolgenden Schusswechsel wurde er tödlich getroffen.
Die türkischen Behörden verdächtigten den österreichisch-türkischen Doppelstaatsbürger, Kontakte zur Terrormiliz IS zu unterhalten und einen Anschlag in der Türkei vorzubereiten.
Bereits in Österreich im Visier
Bei den österreichischen Sicherheitsbehörden war der Mann bereits seit 2025 bekannt. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst und das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Wien stellten nach Angaben des Innenministeriums damals eine Radikalisierung sowie Sympathien für den IS fest.
Zudem gab es Hinweise darauf, dass der Mann nach Ägypten ausreisen und sich dort dem Islamischen Staat anschließen wollte. Im Mai 2025 wurde er deshalb festgenommen und befand sich bis November in Untersuchungshaft.
Nach seiner Freilassung musste er sich an mehrere gerichtliche Auflagen halten. Unter anderem hatte er sich regelmäßig bei den Sicherheitsbehörden zu melden und an einem Deradikalisierungsprogramm des Vereins DERAD teilzunehmen.
Verurteilung wegen Terror- und Waffendelikten
Im März 2026 wurde der 20-Jährige erneut festgenommen. Laut Innenministerium hatten die Sicherheitsbehörden festgestellt, dass er sich trotz eines bestehenden Waffenverbots für den Kauf von Waffen interessierte.
Ende Mai folgte eine Verurteilung wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation und terroristischen Vereinigung sowie wegen Verstößen gegen das Waffengesetz.
Unter Anrechnung der bereits verbüßten Untersuchungshaft kam der Mann anschließend wieder auf freien Fuß. Die gerichtlichen Auflagen blieben jedoch bestehen.
Widerrechtliche Ausreise in die Türkei
Im Juli 2026 reiste der Mann trotz der bestehenden Auflagen widerrechtlich in die Türkei aus. Durch die Zusammenarbeit österreichischer und türkischer Sicherheitsbehörden wurde er dort zunächst festgenommen.
Die türkische Justiz setzte ihn später allerdings unter Auflagen wieder auf freien Fuß. Nach seiner Ausreise trat in Österreich eine Festnahmeanordnung in Kraft.
Parallel dazu lief ein Verfahren zur Aberkennung seiner österreichischen Staatsbürgerschaft. Zu einem Abschluss kam es nicht mehr: Wenige Wochen nach seiner Ausreise wurde der 20-Jährige bei dem Polizeieinsatz in Istanbul getötet.